Nr. 102 vom 12.03.2026
Frühlingserwachen der Amphibien: Frösche und Kröten sind wieder auf dem Weg zu ihren Laichplätzen
Wenn der Winter langsam weicht und die Temperaturen steigen, erwacht in feuchten Nächten ein faszinierendes Naturschauspiel: Kröten, Frösche und Molche machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Diese Wanderung ist für die Amphibien jedoch voller Gefahren – allen voran die Straßen, die sie überqueren müssen.
In den kommenden Tagen und Wochen, wenn die Nächte frostfrei und wärmer werden, nimmt die Aktivität der Amphibien deutlich zu. Sobald die Temperaturen nachts dauerhaft über fünf Grad Celsius liegen und die Luft feucht ist, brechen sie zu ihren Laichplätzen auf – meist zu genau den Gewässern, in denen sie selbst einst geschlüpft sind.
Doch die Reise ist riskant: Straßen stellen die größte Gefahr dar. Kröten verweilen oft länger auf der warmen Fahrbahn, was sie zu leichten Opfern für den Verkehr macht. Eine kaum bekannte, aber tödliche Bedrohung ist der Luftdruck, den Fahrzeuge ab etwa 30 km/h erzeugen. Dieser kann selbst Amphibien am Straßenrand schwer schädigen.
Auch der zunehmende Freizeitverkehr in Wäldern und auf Wiesen, etwa durch Mountainbiking, oder nächtliche Holztransporte bringen zusätzliche Risiken mit sich. Deshalb bittet die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Ostalbkreis um besondere Rücksichtnahme und Verständnis. An besonders stark frequentierten Wanderstrecken, wie der K 3283 zwischen Lautern und Essingen bei Hohenroden, kann es notwendig sein, die Straßen nachts vorübergehend zu sperren. Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer werden gebeten, in dieser Zeit alternative Routen zu wählen.
Die meisten Amphibien verbringen ihr Leben im Wald oder auf Wiesen, doch für die Fortpflanzung sind sie auf Gewässer angewiesen. Ein Großteil der Arten überwintert in frostfreien Verstecken an Land und verfällt bei niedrigen Temperaturen in eine Winterstarre. Mit steigenden Temperaturen erwachen sie zu neuem Leben und machen sich auf den Weg.
Zum Schutz der Tiere und der engagierten Helferinnen und Helfer, die an den Straßenrändern Zäune errichten und die Amphibien in Eimern sicher über die Straße tragen, sollte die Geschwindigkeit in den betroffenen Bereichen auf 30 km/h reduziert werden. Spezielle Hinweisschilder markieren diese sensiblen Abschnitte und erinnern alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer daran, besonders vorsichtig zu fahren.
Die Untere Naturschutz- und die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts Ostalbkreis treffen in diesem Jahr zusammen mit den Verbänden auf folgenden Streckenabschnitten Schutzmaßnahmen:
- B 298 bei Gschwend zwischen Wildgarten und Waldhaus
- B 19 Ortsende Abtsgmünd-Untergröningen bis zur Kreisgrenze nach Schwäbisch Hall
- L 2033 zwischen Neresheim und Dischingen bei der Zufahrt Hochstatter Hof
- L 1150, Gschwend ca. 1 km östlich von Kirchenkirnberg
- L 1070, zwischen Wört und Stödtlen am Straßenweiher
- K 3281 zwischen Heubach und Lautern, auf Höhe der Baumschule Koch
- K 3314/ 3315/K 3316 zwischen Härtsfeldhausen und Utzmemmingen bei der Ringlesmühle
- K 3228 zwischen Rindelbach und Schweighausen beim Fischbach
- K 3253 zwischen Schlechtbach und Gschwend-Birkhof auf Höhe Sandwerk
- K 3253 am Ortsende von Utzstetten im Bereich Feuersee
- K 3298 zwischen Bopfingen-Michelfeld und Unterriffingen
- K 3283 zwischen Lautern und Essingen, bei Hohenroden (mit nächtlicher Straßensperrung!)
- K 3323 zwischen Rosenberg und Hummelsweiler bei der Spitzensägmühle
- GVS beim Reichenbachstausee, Gemeinde Spraitbach
- GVS beim Häsle, Gemeinde Ellenberg
- GVS Gschwend-Mühläckerle beim Badesee
- GVS zwischen Schwenningen und Oberlengenfeld beim Bächweiher
- OVS Gemeinde Gschwend, Bereich ehemaliger Sandgrube "Roßsumpf"
In den genannten Streckenabschnitten sollten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer besonders vorsichtig fahren. Damit wird einer Gefährdung der vielen Helferinnen und Helfer vorgebeugt und der vorbildliche private Naturschutz wirkungsvoll unterstützt. Je langsamer gefahren wird, desto höher ist die Überlebenswahrscheinlichkeit der Amphibien.


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