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Pressemitteilung

Nr. 131 vom 25.03.2021

Mit kreisweiter Teststrategie aus dem Lockdown: Ostalbkreis bewirbt sich mit seinen Städten und Gemeinden als Modellregion beim Land

Stellvertretend für alle Kommunen des Ostalbkreises hat sich Landrat Dr. Joachim Bläse heute an Sozialminister Manne Lucha gewandt und den Kreis samt 42 Kommunen als Modellregion ins Gespräch gebracht. Im Beschluss der Bund-Länder-Schalte vom vergangenen Montag ist festgehalten, man sei aufgeschlossen gegenüber pilothaften Projekten, die weitere Öffnungen aus dem Lockdown ermöglichen. In ihrer heutigen Regierungserklärung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dies nochmals bekräftigt.

"Wir nehmen dies gerne auf und bewerben uns als Modellregion, denn wir haben die erforderliche dezentrale Testinfrastruktur der kurzen Wege in den vergangenen Wochen aufgebaut”, betont der Landrat. Bürgertestungen könnten bei negativem Ergebnis quasi als Eintrittskarte in den Einzelhandel oder die Gastronomie fungieren. Beide brauchen dringend eine Perspektive, so Bläse weiter. In Schulen und Kitas würden Selbst- und Schnelltestungen laufen, immer mehr Firmen und die Kreisverwaltung selbst böten Schnelltests für Beschäftigte an. “In der Summe sehe ich den Ostalbkreis dank vieler Akteure und einer guten Vernetzung in der Lage, genauso wie Tübingen oder Rostock ein Modell zu realisieren."

Wörtlich schreibt Landrat Dr. Bläse:

"Sehr geehrter Herr Minister Lucha,

die Beschlüsse der Bundeskanzlerin mit den Regierungsspitzen der Länder vom 22. März 2021 setzen auf zeitlich befristetet Modellprojekte. Deshalb möchte der Ostalbkreis mit seinen 42 Städten und Gemeinden Modellprojekt werden.

Der Ostalbkreis ist prädestiniert dafür, Modellregion zu werden, da die 7-Tage-Inzidenz von 100 knapp überschritten wurde, wir als großer Flächenlandkreis über zahlreiche Einzelhändler und Gastronomen verfügen, für die eine Öffnungsperspektive dringend notwendig wäre, außerdem haben wir ein bereit gespanntes Testnetz im Kreis aufgebaut als auch eigeninitiativ bereits Pilotprojekte gestartet. Wir müssen noch einige Monate mehr denn je mit Corona leben und setzen zwar alle Kraft ins Impfen der Bevölkerung, dennoch wird es noch einige Zeit dauern, bis ein größerer Teil der Bevölkerung geimpft sein wird. Ein Weg hierzu könnten pilothafte Öffnungsmodelle einhergehend mit Teststrategien sein. Dies gilt auch und besonders beim Überschreiten von 100 bei der 7-Tage-Inzidenz.

Es gibt Corona-Schnelltests für Lehrkräfte, Erziehende, Schülerinnen und Schüler sowie mittlerweile auch den sogenannten Bürgertest. Kinder unterhalb des Grundschulalters fallen jedoch bislang durch das Raster und sind in keiner Teststrategie enthalten. Angesichts der dynamischen Entwicklung in den Kindertageseinrichtungen im Ostalbkreis habe ich mich diese Woche mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern darauf verständigt, auch in den Kitas Pilot-Testungen auf freiwilliger Basis durchzuführen. Außerdem haben wir bereits in der vergangenen Woche Pilot-Schulen definiert.

Neben dem anlass- und kostenlosen Schnelltestangebot in den vier Testzentren des Kreises Aalen, Bopfingen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd sowie den Testangeboten der Ärzte und Apotheken, gibt es im Ostalbkreis auch Pilotvorhaben an Schulen. Dafür haben wir bereits Schnelltests, die die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht selbst anwenden können, zur Verfügung. In der kommenden Woche werden die ersten Selbsttests an 38 Pilotschulen im Landkreis starten.

Die kommunale Familie, Ärzte, Apotheker, Hilfsorganisationen und viele weitere Akteure arbeiten Hand in Hand. Engen Kontakt haben wir zu IHK, DEHOHA, Vereinen und Tourismus, die als Partner des Modellprojekts fungieren sollen.

Zahlreiche Erfahrungen können in einem Modellversuch mit kontrollierter Öffnung gesammelt werden, ferner könnten durch konsequentes Testen Infektionsketten entweder verhindert oder früher unterbrochen werden.

Unser gemeinsamer Weg muss von Verboten weg führen und das Verantwortungsbewusstsein unserer Bürgerinnen und Bürger stärken. Damit wird das freiwillige Testen und die gleichzeitige Einhaltung der Hygienemaßnahmen zum Anreiz für alle, um erste Schritte aus dem Lockdown zu machen. Letztlich kann uns nur das Impfen aus der Krise führen, aber dort wo es möglich ist, sollten wir kreative und umsichtige Öffnungskonzepte erproben.

Gerne möchte ich, mit allen 42 Städten und Gemeinden im Ostalbkreis, das Pilotprojekt gemeinsam umsetzen, denn wir müssen lernen, auch bei einer Überschreitung der 7-Tage-Inzidenz über 100 mit Corona zu leben."


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Kontakt

Landratsamt Ostalbkreis

Pressestelle
Susanne Dietterle

Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen

Telefon 07361 503-1312
Telefax 07361 50358-1312