Pressemitteilung
Nr. 471 vom 27.10.2026
Gut vorbereitet für den Notfall – Resilienzzentrum Ostalbkreis zu Gast beim Solotutti-Treff in Schwäbisch Gmünd
Ein Notfall betrifft nicht alle Menschen auf dieselbe Weise. Wer ein Hörgerät trägt, kann bei Warnmeldungen, die beispielsweise über akustische Signale einer Warn-App oder Sirenen erfolgen, auf zusätzliche Informationswege angewiesen sein. Dazu gehören etwa visuelle Warnmeldungen auf dem Smartphone oder schriftliche Informationen im Internet.
Für Eltern stellt sich die Frage, wie sie ihre Kinder erreichen können, wenn diese sich während einer Krise in der Kindertageseinrichtung oder der Schule aufhalten. Hier können beispielsweise Eltern vorab klären, über welche Wege die Einrichtung im Notfall erreichbar ist und wie Informationen zu Verbleib und Wohlergehen der Kinder weitergegeben werden. Eine solche Vorbereitung kann dazu beitragen, dass Eltern in einer Krisensituation handlungsfähig bleiben.
Solche konkreten Fragen kamen beim Besuch des Resilienzzentrums Ostalbkreis beim offenen (Allein)ErziehendenTreff Solotutti der a.l.s.o. e. V. in Schwäbisch Gmünd zur Sprache. Der Austausch zeigte, wie eng persönliche Notfallvorsorge mit den individuellen Lebensumständen der Menschen verbunden ist. Für Menschen, die regelmäßig medizinische Unterstützung zu Hause erhalten, kann es beispielsweise hilfreich sein, frühzeitig zu klären, welche Ansprechpersonen bei kurzfristigen Änderungen der Versorgung weiterhelfen können.
Nach einer kurzen Vorstellung des Resilienzzentrums und seiner Aufgaben ging es zunächst um grundlegende Fragen des Bevölkerungsschutzes, darunter was eine Krise ist, welche Gefahrenlagen auftreten und wo Menschen im Notfall Unterstützung finden können. Auch die Notfalltreffpunkte und Leuchttürme in Schwäbisch Gmünd wurden als mögliche Anlaufstellen vorgestellt.
Anschließend stand die praktische Notfallvorsorge im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurde besprochen, was zu einem Notvorrat gehört und welche Gegenstände in einem Notgepäck sinnvoll sind. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Warnung der Bevölkerung. Dabei lernten die Teilnehmenden verschiedene Möglichkeiten kennen, Warnmeldungen zu empfangen und sich auch bei einem Stromausfall oder dem Ausfall gewohnter Kommunikationswege über die aktuelle Lage zu informieren.
Besonders aufschlussreich wurde der Austausch dort, wo allgemeine Vorsorgeempfehlungen auf die konkreten Lebenssituationen der Teilnehmenden trafen. In den Gesprächen wurden Fragen und Sorgen angesprochen, die bei der Notfallvorsorge leicht aus dem Blick geraten können. So ging es beispielsweise darum, wie ältere oder alleinlebende Angehörige im Krisenfall unterstützt werden können und welche Rolle Nachbarschaftshilfe spielt, wenn vertraute Ansprechpersonen nicht erreichbar sind. Während sich einige bereits mit der persönlichen Notfallvorsorge beschäftigt hatten, setzten sich andere erstmals mit dem Thema auseinander.
Auch für das Resilienzzentrum bot der Austausch wertvolle Einblicke. Er machte deutlich, dass es nicht nur darum geht, Informationen bereitzustellen, sondern auch darum, mögliche Hürden zu erkennen und verschiedene Bedürfnisse bei der Vermittlung von Vorsorgewissen mitzudenken. Denn gute Notfallvorsorge bedeutet mehr als einen angelegten Notvorrat oder ein gepacktes Notgepäck. Sie beginnt damit, die Lebensrealität der Menschen zu berücksichtigen und ihnen verständliche, alltagsnahe Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
"Begegnungen wie diese leisten somit einen wichtigen Beitrag. Sie ermöglichen es, Wissen praxisnah zu vermitteln, Fragen aus dem Alltag aufzugreifen und die Perspektiven der Menschen in die Arbeit des Resilienzzentrums einfließen zu lassen", dankte Sabrina Günther vom Resilienzzentrum dem a.l.s.o. e. V. und dem Solotutti-Team für die Einladung, die offene Atmosphäre und den wertvollen Austausch.