Nr. 6 vom 08.01.2026
So war 2025 für die Landwirte im Ostalbkreis
Anlässlich des Kalten Markts in Ellwangen ziehen der Leiter des Geschäftsbereichs Landwirtschaft des Landratsamts Ostalbkreis, Tiemo Hofmann, und seine Stellvertreterin Tomma Bieling eine Bilanz des vergangenen Landwirtschaftsjahrs.
Fast ein normaler Winter zu Jahresbeginn mit ausreichend Niederschlag
Die Witterungsbedingungen über den Herbst und Winter 2024/25 entsprachen weitestgehend einem normalen Jahr. September und Oktober 2024 brachten ausreichend Niederschläge. Insgesamt waren die Bedingungen für die Aussaat und das Auflaufen der Winterkulturen gut, ebenso die Wasserversorgung im Januar und Februar für die Entwicklung der Winterkulturen. März und April waren dagegen ausgesprochen trocken. Hier wären Niederschläge wichtig gewesen. Die Pflanzen können nur bei einer ausreichender Bodenfeuchte genug Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Die niederschlagsarme Zeit hat auf der anderen Seite den Effekt, dass die Pflanzen tiefer wurzeln, um an das verfügbare Bodenwasser zu gelangen. Von einem guten Wurzelwerk profitieren die Pflanzen dann insgesamt in den niederschlagsarmen Zeiten. Die Trockenheit wurde nicht durch Niederschläge im Mai und Juni ausgeglichen. Die Pflanzenbestände litten deswegen teilweise unter Trockenstress.
Mais entwickelte sich standortabhängig stark unterschiedlich
Die Maisaussaat Ende April / Anfang Mai verlief bei warmen Temperaturen und für die Saat noch ausreichender Bodenfeuchte gut bis sehr gut. Allerdings war der Mai dann in der Folge insgesamt kühl und hat damit das anschließende Auflaufen und Wachstum der wärmeliebenden Maispflanzen teilweise stark verzögert. Je nach Standort gab es große Unterschiede in der Entwicklung der Maisbestände, insbesondere im Längenwachstum. Der Mais hat aber die Fähigkeit, solche Anfangsschwierigkeiten durch entsprechend starkes Wachstum in späteren Monaten komplett auszugleichen. Wenn genug Wärme und Wasser vorhanden sind, zeigt der Mais sein enormes Potenzial.
Grünschnitt und Heu
Das Grünland hat von der kühlen Witterung im Mai profitiert. Ebenso waren die Niederschläge ausreichend, damit ein guter erster und zweiter Schnitt geerntet werden konnte. Die Heuernte lief Anfang bis Mitte Juni unter sehr guten Bedingungen, da es trocken und heiß war. Das gemähte Gras trocknete schnell. Das Heu konnte dann zügig eingefahren werden.
Getreide
Die Getreidekulturen haben sich über den Winter gut bis sehr gut entwickelt. Bei ausreichender Feuchtigkeit konnte das Getreide gut auflaufen, bestocken (=Seitentriebe bilden) und Ähren ausbilden. Die einsetzende Trockenheit und Hitze nach Pfingsten hat dann allerdings dazu geführt, dass die Bestände der Sommergerste und des Winterweizens in ihrer Entwicklung verzögert waren und teilweise vorzeitig abgereift sind.
2025 ging der Gerstendrusch insbesondere auf den leichten, sandigen Standorten bei guten Bedingungen bereits Ende Juni los und ging auf den besseren Standorten Anfang Juli weiter. Die Gerste hat trotz der Trockenheit gute bis sehr gute Erträge geliefert. Die Bestände haben davon profitiert, dass zum Zeitpunkt der Anlage und Entwicklung der Ertragskomponenten noch genügend Wasser zur Verfügung stand.
Der Weizen zeigte sich über weite Teile des Kreisgebietes sehr gesund. Es wurde nur wenig Fusarium festgestellt. Die Wetterbedingungen waren für diesen Pilz ungünstig. Fusarium ist ein Schadpilz in Getreide und Mais, der zu Ertragseinbußen führen kann, aber vor allem die Qualität nachteilig beeinflusst. Die Pilzgifte können eine gesamte Ernte verderben und das Getreide für den Einsatz in der Ernährung und Fütterung unbrauchbar machen. Insbesondere Weizen ist anfällig für Fusarium. Im Gegensatz zum Jahr 2024 konnte 2025 in vielen Fällen auf den Einsatz von Pflanzenschutzmaßnahmen gegen Fusarium verzichtet werden. Insgesamt litt der Winterweizen bei der Entwicklung und Ausbildung der Ertragskomponenten unter der Trockenheit und Hitze. Beim Winterweizen hatte der Standort in diesem Jahr einen sehr großen Einfluss auf den Ertrag - sowohl quantitativ als auch qualitativ. An guten Standorten, mit entsprechender Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen, waren die Erträge und auch die Qualitäten gut bis sehr gut. Der einsetzende und andauernde Regen sowie die kühlen Temperaturen ab der zweiten Julihälfte erschwerten den Drusch der noch stehenden Bestände. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Befürchtung, dass es durch die Nässe und die Ernteverzögerung zu Auswuchs und damit zu einer schlechten Backqualität kommen würde. Auswuchs ist ein ungewollter, vorzeitiger Keimzustand beim Getreide, d.h. die Getreidekörner fangen auf dem stehenden Getreide vor der Ernte an zu keimen. Dies führt zu einer niedrigen Fallzahl und damit zu einer schlechten Backqualität des Weizens. Die Fallzahl ist ein Maß zur Bestimmung der Backqualität von Brotgetreide. Niedrige Fallzahlen aufgrund z.B. von Auswuchs mindern die Backqualitäten von Brotweizen. Der Brotweizen kann dann häufig nur noch verfüttert werden.
Raps
Der Winterraps hat sich von der Aussaat über den Winter weitestgehend ordentlich entwickelt und ist gut aus dem Winter gekommen. Die nach Pfingsten einsetzende Trockenheit hatte Auswirkungen auf die Schoten- und Kornbildung der Rapspflanzen. Bei nicht ausreichender Bodenfeuchte und damit einhergehender reduzierter Nährstoffaufnahme war die Schoten- und Kornbildung reduziert. Trotzdem konnten überwiegend gute Rapserträge geerntet werden.
Streuobst
Beim Streuobst war der Fruchtbehang in diesem Jahr insgesamt sehr gut. Insbesondere beim Steinobst (Kirsche) gab es sehr große Mengen, sodass es hier eine sehr gute Ernte gab. Aufgrund der Hitze war das Vorkommen der Kirschessigfliege in diesem Jahr kein größeres Problem, sodass vor allem auch in den Haus- und Kleingärten ein guter bis sehr guter Ertrag erzielt wurde.
Bei den Pflaumen / Zwetschgen lieferten die Bäume in diesem Jahr einen sehr guten Ertrag. Aufgrund der vielen Früchte an den Bäumen waren die Früchte aber teils kleiner. Bei den Äpfeln und Birnen trugen die Bäume gut bis teilweise sehr gut, ebenso die Walnüsse. Aufgrund des großen Fruchtbehangs kam es teilweise sogar zu Astbruch. Durch die anhaltende Hitze und Trockenheit, insbesondere nach Pfingsten, gab es teilweise einen starken Fruchtfall, der aber auch als eine natürliche Ausdünnung positiv gesehen werden kann. Neben der Erntemenge wirken sich Hitze und Trockenheit auch auf die Qualität der Früchte aus. Folgende Niederschläge haben dem Obst gutgetan. Es konnten gute Qualitäten geerntet werden.
"Jedes Jahr hat seine eigenen Herausforderungen. Die Handlungsmöglichkeiten der Landwirtinnen und Landwirte sind nach der Aussaat ziemlich gering. Bei Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen gibt es dann noch Spielräume, die dann auch konsequent genutzt werden. Insgesamt betrachtet ist auch 2025 durch die Arbeit unserer landwirtschaftlichen Betriebe wieder eine ausreichende Menge an Nahrungs- und Futtermitteln in sehr guter Qualität erzeugt worden", so das Fazit von Tiemo Hofmann und Tomma Bieling.


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