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Pressemitteilung

Nr. 476 vom 28.10.2026

Mut zum Morgen: Bildungskonferenz entwickelt Werkzeuge für eine Welt im Wandel

Wie können junge Menschen auf eine Zukunft vorbereitet werden, die von tiefgreifenden technologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen geprägt ist? Mit dieser Leitfrage beschäftigte sich die Bildungskonferenz des Bündnisses Schule der Zukunft Schwäbisch Gmünd am 22. Oktober 2026 in der Aula des Berufsschulzentrums. Unter dem Titel "Mut zum Morgen - Werkzeuge für eine Welt im Wandel" kamen Akteurinnen und Akteure aus Schule, Lehrkräftebildung, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft zusammen.

Praxisnahe Angebote für Schulen und Lehrkräfte
Zum Auftakt erhielten die Teilnehmenden Einblicke in den Angebotskatalog des Bündnisses. Dieser bündelt praxisnahe Projekte, Fortbildungen und Kooperationsmöglichkeiten für unterschiedliche Schularten und Klassenstufen. Die Angebote reichen von kreativen Zukunftsgeschichten, Demokratie- und Wertebildung sowie inklusiver Didaktik über KI-gestütztes Lernen und Makerspaces bis hin zu Berufsorientierung, Sprach- und Verbraucherbildung.

Der Katalog macht zugleich den besonderen Ansatz des Bündnisses sichtbar: Schulen, Hochschule, Lehrkräftebildung und Bildungsverwaltung entwickeln gemeinsam Angebote und führen wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Erfahrungen aus der schulischen Praxis zusammen. Dadurch soll der Transfer in alle drei Phasen der Lehrkräftebildung – Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildung – gestärkt werden. Schulen können einzelne Projekte erproben, schulinterne Fortbildungen vereinbaren oder sich an längerfristigen Entwicklungsprozessen beteiligen.

Sieben Handlungsfelder im gemeinsamen Austausch
In zwei aufeinanderfolgenden Diskussionsrunden vertieften die Teilnehmenden zentrale Handlungsfelder des Bündnisses. Dabei ging es nicht allein um fachliches Wissen, sondern insbesondere um Beteiligung, Selbstwirksamkeit, Urteilsfähigkeit, Kreativität, Resilienz und Verantwortungsbewusstsein. Diskutiert wurde zu Demokratiebildung, Digitalität, Begabtenförderung, sozialer und emotionaler Bildung, Elternarbeit sowie diskriminierungskritischer, inklusiver und sonderpädagogischer Bildung; jeweils angeleitet durch Expertinnen und Experten des Bündnisses.

Die Ergebnisse der Foren bildeten die Grundlage für die spätere Podiumsdiskussion. Als wiederkehrende Anliegen wurden unter anderem verlässliche Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen, erfahrbare Selbstwirksamkeit, eine klare Werteorientierung, tragfähige Beziehungen sowie ein reflektierter Umgang mit digitalen Technologien herausgearbeitet. Zugleich wurde deutlich, dass diese Themen nicht auf einzelne Projekte beschränkt bleiben dürfen, sondern dauerhaft im Unterricht und in der Schulentwicklung verankert werden müssen, um die gewünschte Wirkung entfalten zu können.

Positive Zukunftsorientierung als gemeinsame Aufgabe
Nach einem musikalischen Auftakt durch das Percussion-Duo Philipp Kühn und Dylan Hedrich der Musikschule Waldstetten begrüßten Landrat Dr. Joachim Bläse und Oberbürgermeister Richard Arnold die Gäste zum Abendprogramm. Beide hoben die Bedeutung einer positiven und handlungsorientierten Zusammenarbeit hervor. Angesichts komplexer Veränderungen brauche es starke regionale Netzwerke, die jungen Menschen Orientierung geben und ihnen Vertrauen in die eigene Gestaltungsfähigkeit vermitteln.

Den Wirtschaftsimpuls gestaltete Dr. Michelangelo Masini, Head of Corporate Research and Technology der Carl Zeiss AG. Er verdeutlichte, welche fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen in einer sich wandelnden Arbeitswelt bereits heute an Bedeutung gewinnen. Neben fundiertem Fachwissen seien insbesondere Abstraktions- und Urteilsvermögen, Neugier, Anpassungs- und Transferfähigkeit sowie Selbstreflexion, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein entscheidend, um sich erfolgreich in einem technologiegetriebenen Konzern einzubringen und dessen Zukunft aktiv mitzugestalten.

Schülerinnen und Schüler bringen ihre Perspektive ein
In der anschließenden, von Ute Soldierer moderierten Podiumsdiskussion ging es um die Frage, was Schülerinnen und Schüler benötigen, um die in der künftigen Arbeitswelt gefragten Kompetenzen zu erwerben und den Herausforderungen der Zukunft selbstbewusst zu begegnen. Darüber diskutierten Landrat Dr. Joachim Bläse, Claudia Rugart vom Regierungspräsidium Stuttgart, Dr. Michelangelo Masini sowie Enie und Kim Rayhle als Vertretung der SMV. Mit ihren unmittelbaren Einblicken in den Schulalltag brachten die beiden jungen Erwachsenen konkrete Herausforderungen, Erwartungen und Wünsche aus Sicht der Schülerinnen und Schüler in die Diskussion ein.

Die Podiumsgäste griffen zentrale Thesen aus den Diskussionsforen auf und beleuchteten sie aus den Perspektiven von Bildungspolitik, Wirtschaft und schulischer Praxis. Dabei wurde deutlich: Junge Menschen brauchen echte Beteiligungsmöglichkeiten, verlässliche Beziehungen und Lernräume, in denen sie Verantwortung übernehmen, eigene Ideen erproben und die Wirkung ihres Handelns unmittelbar erfahren können. Zugleich gilt es, faire Startchancen zu schaffen und Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern, damit ihr Bildungserfolg möglichst wenig von ihrer sozioökonomischen Herkunft abhängt.

Ein starkes regionales Bündnis
Die Bildungskonferenz wurde vom Bündnis Schule der Zukunft Schwäbisch Gmünd organisiert, eine strategische regionale Bildungskooperation zwischen dem Landratsamt Ostalbkreis, der Stadt Schwäbisch Gmünd, der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, der ZSL‑Regionalstelle Schwäbisch Gmünd, den Lehrerbildungsseminaren Schwäbisch Gmünd (GS und Sek I sowie PFS und FS SoP), der Abteilung 7 "Schule und Bildung" des Regierungspräsidiums Stuttgart, dem Staatlichen Schulamt Göppingen sowie nbs e.V. mit SCORA (Schools Opposing Racism and Antisemitism).

Ziel ist es, die schulische Bildungslandschaft in Schwäbisch Gmünd und im Ostalbkreis nachhaltig weiterzuentwickeln, innovative pädagogische Ansätze praxisnah umzusetzen und den Transfer in alle drei Phasen der Lehrerbildung (Studium, Vorbereitungsdienst, Fortbildung) zu stärken.

Der fachliche Austausch klang bei einem gemeinsamen Umtrunk und persönlichen Gesprächen aus.

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