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Pressemitteilung

Nr. 473 vom 27.10.2026

Mehr wissen. Mehr entscheiden. Mehr erreichen. – Frauen auf dem Weg in die finanzielle Selbstbestimmung

Wie wirken sich berufliche Entscheidungen auf die langfristige finanzielle Absicherung aus? Welche Folgen haben Minijob, Teilzeitarbeit und berufliche Auszeiten für die spätere Rente? Und wie können Frauen ihre Stärken selbstbewusst einsetzen, um ihre persönlichen und beruflichen Ziele zu verwirklichen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Thementag "Frauen und Finanzen – Weichen stellen für mehr Unabhängigkeit". 63 Teilnehmende kamen zusammen, um sich zu informieren, individuelle Perspektiven zu entwickeln und neue Anregungen für die eigene Zukunft mitzunehmen.

Der Thementag "Frauen und Finanzen" der Kampagne WOMEN beleuchtete am 23. Oktober im Kreishaus Aalen vor diesem Hintergrund die individuellen Handlungsmöglichkeiten von Frauen. Organisiert wurde die Veranstaltung von Daniela Masur und Sylvia Gremerath, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters Ostalbkreis und der Agentur für Arbeit Aalen, sowie Anne Nitschke, Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf Ostalbkreis.

Den Auftakt im Plenum gestaltete Christina Wieland, Fachanwältin für Arbeits- und Familienrecht. In ihrem Impulsvortrag richtete sie den Blick insbesondere auf die mittel- und langfristigen Folgen beruflicher und persönlicher Entscheidungen. Sie erläuterte eindrücklich wie Entgelt, Arbeitszeit und Erwerbsunterbrechungen das eigene Lebenseinkommen beeinflussen. Für sie gehören Planung und offene, klare Kommunikation in Partnerschaften zu den Voraussetzungen für finanzielle Chancengleichheit. Und sie stellt klar, dass zwar familienrechtliche Ansprüche im Einzelfall helfen, niemals aber eine dauerhafte eigene Vorsorge ersetzen können. Veränderungen im Familienleben, eine Scheidung, die Erkrankung oder der Tod des Partners können Frauen vor erhebliche finanzielle Herausforderungen stellen, wenn sie über kein ausreichendes eigenes Einkommen verfügen.

Wie sich unterschiedliche Berufsverläufe konkret auf die gesetzliche Altersrente auswirken, erläuterte anschließend Julia Allert von der Deutschen Rentenversicherung. Anhand konkreter Rechenbeispiele verdeutlichte sie, welche Einbußen sich bei der späteren Rentenhöhe ergeben können, wenn Frauen aufgrund der Kindererziehung ihre Arbeitszeit reduzieren oder über mehrere Jahre nicht erwerbstätig sind. Allert vermittelte den Teilnehmenden damit eine wichtige Grundlage, um die eigene Altersvorsorge besser einschätzen und weitere Schritte zur finanziellen Absicherung planen zu können. Der Vortrag unterstrich, dass die Rentenperspektive bei beruflichen und familiären Entscheidungen von Anfang an mitgedacht werden sollte.

Nach den Vorträgen im Plenum boten drei Workshops Gelegenheit, einzelne Themen zu vertiefen und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten in den Blick zu nehmen.

Margit Nowotny, Psychologin, widmete sich in ihrem Workshop "Stark, echt selbstbestimmt" der Frage, warum Frauen ihr Potenzial leben dürfen und wie sie mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln können. Mit ihrer nahbaren Art schlug sie eine Brücke zwischen den Erfahrungen beeindruckender Frauen aus der Vergangenheit und den Herausforderungen, vor denen Frauen heute stehen.

Anhand von vier beeindruckenden Frauenbiografien zeigte sie, wie Menschen trotz schwieriger Lebensumstände und gegen gesellschaftliche Widerstände ihren eigenen Weg gestalten können. Die Geschichten regten dazu an, eigene Stärken bewusster wahrzunehmen und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Der Workshop setzte damit einen besonderen Akzent: Neben fachlichem Wissen und wirtschaftlicher Vorsorge spielen auch innere Überzeugungen, Mut und Selbstvertrauen eine wichtige Rolle. Der anschließende rege Austausch zeigte, wie viel Unterstützung Frauen heutzutage immer noch benötigen, um ihren beruflichen Weg zu gehen. Nowotny betont: "Es genügt eine Person, die an Dich glaubt, damit Du Deinen Weg auch unter schwierigen Voraussetzungen gehen kannst!".

Romina Vetter, Vertriebstrainerin bei der Kreissparkasse Ostalb, stellte in ihrem Workshop "Weichen stellen für meine finanzielle Unabhängigkeit - Wie Frauen finanziell auf eigenen Füßen stehen" die individuelle Finanzplanung in den Mittelpunkt. Was bedeutet finanzielle Unabhängigkeit? Für eine Teilnehmerin bedeutet sie "…dass mein Geld für mich arbeiten kann und ich nicht abhängig bin von meinem Erwerbseinkommen oder von dem des Partners". Vetter betonte, dass finanzielle Verantwortung innerhalb einer Partnerschaft gemeinsam getragen werden sollte. Umso wichtiger sei es, Väter mit in die Verantwortung zu nehmen und etwa den eigenen Erwerbsausfall durch das Einzahlen in einen Fonds auszugleichen, sofern die Familien diese finanzielle Möglichkeit haben. Ein Schwerpunkt lag auf konkreten Schritten zum Vermögensaufbau: die eigene finanzielle Situation erfassen, Rücklagen bilden, Ziele definieren und passende Sparmöglichkeiten prüfen. Ein persönlicher Finanz-Check-up gab den Teilnehmenden Gelegenheit, die eigene Ausgangslage zu reflektieren. Ihr Fazit: "Finanzielle Unabhängigkeit entsteht nicht an einem einzigen Tag. Sie entsteht mit Klarheit und vielen kleinen, aber auch konsequenten Entscheidungen – und die wichtigste Entscheidung ist vielleicht, die eigene finanzielle Zukunft nicht dem Zufall zu überlassen."

Wie sich finanzielle Handlungsspielräume auch mit einem begrenzten Budget erweitern lassen, zeigte der Workshop der Schuldnerberatung des Landratsamts Ostalbkreis. Unter dem Titel "Frauen mit Pfiff haben ihre Finanzen im Griff – cleverer Umgang mit Geld und Konsum" vermittelten Heidi Gläss und Lara Hähnel alltagsnahe Strategien für einen bewussten Umgang mit Geld.

Anhand eines Praxisbeispiels aus der Schuldnerberatung erarbeiteten die Teilnehmende mögliche Einsparungen und Lösungsansätze. Themen waren unter anderem das Führen eines Haushaltsbuches, der bewusste Umgang mit Werbung und Konsum sowie mögliche finanzielle Unterstützungsleistungen. Besonders wichtig war den Referentinnen, konkrete und umsetzbare Lösungen aufzuzeigen, ohne zu belehren oder den Zeigefinger zu erheben. In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre erhielten die Teilnehmende zahlreiche praktische Anregungen, die sie direkt in ihren Alltag mitnehmen können.

Der Thementag verband juristisches Wissen und Informationen zur Altersvorsorge mit konkreten Strategien für die persönliche Finanzplanung und Impulsen zur Stärkung des Selbstbewusstseins. Dabei wurde deutlich: Finanzielle Unabhängigkeit hat viele Facetten – von fairen Entscheidungen innerhalb einer Partnerschaft über den langfristigen Vermögensaufbau bis hin zum souveränen Umgang mit dem eigenen Budget.

Die Botschaft der Kampagne WOMEN: Die eigene Zukunft beginnt mit den Entscheidungen von heute. Wer seine Möglichkeiten kennt, finanzielle Fragen offen anspricht und frühzeitig plant, schafft sich mehr Spielraum für morgen.

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