Nr. 198 vom 08.05.2026
Perspektiven für mehr Gründungen in der Region
Der Ostalbkreis und der Landkreis Heidenheim wollen unterstützt durch die Kreissparkassen mehr Gründungen in der Region vorantreiben. Der Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung des Ostalbkreises beschäftigte sich in seiner Sitzung am 28.04.2026 daher auch mit dem Thema Steigerung der Gründungsintensität in der Region Ostwürttemberg. Eine Marketing- und Imagekampagne, Vernetzung und ein gemeinsames Zielbild sollen wichtige Meilensteine sein.
Zum Hintergrund: Die Kreissparkassen Ostalb und Heidenheim hatten im Jahr 2025 eine Analyse "Gründungsmanagement im Start-up-Ökosystem Ostwürttemberg“ in Auftrag gegeben. Ausgangspunkt dieser Analyse war das Bestreben, zeitnah und dennoch fundiert Erkenntnisse zur Zukunftssicherung der regionalen Wirtschaft zu gewinnen, weil Start-ups und Gründungen Innovations- und Technologietreiber für zukünftige Geschäftsmodelle sind. Letztlich sollen durch die Ergebnisse der Analyse die Standort- und Rahmenbedingungen für Gründende und Start-ups verbessert, die Zahl der Neugründungen erhöht, das Wachstum bestehender Gründungen und Start-ups unterstützt und Talente sowie Investitionen für Unternehmen angezogen werden.
Auftragnehmer ist die in Aalen ansässige Unternehmensberatung Janoris Management GmbH, für die Projektleiter Prof. Dr. Holger Held in der Ausschusssitzung zentrale Ergebnisse der Analyse vorstellte. Zunächst ging er auf die Ausgangssituation ein. Statistisch gesehen sind zentrale Einflussfaktoren einer in Relation zum Landesdurchschnitt niedrigeren Gründungsquote in Ostwürttemberg die Lage im ländlichen Raum, eine seither relativ niedrige Arbeitslosigkeit, ein relativ gesehen höheres Lohnniveau und ein entsprechendes Technologieprofil der Region. Fehlen außerordentliche Ereignisse (z.B. Investition der Dieter Schwarz Stiftung in Heilbronn) sind nachhaltige Veränderungen der Gründungsquote nicht leicht, und nur mit einer gemeinsamen und langfristigen Strategie veränderbar. "Und wenn wir uns die Branchenstruktur in Verbindung mit den generierten Patenten in Ostwürttemberg ansehen, dann wird deutlich, dass es sich nicht um klassische Start-up-Branchen, wie beispielsweise Software, KI oder E-Commerce, handelt“, führt Held aus. Und er verweist auf den bestehenden Wettbewerb zwischen den Regionen. "Der Wettbewerb der Raumschaften und Initiativen macht auch vor der Region Ostwürttemberg nicht halt. Insbesondere die NXTGN Startup Factory in Stuttgart und der IPAI Campus in Heilbronn fördern landesweit und damit auch in Ostwürttemberg innovative Deep-Tech- und KI-Innovationen. Gleichzeitig entfalten sie aber auch bereits jetzt eine gewisse Sogwirkung hin zu den Start-up-Hotspots Stuttgart, Heidelberg und zukünftig Heilbronn.“
Held schlägt zur Steigerung des Gründungsaufkommens in Ostwürttemberg eine Fokussierung auf sechs Handlungsfelder vor:
1. Entwicklung gemeinsames Zielbild in der Region
2. Image- und Marketingkampagne zur Steigerung der Sichtbarkeit von Gründerinnen und Gründern und Gründungsinspiration, aber auch zur Kommunikation von Erfolgsbeispielen, wie unter anderem auch gelungenen Übernahmen und Nachfolgen in der Region
3. Verbesserungen im Bereich Vernetzung, unter anderem der Schaffung einer Online-Plattform, um Beratungs- und Unterstützungsleistungen besser und einfacher zu kommunizieren und beispielsweise Patenschaften und Netzwerkpartner noch schneller zu einfacher zu organisieren, Stichwort: Communitymanagement
4. Verbesserungen im Bereich Kapital/Finanzierung, unter anderem der Schaffung von niederschwelligeren Finanzierungsangeboten
5. Konkrete Maßnahmenprogramme für die institutionellen Gründungsakteure, unter anderem der Entwicklung eines regionalen Accelerator- bzw. Inkubatorprogramms zur Schulung und einem Coaching von Gründerinnen und Gründern.
6. Versuch der langfristigen Etablierung einer Struktur, in der sich möglichst viele Unternehmen aus der Region aktiv einbringen, auch bei der Finanzierung von Maßnahmen.
Für die Dauer von rund einem Jahr sollen nun in 2026 und 2027 erste Maßnahmen und Formate initiiert werden. Angedacht ist eine Test- und Evaluationsphase, um neue Konzepte erfolgreich und effizient zu implementieren. "Das Vorgehen soll ähnlich sein wie bei Gründungen oder Start-ups – wir müssen neue Ansätze ausprobieren und ganz systematisch auf deren Wirksamkeit hin überprüfen“, so Held. Die angedachte Test- und Evaluationsphase ordne sich konsequent ein in das Handlungsfeld 1 "Innovationsökosysteme“ der Offensive Zukunft Ostwürttemberg, das von Landrat Dr. Joachim Bläse koordiniert werde. Sämtliche Maßnahmen dieser Test- und Evaluationsphase seien innerhalb des Handlungsfeldes eng abgestimmt. Eine Evaluation der erzielten Ergebnisse und Effekte wird für das Frühjahr 2027 erwartet.
Bei der Koordination und Umsetzung mit im Boot sind die IHK und die Kreissparkassen Ostalb und Heidenheim, die sich beide auch finanziell an der operativen Umsetzung beteiligen. "Und jetzt muss es uns einfach gelingen, möglichst viele Unternehmen und Akteure in der Region mitzunehmen und für das Vorhaben zu begeistern. Es sind bereits so viele gute Ansätze in der Kommunen und Gründungs- und Innovationszentren, wir müssen das einfach noch besser bündeln und ausrichten“, zeigt sich Held optimistisch für die anstehenden Maßnahmen.
Stellvertretend für die Kreissparkasse Ostalb als Mit-Projektfinanzierer und Mit-Initiator führte Sebastian Baumann, stellvertretendes Vorstandsmitglied und seit 1. Oktober 2025 Leiter des Bereichs Unternehmenskunden, die Intension und das Engagement der Kreissparkassen dar: "Als regionale Institute liegt schon immer unser Fokus auf dem regionalen Mittelstand, und die Gründerinnen und Gründer sind der Mittelstand von Morgen, daher auch unser Engagement in der Sache“. Er erläutert: "Im Zuge der Analyse haben wir auch interne Prozesse analysiert und werden versuchen, zielgruppengerechte Angebote auszubauen, von daher passt das Vorhaben ganz gut in unsere aktuelle Geschäftspolitik“.
Eine Aussprache im Ausschuss klärte verschiedene Details und Rückfragen, eine Evaluation der erzielten Ergebnisse und Effekte wird für das Frühjahr 2027 erwartet.


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