Nr. 192 vom 06.05.2026
Hubschraubereinsatz im Ostalbkreis gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners: Befliegung findet am 8. Mai statt
Wie bereits berichtet, kam es in Teilen des Ostalbkreises letztes Jahr wieder zu einer starken Verbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS). Besonders betroffen waren das Stadtgebiet Aalen, Wälder im Bereich der Gemeinden Kirchheim, Tannhausen und Unterschneidheim und der Wald rund um die Deponie Ellert.
Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Denn ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und durch Luftströmung weitergetragen werden. Diese Brennhaare lösen eine allergische Reaktion aus, die sehr unterschiedlich ausfallen kann. Zu den Symptomen gehören Hautausschläge mit Juckreiz und Brennen. Reizungen an Mund- und Nasenschleimhäuten können zu schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinerscheinungen wie Schwindel, Fieber und Müdigkeit auf.
Zudem erleiden Eichen starke Blattverluste durch den Fraß der Raupen, den die Bäume auf Dauer nicht kompensieren können, was bis zum Absterben führen kann.
Aufgrund des letztjährigen Befalls und aktueller Befunde der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) muss auch dieses Jahr wieder mit starkem Auftreten der EPS-Raupen an Eichen gerechnet werden. Obwohl der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Wald in der Regel vermieden wird, stellt er ein individuell abzuwiegendes und rechtlich zulässiges Notfallinstrument dar. Im Sinne einer entsprechenden Güterabwägung haben die beteiligten Behörden entschieden, dass bestimmte Eichenwälder mit dem biologischen Biozid Foray ES bzw. dem Pflanzenschutzmittel Mimic vom Hubschrauber aus behandelt werden können. Die Auswahl der Waldflächen erfolgte unter fachkundiger Anleitung der FVA und in Abstimmung mit Wasser- und Naturschutzbehörden.
Befliegung am Freitag, 8. Mai
Der Befliegungstermin ist abhängig von Witterung, Eichenaustrieb und Larvenentwicklung. Die FVA hat heute (6. Mai 2026) grünes Licht gegeben, dass die Voraussetzung für eine Befliegung vorliegen. Aufgrund aktueller Wetterprognosen findet die Befliegung nun am Freitag, 8. Mai 2026 statt.
Die Besprühung wird von einem sachkundigen und erfahrenen Hubschrauberpiloten durchgeführt. Der Hubschrauber fliegt dicht über den Eichen und bringt die Mittel in Wasser gelöst als Sprühnebel auf den Kronen aus. Der Sprühnebel ist eine Wasser-Öl-Emulsion. Ausgebracht werden ca. 5 ml je m². Insgesamt werden im Kreis rund 300 Hektar Waldfläche behandelt, dies entspricht etwa 0,5 Prozent der Gesamtwaldfläche im Ostalbkreis. Karten der Behandlungsgebiete können unter www.ostalbkreis.de/wald in der Rubrik "Eichenprozessionsspinner" eingesehen werden.
Die Befliegung startet gegen 10:00 Uhr im Raum Unterschneidheim/Tannhausen/Kirchheim, wird gegen 15:00 Uhr im Stadtgebiet Aalen fortgesetzt und endet voraussichtlich gegen 18:30 Uhr nach Befliegung des Bereichs um die Deponie Ellert bei Essingen/Mögglingen.
Biozid und Pflanzenschutzmittel sind für Mensch unschädlich
Die Landkreisverwaltung weist nochmals darauf hin, dass die eingesetzten Sprühmittel, dies sind das Biozid Foray ES mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis ssp. kurstaki und das Pflanzenschutzmittel Mimic mit dem Wirkstoff Tebufenozid, für Menschen unschädlich eingestuft sind. Auch sind für beide Präparate keine schädlichen Auswirkungen auf Menschen, Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische bekannt.
Ergänzung vom 08.05.2026:
Hinweis für die Grünlandwirtschaft:
Sofern die Behandlung bis an den Waldrand erfolgt, kann ausnahmsweise eine geringfügige Abdrift auf angrenzende Grünlandflächen nicht völlig ausgeschlossen werden. Es kommt ausschließlich das Präparat Foray ES zum Einsatz. Zu dessen Wirkstoff Bacillus thuringiensis sind keine Unverträglichkeiten für Warmblüter bekannt. Sicherheitshalber sollte auf direkt angrenzenden Flächen (bis 10 m Abstand) bis zum 09.05.26, 10:00 Uhr, keine Beweidung stattfinden. Die Silierung oder die direkte Verfütterung des Aufwuchses an Wiederkäuer ab 09.05.2026 ist unschädlich, vorausgesetzt, der Aufwuchs wird frühestens ab 10:00 Uhr geerntet.
Betroffene Waldbereiche werden ganztägig gesperrt
Als Sicherheitsvorkehrung werden die Waldflächen am 8. Mai 2026 ganztägig gesperrt. Im Befliegungsbereich dürfen sich keine Personen aufhalten. Bitte beachten Sie die ausgeschilderten Sperrungen und Hinweisschilder und die Anweisungen der Sperrposten. Es kommt außerdem zu kurzfristigen Straßensperrungen von wenigen Minuten. Ebenso gesperrt werden muss die Zufahrt zur Deponie Ellert, voraussichtlich für rund 30 Minuten im Zeitraum zwischen 17:00 und 18:30 Uhr. Anlieferer werden gebeten, dies bei ihrer Planung zu berücksichtigen.
Zusätzliche Informationen und Regelungen für das Stadtgebiet Aalen
In Aalen reichen die Maßnahmenflächen im Bereich Rohrwang und Mönchsbuch teilweise bis unmittelbar an die Bebauung und öffentliche Einrichtungen heran. Dies ist notwendig, um den weiteren Eintrag von EPS-Brennhaaren in die Siedlungsbereiche nach besten Kräften zu verhindern.
Die Befliegung beginnt gegen 15:00 Uhr und endet voraussichtlich gegen 17:30 oder 18:00 Uhr. Im Stadtgebiet Aalen müssen für die Zeit, in der der Hubschrauber diese überfliegt, neben der B 29 (Westumgehung) weitere Straßen jeweils für fünf bis zehn Minuten gesperrt werden.
Folgende Sicherheitsvorkehrungen sind zu beachten:
- Im Befliegungsbereich und innerhalb eines Abstandes von mindestens 20 Metern dürfen sich keine Personen aufhalten. Durch den Rotordruck können Äste oder Zweige herabfallen.
- Fenster und Türen angrenzender Gebäude müssen während des Fluges und ca. 10 Minuten danach geschlossen bleiben. Dies gilt auch für das Ostalb-Klinikum Aalen.
- Behandelte öffentliche Wald- und Grünflächen sowie eine umgrenzende Zone von mindestens 20 Metern Breite dürfen bis 12 Stunden nach der Behandlung nicht betreten werden.
- Privatflächen, z.B. Gärten, dürfen unmittelbar nach Antrocknen des Sprühbelags wieder betreten werden.
- Der Waldfriedhof ist am 8. Mai 2026 geschlossen.
- Im Umfeld der Befliegungsflächen besteht Parkverbot auf öffentlichen Flächen unmittelbar an bzw. unter den zu behandelnden Eichen. Die obersten Parkdecks des Parkhauses Rohrwang und des Parkhauses Ostalb-Klinikum, der Parkplatz der Hochschule Aalen, die Parkflächen am Stadionweg und beim Waldfriedhof sind von morgens bis nach der Befliegung gesperrt. Der Stadionweg selbst ist am 8. Mai 2026 ab 7:00 Uhr ganztägig gesperrt. Eine Zufahrt ist nur für Anrainer und Beerdigungsgäste möglich. Im ganzen Bereich wird es zu Parkplatzengpässen kommen. Bitte weichen Sie auf andere Parkflächen aus.


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