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Pressemitteilung

Nr. 248 vom 11.06.2026

Mechanische Unkrautbekämpfung, Pflanzenschutzmittelreduktion und Direktsaat - Landwirte trafen sich zur Felderbegehung in Netzwerkbetrieben

Auf große Resonanz stieß vergangene Woche die gemeinsame Felderbegehung in Goldburghausen und Bopfingen-Edelmühle. Eingeladen hatten die landwirtschaftlichen Betriebe Thilo Albath und Alois Wohlfrom gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg, dem Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau und dem Geschäftsbereich Landwirtschaft des Landratsamts Ostalbkreis. Konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Unkrautmanagement und Pflanzenschutz mit reduziertem Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel oder sogar mit einem kompletten Verzicht gelingen kann.

Zwei wichtige Ziele des Biodiversitätsstärkungsgesetz vom Juli 2020 sind die Förderung und der Ausbau des ökologischen Landbaus sowie die Reduktion des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln. Als eine begleitende Maßnahme wurden Netzwerke von landwirtschaftlichen Betrieben in Baden-Württemberg eingerichtet, mit denen die Erreichung der Ziele aus dem Biodiversitätsstärkungsgesetz unterstützt werden.

Im Ostalbkreis gibt es mit der Kappelbauer Hof GbR in Goldburghausen einen Marktfruchtbetrieb mit regionaler Gemüseproduktion, der Partnerbetrieb im ÖkoNetzBW ist. Partnerbetrieb im Demonstrationsnetzwerk Pflanzenschutzmittelreduktion ist der Futterbaubetrieb von Alois Wohlfrom in Bopfingen-Edelmühle. Thilo Albath, Betriebsleiter der Kappelbauer Hof GbR teilt als Netzwerkbetrieb im Rahmen von verschiedenen Veranstaltungen und Gesprächsrunden mit interessierten Landwirtinnen und Landwirten seine Erfahrungen rund um die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Produkten im Ökolandbau. Alois Wohlfrom führt seit mehreren Jahren schon gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg und dem Geschäftsbereich Landwirtschaft des Landratsamts Ostalbkreis seit vielen Jahren Praxisversuche zu Fragestellungen rund um die Pflanzenschutzmittelreduktion durch. Karl-Otto Sprinzing, Berater beim Demobetriebsnetz Pflanzenschutzmittelreduktion BW, Eva Regel, Beraterin beim ÖkoNetzBW, und Tomma Bieling, stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin beim Geschäftsbereich Landwirtschaftdes Ostalbkreises konnten vor Ort über einhundert Teilnehmende begrüßen.

Thilo Albath berichtete über seine Erfahrungen im Unkrautmanagement in einem Ackerbohnenbestand. In diesem Zusammenhang wurden zwei verschiedene Hackgeräte vorgestellt und miteinander verglichen. Als erstes stellte Albath die Funktionsweise und den Aufbau seiner Hacke im Frontanbau vor, bei der vor allem das geringe Gewicht von Hacke und Schlepper positiv zum Tragen kommt. Er erklärte, welche Faktoren für den Erfolg der Unkrautbekämpfung entscheidend sind: Neben der richtigen Einstellung der Hacke und dem Zeitpunkt, zu dem gehackt wird, ist die Fruchtfolge und die Grundbodenbearbeitung von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Unkrautregulierung. Weiterhin gab es von Albath nützliche Praxistipps rund um das Thema Hacken.

Danach stellte Fabian Wendt von der GKW-Reimlingen GbR seine kameragesteuerte Hacke vor. Auch hier wurden Aufbau und Funktionsweise der Hacke erklärt. Die Kamerasteuerung an der Hacke erkennt den Verlauf der Pflanzenreihen und führt so die Hacke sicher in der Reihe. Weiterhin wurde die Funktionsweise der verschiedenen Hackschare erläutert und erklärt, welche Faktoren entscheidend für die Wahl der jeweiligen Hacktechnik sind. Abgerundet wurde der theoretische Input zum Thema Hacken durch den Einsatz beider Hacken in den Ackerbohnen, deren Ergebnisse verglichen und beurteilt wurden.

Im Anschluss besichtigten die Teilnehmenden die Praxisversuche auf den Flächen des Betriebs Alois Wohlfrom in Bopfingen-Edelmühle. Zunächst wurde der diesjährige Direktsaatversuch von Mais begangen. In diesem Versuch wird eine betriebsübliche Pflanzenschutzstrategie mit einer reduzierten Pflanzenschutzstrategie verglichen, wobei der Mais in zwei unterschiedliche Zwischenfrüchte direkt gesät wurde. Mit diesem Praxisversuch soll die unkrautbekämpfende Wirkung auf das Ungras Ackerfuchsschwanz untersucht werden.

Abschließend wurde ein Praxisversuch zur Mikronährstoffdüngung in Winterweizen besichtigt, bei dem die Kombination eines reduzierten Einsatzes von Fungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern untersucht wird. Die Mikronährstoffdüngung soll hierbei vor allem die Widerstandsfähigkeit von Getreide stärken. Zum Ende der Felderbegehung gab Martin Diemer, Pflanzenproduktionsberater beim Geschäftsbereich Landwirtschaft, noch wichtige Hinweise zum Thema Resistenzmanagement bei Unkräutern und informierte aktuelle Änderungen bei der Dokumentation von Pflanzenschutzanwendungen.