Pressemitteilung
Nr. 470 vom 27.10.2026
Landwirtschaft und Naturschutz im Mittelpunkt - Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaften informieren sich über den Fortschritt der Baumaßnahmen in der Flurneuordnung Riesbürg-Goldburghausen
Die Flurneuordnung in Goldburghausen stand bei der diesjährigen Zusammenkunft der Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaften aus dem Ostalbkreis und dem Landkreis Heidenheim im Vordergrund. Auf Einladung von Landrat Dr. Joachim Bläse informierten sich die Teilnehmenden kürzlich bei einer Exkursion über den Fortgang der Arbeiten im Flurneuordnungsgebiet.
Bei der rund zweistündigen Fahrt durch das Verfahrensgebiet wurden die bereits umgesetzten und die bevorstehenden Maßnahmen erläutert. An der Exkursion nahmen neben Landrat Dr. Joachim Bläse und den Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaften die Erste Landesbeamtin Gabriele Seefried, Bürgermeister Willibald Freihart, der Geschäftsbereichsleiter Landwirtschaft Gerrit Kleemann, der Geschäftsbereichsleiter Flurneuordnung Bernd Schindler sowie weitere Mitarbeitende des Landratsamts und des Verbands der Teilnehmergemeinschaften teil.
Am 25. September 2025 war der erste Spatenstich für die Baumaßnahmen in der Flurneuordnung Riesbürg-Goldburghausen durchgeführt worden. Der erste Bauabschnitt im Bereich östlich der Kreisstraße K 3304 und östlich von Goldburghausen kann nun voraussichtlich Anfang November 2026 mit den Asphaltierungsarbeiten abgeschlossen werden. Dieser Bauabschnitt wurde von der Firma Semmer GmbH aus Insingen durchgeführt.
Im nächsten Bauabschnitt, der voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November 2026 startet, werden die Wegebaumaßnahmen und Rekultivierungen der nicht mehr benötigten Wege westlich der Kreisstraße K 3304 sowie südlich von Goldburghausen umgesetzt. Die Arbeiten übernimmt die Bortolazzi Straßenbau GmbH aus Bopfingen. Für diesen Bauabschnitt ist wiederum eine Bauzeit von voraussichtlich etwa einem Jahr vorgesehen.
Vermessung schafft Grundlage für die Neuordnung
Parallel zu den Bauarbeiten führt der Geschäftsbereich Flurneuordnung des Landratsamts umfangreiche Vermessungsarbeiten durch. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die spätere Neuverteilung der Grundstücke.
Ökologische Maßnahmen folgen
Neben der Verbesserung der landwirtschaftlichen Infrastruktur verfolgt die Flurneuordnung auch wichtige ökologische Ziele. Südlich von Goldburghausen soll das ehemalige Niedermoorgebiet "Goldburghauser Ried“ auf einer Fläche von rund 8,5 Hektar langfristig renaturiert und wiedervernässt werden. Im künftigen Moorgebiet laufen bereits vorbereitende Maßnahmen, unter anderem Extensivierungen. Die eigentlichen baulichen Maßnahmen zur Renaturierung werden nach Umsetzung der Bodenordnung durchgeführt. Mit diesen Arbeiten ist daher voraussichtlich erst in ein paar Jahren zu rechnen. Das Verfahren verbindet damit die Verbesserung der landwirtschaftlichen Bedingungen mit einer langfristigen ökologischen Entwicklung der Landschaft.
Für die gesamte Flurneuordnung Riesbürg-Goldburghausen sind Kosten von rund 4,4 Millionen Euro veranschlagt. Rund 3,6 Millionen werden durch Zuschüsse aus Bundes- und Landesmitteln gedeckt. Der verbleibenden Kosten werden von den Teilnehmern an der Flurneuordnung sowie den Gemeinden Riesbürg und Kirchheim am Ries getragen. Derzeit wird im Auftrag der Teilnehmergemeinschaft von den Teilnehmern der zweite Beitragsvorschuss erhoben.
Die Exkursionsteilnehmer zeigten sich an den bereits umgesetzten Maßnahmen und den noch folgenden Maßnahmen der Flurneuordnung sehr interessiert. Im Anschluss an die Exkursion fand ein Informations- und Meinungsaustausch im Gemeindezentrum statt.
Hintergrundinformationen:
Das 2015 angeordnete Flurneuordnungsverfahren umfasst rund 500 Hektar und betrifft etwa 100 Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer. Grundlage für die Umsetzung der Baumaßnahmen ist der im Jahr 2024 vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung genehmigte Plan nach § 41 Flurbereinigungsgesetz Ziel des Verfahrens ist es, die Grundstücke und das Wegenetz an die heutigen Anforderungen anzupassen. Dadurch sollen die landwirtschaftlichen Flächen künftig besser erreichbar und effizienter bewirtschaftbar sein. Weitere Informationen unter: lgl-bw.de/3506
Ansprechperson beim Landratsamt Ostalbkreis, Geschäftsbereich Flurneuordnung, sind Moritz Karbstein (Projektleiter), Telefon 07961 567-3303 und Michael Blau (Technischer Projektleiter), Telefon 07961 567-3311. Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft der Flurneuordnung Riesbürg-Goldburghausen wird durch Jürgen Schied (Vorsitzender) und Karl Böhm (stellvertretender Vorsitzender) vertreten.