Nr. 160 vom 21.04.2026
Gemeinsame Pressemitteilung des Landratsamts Ostalbkreis und der Kliniken Ostalb: Zukunftskonzept 2035 der Kliniken Ostalb: Wo Patientinnen und Patienten künftig die richtige Behandlung finden
Was sich in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd verändert und worauf es im Notfall ankommt.
Die klinische Gesundheitsversorgung im Ostalbkreis befindet sich schon länger in einer tiefgreifenden Transformation. Die Neuausrichtung mit dem Zukunftskonzept 2035 wurde 2024 mit einer großen Mehrheit im Kreistag als wegweisendes Modell verabschiedet. Seitdem haben die Kliniken Ostalb weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen an den Standorten in Ellwangen, Aalen und Schwäbisch Gmünd umgesetzt. Ziel ist es, medizinische Leistungen zu bündeln, moderne Versorgungsstrukturen in hoher Qualität zu schaffen und gleichzeitig die ökonomische Tragfähigkeit in öffentlicher Trägerschaft in einem extrem herausfordernden Umfeld zu gewährleisten und zukunftsfähig weiter zu entwickeln.
Die im März 2026 erfolgten Beschlüsse zur Klinikreform durch die Bundesregierung werden von vielen Fachgremien und Institutionen wie zum Beispiel der Deutschen Krankenhausgesellschaft kritisch betrachtet: Die Reform setze zwar wichtige Impulse, bringe aber kurzfristig keine ausreichende finanzielle Entlastung. "Für Regionen wie die Ostalb bedeutet das eine weitere Verschärfung der Rahmenbedingungen und es zeigt sich, dass man mit den weitreichenden Schritten und Maßnahmen der Kliniken Ostalb und des Landkreises schon früh den richtigen Weg eingeschlagen hat", so Landrat Dr. Joachim Bläse.
Leistungen werden zusammengeführt
Das Zukunftskonzept setzt daran an, nicht mehr jede Leistung an jedem Standort, sondern die richtige Behandlung am richtigen Ort anzubieten. Dahinter steht langfristig eine hohe Qualitätssicherung im medizinischen und pflegerischen Bereich und eine bessere Nutzung von vorhandenen Ressourcen bis zum Neubau des Regionalversorgers in Essingen. Durch diese Veränderungen und durch die neuen Angebote an den klinischen Standorten ist es für Patientinnen und Patienten jetzt besonders wichtig zu wissen, wohin sie sich im Bedarfsfall wenden können.
Am Standort Aalen entsteht dabei ein zentraler Pfeiler der Notfallmedizin und Traumatologie. Die dortige Notaufnahme und auch die OP-Kapazitäten werden aktuell gezielt gestärkt und ausgebaut, insbesondere für schwere und komplexe Krankheitsbilder wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder schwere Verletzungen. Aalen bleibt damit wichtige Anlaufstelle, wenn es um lebensbedrohliche oder hochakute Situationen geht. Gleichzeitig bleibt auch das Stauferklinikum in Mutlangen ein vollwertiger Akutstandort mit eigener zentraler Notaufnahme. Dort werden Notfälle rund um die Uhr versorgt, während dort gleichzeitig gezielt die onkologischen und endoprothetischen Schwerpunkte ausgebaut werden. Ein sichtbares Beispiel dafür ist die Urologie, die im Frühjahr 2026 neu aufgebaut wurde und nun Schritt für Schritt ihre Strukturen am Stauferklinikum entwickelt. Bereits im April haben hier die ersten komplexen urologischen Operationen stattfinden können. Ziel ist es, Behandlungen stärker zu bündeln und durch interdisziplinäres Know-how sowohl die Qualität als auch die kurzen Wege für Abstimmung und Zusammenarbeit weiter zu stärken.
Medizinische Angebote an der St. Anna-Virngrund-Klinik
Eine besondere Rolle nimmt die St. Anna-Virngrund-Klinik in Ellwangen ein. Sie ist weiter ein wichtiger Bestandteil der ambulanten und stationären Versorgung und der Notfallversorgung, auch wenn sich dort durch den Umzug von Bereichen das Profil deutlich verändert hat. Die internistische Notfallversorgung steht hier weiter rund um die Uhr zur Verfügung, sodass Patientinnen und Patienten mit akuten Erkrankungen nach wie vor Hilfe finden. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine unfallchirurgische Versorgung am Tag, einschließlich der Behandlung von Arbeitsunfällen durch den sogenannten D-Arzt. Bei Notfällen im Raum Ellwangen, die als nicht lebensbedrohlich eingestuft werden, ist die rund um die Uhr geöffnete Notaufnahme der St. Anna-Virngrund-Klinik die richtige Anlaufstelle für internistische Erkrankungen wie unklarer Bauchschmerz, Schwindel, Übelkeit, etc. Unfallchirurgische Notfälle wie Knochenbrüche, Gelenk- und Bänderverletzungen, Prellungen, Schnittwunden etc. können in Ellwangen weiterhin im Tagbetrieb zwischen 8:00 und 16:30 Uhr versorgt werden. Gerade bei leichteren Verletzungen oder weniger komplexen Beschwerden bietet Ellwangen damit eine schnelle und wohnortnahe Hilfe und Alternative. Seit April gibt es hier auch ein ambulantes OP-Zentrum, das von externen Betreibern betrieben wird.
Wohin im Notfall?
Für Patientinnen und Patienten im Ostalbkreis ist es wichtig, die Unterschiede im Bedarfs- oder Notfall zu kennen. Denn eine weitere große Herausforderung, die bundesweit besteht, ist die Überlastung der klinischen Notaufnahmen. Statistiken zeigen, dass rund ein Drittel der Menschen, die dort Hilfe suchen, medizinisch gesehen nicht auf eine klinische Notfallversorgung angewiesen wären. Das führt unter anderem zu sehr langen Wartezeiten und bindet wichtige klinische Ressourcen, die für schwere Fälle dringend benötigt werden würden. Deshalb spielt die richtige Entscheidung im Ernstfall eine maßgebliche Rolle. Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie starken Brustschmerzen, Anzeichen eines Schlaganfalls, schwerer Atemnot oder Bewusstlosigkeit gilt es, sofort den Notruf 112 zu wählen. In solchen Situationen zählt jede Minute, und die Rettungsdienste sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten schnell in die richtige Klinik gebracht werden können. In akuten und dringenden Fällen sind die Notaufnahmen in Aalen oder Mutlangen die richtige Adresse, ebenso wie, je nach Beschwerdebild und Tageszeit, die Notfallversorgung in Ellwangen.
Anders sieht es bei Beschwerden aus, die zwar dringend erscheinen, aber nicht unmittelbar lebensbedrohlich sind. Dazu gehören Infekte, schon länger anhaltende Schmerzen oder leichtere Verletzungen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 kann in diesen Fällen weiterhelfen, wenn zum Beispiel Beschwerden auftreten und der eigene Hausarzt nicht erreichbar ist. Erste Anlaufstellen sind in diesen Fällen die Bereitschaftspraxen der niedergelassenen Ärzte am Ostalb-Klinikum in Aalen und am Stauferklinikum in Mutlangen. Der kinderärztliche Notdienst steht an Samstagen am Ostalb-Klinikum und an Sonn- und Feiertagen am Stauferklinikum jeweils von 9:00 bis 20:00 Uhr zu Verfügung.
In Ellwangen gibt es stationäre sowie zunehmend auch ambulante Angebote, ergänzend werden hier neue Kooperationsmöglichkeiten gesucht, die das Angebot vor Ort sinnvoll erweitern. Dazu zählen auch das an die St. Anna-Virngrund-Klinik angeschlossene Medizinische Versorgungszentrum mit gynäkologischem Schwerpunkt, ebenso eine onkologische Tagesklinik, die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die stationäre Schmerztherapie. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine Intermediate-Care-Einheit, moderne Endoskopie, Röntgen- und radiologische Diagnostik. Hinzu kommen die etablierte Durchgangsarztversorgung für Arbeitsunfälle, ein extern betriebenes ambulantes OP-Zentrum und wie bereits beschrieben, die rund um die Uhr verfügbare internistische Notfallversorgung und unfallchirurgische Behandlung am Tag. Ergänzt wird das Angebot durch die Gesundheitsakademie auf dem Gelände der EATA mit einem breiten Spektrum an Aus-, Fort- und Weiterbildung. Mit dieser Kombination zeigt sich Ellwangen mit einer wohnortnahen Versorgung und einem Schwerpunkt auf sektorenübergreifende Angebote.
Neue Schwerpunktbildung in Aalen und Mutlangen
In Aalen konzentrieren sich komplexe und hochakute Behandlungsbereiche, hier liegt der Schwerpunkt u.a. auf der Versorgung von Herz- und Kopferkrankungen. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Innere Medizin mit Gastroenterologie und Kardiologie sowie eine onkologische Tagesklinik und Geriatrie. In der Chirurgie werden allgemein-, viszeral-, unfall- und wirbelsäulenchirurgische Eingriffe durchgeführt. Ergänzt wird dies durch eine Kinderklinik, eine Frauenklinik mit Geburtshilfe, eine leistungsstarke Anästhesie und Intensivmedizin sowie die Zentrale Notaufnahme. Am Aalener Klinikstandort befindet sich auch eine HNO-Praxis, die von der Klinik betrieben wird. Darüber hinaus ist die Neurologie mit einer hervorragenden Anbindung an den Bereich der Neuroradiologie, die Neurochirurgie und die Psychosomatik vertreten, wodurch Aalen insbesondere im Bereich der Traumatologie und der neuroradiologischen Schlaganfallversorgung klare Schwerpunkte bildet.
Am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd zeigt sich ein ähnlich breites, aber vorwiegend onkologisch und endoprothetisch ausgerichtetes Profil. Hier werden in der Inneren Medizin Bereiche wie Gastroenterologie, Kardiologie, Diabetologie, Palliativmedizin sowie Hämatologie und Onkologie angeboten. Eine zertifizierte Schlaganfallversorgung mit Stroke Unit und geriatrische Angebote ergänzen das Spektrum. In der Chirurgie werden neben allgemeinen und viszeralen Eingriffen unfall-, wirbelsäulen-, gefäß- und thoraxchirurgische Leistungen erbracht. Auch hier gehören eine Kinderklinik, eine Frauenklinik mit Geburtshilfe sowie Anästhesie und Intensivmedizin zur Struktur. Mit dem Aufbau der Urologie wird das Angebot zusätzlich gestärkt. Insgesamt entwickelt sich der Standort in Mutlangen damit zunehmend zu einem Zentrum mit onkologischem und endoprothetischem Schwerpunkt mit Knie-, spezieller Schulter und Ellbogenchirurgie sowie Handchirurgie.
Neben der medizinischen Neuausrichtung verändert sich auch die Organisation der Kliniken Ostalb. Führungsstrukturen werden zum Sommer neu aufgestellt und Verantwortlichkeiten standortübergreifend gedacht. Darüber hinaus werden weiter gezielt bestehende Doppel- bzw. Dreifachstrukturen abgebaut. Damit nutzen die Kliniken Ostalb die Chance, sich bereits jetzt auf den Neubau des Regionalversorgers in Essingen vorzubereiten und an allen Standorten ein abgestimmtes Medizinkonzept zu etablieren.
Trotz aller Fortschritte bleibt die wirtschaftliche Lage eine große Herausforderung. Die Kliniken arbeiten weiterhin unter hohem finanziellem Druck und die politischen Rahmenbedingungen sorgen eher für zusätzliche Komplexität. Dennoch zeigt sich bereits heute, dass der eingeschlagene Weg der richtige war und ist. Die Strukturen, Schwerpunkte und Leistungen sind klar definiert, so setzen die Kliniken beispielsweise die Bundesvorgaben zur Konzentration von Leistungen bereits jetzt um.
Dazu der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostalb, Christoph Rieß: "Das Zukunftskonzept 2035 ist fester Bestandteil im Arbeitsalltag der Kliniken Ostalb und zeigt bereits spürbare Verbesserungen, deshalb wird es für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Menschen im Ostalbkreis konsequent weiter umgesetzt. Vor dem aktuellen Hintergrund der sich verändernden Rahmenbedingungen prüfen wir den eingeschlagenen Weg laufend und werden bei Bedarf unser Konzept weiter anpassen."


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