Logo Ostalbkreis
Leichte Sprache – zur Erklärung in Leichter Sprache Gebärdensprache – Erklärung
Suche

Pressemitteilung

Nr. 463 vom 23.10.2026

Mein Wald ist Zukunft - Rege Beteiligung an der Auftaktveranstaltung zur gemeinschaftlichen Waldbewirtschaftung für Privatwaldbesitzende in Schwäbisch Gmünd / Weiler in den Bergen

Viele Waldbesitzende stehen heute vor großen Herausforderungen bei der Waldbewirtschaftung. Im Forstrevier Weiler i. d. B. möchte nun die Initiative "Mein Wald ist Zukunft" neue Wege gehen. Die Auftaktveranstaltung zu dieser Initiative fand unter Beteiligung von über 130 Interessierten in der Bernhardushalle in Weiler in den Bergen statt.

Kleinstparzellen und höhere Anforderungen an Bewirtschaftung
Im Ostalbkreis gibt es rund 10.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer; eine Privatwaldparzelle ist im Durchschnitt etwa nur halb so groß wie ein Fußballfeld. Diese sehr kleinen Waldflächen erschweren die Bewirtschaftung und machen die Pflege teuer. Hinzu kommt, dass viele der Waldbesitzenden heute nicht mehr über die erforderlichen Maschinen, das forstliche Fachwissen oder schlicht die nötige Zeit verfügen. Gleichzeitig stellen Klimawandel, Trockenheit, Stürme und Schädlinge immer höhere Anforderungen an eine fachgerechte und vorausschauende Waldbewirtschaftung.

Die Initiative "Mein Wald ist Zukunft" setzt auf gemeinschaftliche Waldbewirtschaftung, um den Privatwald zukunftsfähig zu machen. Eine Projektgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Forstbetriebsgemeinschaft Hornberg, der Forstverwaltung des Ostalbkreises, der Holzvermarktungsgemeinschaft (HVG) sowie der Firma Unique land use GmbH hat das dazugehörige Konzept erarbeitet. Das Vorhaben wurde vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg gefördert.

Eigentum behalten – gemeinsam Wirtschaften
Waldbesitzende schließen sich freiwillig zusammen und bündeln die Bewirtschaftung ihrer Waldflächen. Maßnahmen können dadurch gemeinsam geplant und wirtschaftlich umgesetzt werden. So entstehen größere, sinnvoll abgegrenzte Bewirtschaftungseinheiten – auch dort, wo einzelne Grundstücke für sich genommen kaum noch wirtschaftlich oder fachgerecht bewirtschaftet werden können. Das Eigentum an den Flächen bleibt vollständig erhalten. Die Zusammenarbeit erfolgt auf vertraglicher Grundlage. Organisation und Koordination übernimmt ein von den Waldbesitzenden getragener Verein.

Konzept der gemeinschaftlichen Waldbewirtschaftung vorgestellt
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung stellten Mitglieder der Projektgruppe das Konzept der Initiative "Mein Wald ist Zukunft" vor. Bei einer Podiumsdiskussion mit Fachleuten aus der Projektgruppe, der zuständigen Revierleiterin und Waldbesitzenden wurden zentrale Fragen der gemeinschaftlichen Waldbewirtschaftung beleuchtet: Wie werden Kosten und Erlöse der Bewirtschaftung auf die Mitglieder verteilt? Welche waldbauliche Behandlung ist für die gemeinschaftlichen Wälder vorgesehen und können Mitglieder weiterhin Brennholz im jeweils eigenen Flurstück machen?

Anschließend hatten die interessierten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Kleingruppen Gelegenheit, im persönlichen Gespräch mit Mitgliedern der Projektgruppe weitere Fragen zu stellen sowie eigene Erfahrungen und Ideen einzubringen.

"Wir freuen uns, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind und so ein breites Interesse an einer gemeinschaftlichen Waldbewirtschaftung besteht", sagte Jens-Olaf Weiher, Forstdezernent des Ostalbkreises und Mitglied der Projektgruppe "Mein Wald ist Zukunft", im Nachgang zur Veranstaltung. "Wir werden nun die nächsten Schritte zur Vereinsgründung anstoßen und eine konkrete Planung für das erste Geschäftsjahr erstellen. Mit diesen Zahlen können wir dann die bisherigen Interessenten in einer Reihe weiterer Veranstaltungen konkreter informieren."

Die Gründung des Vereins "Mein Wald ist Zukunft" wird derzeit vorbereitet und ist für Ende November vorgesehen. Waldbesitzende können sich bereits melden und ihre Waldflächen in das Projekt einbringen. Das Projektgebiet umfasst die Gewanne Bargauer Horn, Bernhardus, Emersberg und Burghalde auf den Gemarkungen Bargau und Weiler in den Bergen.

Informationen, Ansprechpersonen für individuelle Fragen und weitere Informationstermine (im Saal, online und im Wald) sind unter http://meinwaldistzukunft.de abrufbar.

Mehr zu diesem Thema

Wald und Forstwirtschaft