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Pressemitteilung

Nr. 321 vom 30.07.2025

Ostalbkreis belegt ersten Platz beim Wettbewerb "Straßenoasen"

Staatssekretärin Zimmer übergibt Tafel "Straßenoase" für Siegerprojekt

Zum zweiten Mal in Folge belegt der Ostalbkreis im Wettbewerb "Straßenoasen" den ersten Platz in der Kategorie Artenschutz. Staatssekretärin Elke Zimmer vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg nahm dies nun nach der Preisverleihung in Stuttgart im vergangenen Dezember zum Anlass, sich persönlich vor Ort über die Gewinner-Fläche zwischen Schrezheim und Espachweiler am Rotkäppele zu informieren und die Sieger-Tafel zu überreichen.
"Der Artenschutz wird im Ostalbkreis großgeschrieben. Der Landkreis hat hier vorbildliche Bedingungen für Insekten, Reptilien und kleine Säugetiere geschaffen. Die Fläche ist ein Musterbeispiel dafür, wie man die Artenvielfalt erhält und wertvolle Lebensräume für die kleinen aber sehr wichtigen Tiere gestaltet. So werden sonst eher triste Orte entlang von Straßen wieder mit Leben gefüllt", sagte Elke Zimmer.

Der Ostalbkreis hatte Mitte der 1990er Jahre die Kreisstraße 3333 zwischen Schrezheim und Espachweiler verlegt, anschließend die ehemalige Fahrbahn rekultiviert und als wassergebundenen Weg ausgebildet. Der alte Baumbestand konnte erhalten werden und wurde um neue Feldgehölze und Obstbäume auf den nördlichen Nebenflächen der Kreisstraße ergänzt. Zudem wurden Lebensstätten für Insekten, Reptilien und Kleinsäuger geschaffen. Durch die fachgerechte Pflege des Areals durch das Straßenbetriebspersonal des Kreises entwickelte sich auf der Fläche das geschützte Biotop „Hecken südlich von Schrezheim“.

Bauarbeiten am Rad- und Gehweg gaben vor vier Jahren schließlich den Anstoß für eine Erweiterung und artenschutzgerechte Gestaltung der Nebenflächen als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt, und vor allem für eine dort lebende Eidechsenpopulation.

Gemeinsam wurde abgestimmt mit den Flächeneigentümern und durch die ehrenamtliche Arbeit engagierter Bürger eine Treppenanlage mit Trockenmauern aus Natursteinen mit einem Plateau und wassergebundenen Wegeflächen zur Erschließung der Hügelkuppe gebaut. Dazu gesellten sich noch diverse private Geld- und Sachspenden für die Sitzgruppe und die sonstige Gestaltung. Die Treppe und die Trockenmauern wurden aus recycelten Natursteinen aus einem Abriss und ehemaligen Bordsteinen hergestellt.

Im Rahmen der Ausbildung zukünftiger Straßenwärter wurden im vergangenen Sommer auf den Richtung Süden ausgerichteten Böschungen der K 3333 Steinriegel als Eidechsenhabitate hergestellt, die von Sandlinsen umgeben sind und von Umrandungen aus Totholz begrenzt werden. Errichtet wurde außerdem ein Insektenhotel, es wurden Wurzelstuben und Steine aus der Jagst positioniert, Gräben mit steinernen Barrieren versehen, um die Versickerung des Oberflächenwassers zu steigern, und Brachestreifen an den Böschungen wurden mit gebietstypischen Saatgutmischungen angesäht.

"Wir sind sehr stolz darauf, dass erneut eines unserer Projekte Platz 1 belegt hat und dass unser Engagement in Sachen Arten- und Klimaschutz jetzt als regionales Vorzeigeprojekt gilt", freute sich Landrat Dr. Joachim Bläse. Gleichzeitig dankte er allen ehrenamtlich Beteiligten, den Beschäftigten des Geschäftsbereichs Verkehrsinfrastruktur und dem Team der Straßenmeisterei Ellwangen, namentlich deren Leiter Anton Galumbo und seinem Stellvertreter Manuel Lutz sowie Peter Mayer und den beiden Auszubildenden Maximilian Klos und Noah Wagner, für ihr Engagement. "Mit den einzelnen Maßnahmen innerhalb dieses Projekts zeigen wir ganz praxisnah, wie unserer Straßenbetriebsdienst Verantwortung für unser Ökosystem übernimmt. Und wir zeigen damit gleichzeitig, dass jede und jeder auf relativ einfache Weise und auf sehr begrenzten Flächen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten schaffen kann."

Beim anschließenden Rundgang wurde deutlich, dass die Straßenoase am Rotkäppele nicht nur einen Mehrwert für Flora und Fauna, sondern auch einen Ort zum Innehalten und für den Naturgenuss des Menschen bietet.


INFO:
Der Ostalbkreis beteiligt sich zudem seit 2018 aktiv am Förderprogramm des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Hierbei wurden bislang knapp zehn Hektar Grünfläche auf 36 Einzelflächen im Extensivbereich der Straßen gefräst und mit heimischen Ackerkräutern und Gräsern eingesät.

Seit der Mähsaison 2023 wird im Ostalbkreis in einigen Bereichen außerdem der Extensivbereich nur abschnittsweise, das heißt räumlich und zeitlich versetzt, gemäht.
Die stehengelassenen Abschnitte bieten einer Vielzahl von Tierarten die Möglichkeit, sich während oder unmittelbar nach dem Mähgang zurückzuziehen, etwa um Schutz und Deckung vor Fressfeinden zu finden. Diese Rückzugsgebiete können später als Ausgangspunkt für Neubesiedlungen oder Populationsneubegründungen dienen. Durch eine abschnittsweise Pflege lassen sich auch die negativen Auswirkungen eines plötzlichen und großflächigen Verschwindens von Nahrungsquellen reduzieren. Zur Einführung dieser neuen Methodik wurden die Beschäftigten des Straßenbetriebsdienstes informiert und geschult.

Staatssekretärin Elke Zimmer (2. v. r.) übergibt die Tafel „Straßenoasen“ an die Auszubildenden der Straßenmeisterei Ellwangen im Beisein von Landrat Dr. Joachim Bläse (rechts) und Dezernent Karl Kurz (links).

Staatssekretärin Elke Zimmer (2. v. r.) übergibt die Tafel „Straßenoasen“ an die Auszubildenden der Straßenmeisterei Ellwangen im Beisein von Landrat Dr. Joachim Bläse (rechts) und Dezernent Karl Kurz (links).
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Kontakt

Landratsamt Ostalbkreis

Pressestelle
Susanne Dietterle

Stuttgarter Straße 41
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Telefon 07361 503-1312
Telefax 07361 50358-1312