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Pressemitteilung

Nr. 426 vom 30.09.2026

Waldbesitzerinfotag in Bopfingen: Fichtenbewirtschaftung im Klimawandel zukunftsfähig gestalten

Über 100 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aus dem Ostalbkreis nahmen am Waldbesitzerinfotag am 25. September in Bopfingen teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Fichtenbestände angesichts zunehmender Trockenheit, steigender Temperaturen, heftiger Stürme und wachsender Borkenkäfergefahr zeitgemäß bewirtschaftet werden können.

Eröffnet wurde der Waldbesitzerinfotag durch den Bürgermeister der Stadt Bopfingen, Dr. Gunter Bühler. In seiner Begrüßung hob er die Bedeutung der Forstwirtschaft und der Holzindustrie für die Raumschaft hervor. "Die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sind ein wichtiges Klientel für unsere Region. Sie leisten mit der Bewirtschaftung ihrer Wälder nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Pflege unserer Kulturlandschaft, sondern sichern zugleich die Grundlage für eine leistungsfähige regionale Holzindustrie", betonte Dr. Bühler. Gerade angesichts des Klimawandels sei es wichtig, den Austausch zwischen Waldbesitzenden, Forstverwaltung und den Unternehmen der Holzbranche zu stärken.

Auf einem Parcours mit sechs Stationen gab das Forstpersonal der Forst-Außenstelle Bopfingen der Unteren Forstbehörde des Ostalbkreises zusammen mit der Holzverkaufsgemeinschaft Schwäbisch-Fränkischer Wald / Ostalb praxisnahe Antworten auf aktuelle Fragestellungen rund um die Fichtenbewirtschaftung im Klimawandel. Thematisiert wurden unter anderem rechtzeitige Pflegeeingriffe und frühe Durchforstungsmodelle. Dabei ging es insbesondere darum, die Durchmesserentwicklung zu fördern, die Stabilität der Einzelbäume zu verbessern und die Widerstandsfähigkeit der Bestände gegenüber Stürmen, Trockenheit und Borkenkäferbefall zu erhöhen.

Weitere Schwerpunkte waren die Anreicherung der Bestände mit Mischbaumarten, eine standortgerechte Baumartenwahl auf entstandenen Freiflächen sowie das Borkenkäfermanagement. Anhand konkreter Waldbilder konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Behandlungsstrategien unmittelbar im Bestand nachvollziehen und mit den Fachleuten diskutieren.

In der Einführungsrede wurde die besondere Bedeutung der Fichte für die Region herausgestellt: "Die Fichte ist nach wie vor die prägende Baumart unserer Heimat. Sie ist das Rückgrat vieler Forstbetriebe und dominiert unsere Bestände." Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass sich die Rahmenbedingungen grundlegend verändern. "Langfristig betrachtet wird die Fichte aufgrund der aktuellen Klimaprognosen für unsere Lagen als ungeeignet eingestuft." Dennoch sei ein vollständiger Rückzug aus der Fichtenbewirtschaftung keine Lösung. Ziel müsse es vielmehr sein, vorhandene Bestände so lange wie möglich stabil zu halten und zugleich die Anpassung an den Klimawandel voranzutreiben. "Das Zauberwort der Stunde heißt: konsequente Pflege", so eine zentrale Botschaft der Begrüßungsrede der Forst-Außenstellenleiterin Christina Schwarz. Durch frühzeitige und kräftige Durchforstungen könnten die Kronen und Wurzeln der verbleibenden Fichten gestärkt werden.

Parallel dazu gelte es, die Weichen für die nächste Waldgeneration zu stellen. Entstehende Freiflächen und notwendige Pflegemaßnahmen sollten genutzt werden, um alternative und standortgerechte Baumarten einzubringen. Auch das natürliche Verjüngungspotenzial der bestehenden Bestände müsse konsequent genutzt werden. "Der Wald von morgen wird bunt, gemischt und strukturiert sein", wurde als langfristige Perspektive formuliert.

Neben den fachlichen Informationen bot der Waldbesitzerinfotag Gelegenheit zum Austausch zwischen den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, dem Forstpersonal sowie den Vertretern der Forstbetriebsgemeinschaften. Dabei wurde deutlich, dass viele Waldbesitzende vor ähnlichen Herausforderungen stehen und vom Erfahrungsaustausch sowie von praxisnahen Empfehlungen profitieren.

Die Forst-Außenstelle Bopfingen dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den beteiligten Forstbetriebsgemeinschaften und Unterstützern für den gelungenen Informationstag. Für das leibliche Wohl im Anschluss an den Stationenparcours sorgte die Aufhausener Feuerwehr.

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