Logo Ostalbkreis
Leichte Sprache – zur Erklärung in Leichter Sprache Gebärdensprache – Erklärung
Suche

Pressemitteilung

Nr. 490 vom 05.11.2026

Katastrophenschutzübung im Landratsamt - Führungsstab trainiert Bewältigung eines großflächigen Waldbrands

Der Führungsstab hat im Landratsamt die Bewältigung einer außergewöhnlichen Einsatzlage (AEL) geübt. Im Mittelpunkt stand ein großflächiger Waldbrand südlich von Bopfingen, der sich aufgrund wechselnder Winde schnell ausbreitete und im weiteren Verlauf mehrere Evakuierungsmaßnahmen erforderlich machte.

Nach dem Übungsszenario mussten unter anderem ein Zeltlager sowie die Ortschaft Härtsfeldhausen evakuiert werden. Als Aufnahme- und Betreuungsstelle war die Egerhalle in Aufhausen vorgesehen. Durch zunehmenden Westwind drohte zudem ein Übergreifen der Brände auf den angrenzenden bayerischen Landkreis. Die dortige Integrierte Regionalleitstelle, Behörden und Einsatzkräfte galt es deshalb fiktiv mit einzubeziehen. Zusätzlich kam es im Verlauf der Übung zu einem Stromausfall in mehreren Ortsteilen der Gemeinde Riesbürg.

Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit und Entscheidungsprozesse innerhalb des Führungsstabs zu überprüfen und die Bewältigung mehrerer gleichzeitig auftretender Schadenslagen zu trainieren. Dazu gehörten unter anderem die Lagebewertung, die Koordination von Einsatzkräften und Ressourcen, die Organisation von Evakuierung und Betreuung sowie die Abstimmung mit den betroffenen Kommunen und den benachbarten Landkreisen.

"Ein solches Szenario stellt hohe Anforderungen an die Einsatzleitung und an alle beteiligten Organisationen. Gerade das gleichzeitige Auftreten verschiedener Schadenslagen erfordert klare Kommunikationswege, schnelle Entscheidungen und eine enge Zusammenarbeit", so Kreisbrandmeister Andreas Straub, der den ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder des Führungsstabs hervorhebt. "Alle Übungsteilnehmer engagieren sich in ihrer Freizeit, um sich auf den Einsatz in Krisen vorzubereiten." Sebastian Ams leitete den Führungsstab im Aalener Kreishaus, Matthias Herdeg die Führungsgruppe Härtsfeld/Ipf, welche die Einsatzleitung vor Ort übernommen hatte.

Mit den Einsatzkräften erfolgten per Funk und in Online-Besprechungen laufende Abstimmungen zur Lage. Dadurch konnten die Lageentwicklung, notwendige Maßnahmen und der Bedarf an Einsatzkräften und Ressourcen praxisnah besprochen und in die Arbeit des Führungsstabs im Landratsamt einbezogen werden. Als Fachberater für den Führungsstab nahmen Vertreter der Integrierten Regionalleitstelle Ostwürttemberg, des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks teil.

Ein weiterer Schwerpunkt der Übung lag auf der Bevölkerungswarnung und Krisenkommunikation. Für das Szenario wurden Warn- und Informationsmaßnahmen für die betroffenen Kommunen, das Zeltlager und die aufnehmende Gemeinde vorbereitet und aufeinander abgestimmt. Geübt wurden unter anderem die schnelle Bewertung der Lage, die Formulierung verständlicher Warnhinweise sowie die Weitergabe verlässlicher Informationen über WarnApps und weitere Kanäle. Dabei wurde auch berücksichtigt, wie die Bevölkerung bei einem Stromausfall erreicht und über Notfalltreffpunkte, Evakuierungswege und Betreuungsangebote informiert werden kann. Ziel war es, Informationen gemeinsam mit der Integrierten Regionalleitstelle Ostwürttemberg und der Pressestelle der Kreisverwaltung schnell, einheitlich und transparent zu verbreiten, Orientierung zu geben und Vertrauen in die Maßnahmen der Einsatzleitung zu stärken.

KI-gestützte Software erstmals testweise eingesetzt
Neu an dieser Übung war der testweise Einsatz einer KI-gestützten Software der aiddevs GmbH. Das System schrieb das Übungsszenario dynamisch fort und generierte für die verschiedenen Stabsbereiche fortlaufend neue Herausforderungen. Einbezogen waren die Bereiche Personal und Inneres, Dienst, Lage, Einsatz, Versorgung, Presse- und Medienarbeit sowie IUK. Auf diese Weise wurden die Stabsmitglieder wiederholt mit veränderten Rahmenbedingungen und neuen Lageentwicklungen konfrontiert.

Der Einsatz der Software diente dabei ausdrücklich nicht der automatisierten Entscheidungsfindung. Vielmehr sollte er realitätsnahe und dynamische Entwicklungen abbilden und die Stabsarbeit unter wechselnden Bedingungen testen. Die Erfahrungen aus der Übung sollen nun ausgewertet und für die Weiterentwicklung der Einsatzplanung und der technischen Unterstützung genutzt werden.

"Die Übung hat gezeigt, wie wichtig eine frühzeitige Abstimmung zwischen den beteiligten Behörden, Feuerwehren und weiteren Partnern des Bevölkerungsschutzes ist. Durch regelmäßige Übungen können Abläufe überprüft, Schnittstellen verbessert und Erkenntnisse für den Ernstfall gewonnen werden. Der Führungsstab ist kurzfristig einsatzbereit und verfügt über die erforderliche Routine und das notwendige Know-how, um Krisensituationen zu bewältigen", so das Fazit von Kreisbrandmeister Andreas Straub.

Mehr zu diesem Thema

Brand- und Katastrophenschutz