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Pressemitteilung

Nr. 18 vom 19.01.2026

Ein Jahr Trump: Neue Herausforderungen für die Europäische Union - Europoint Ostalb diskutiert transatlantische Beziehungen an der Hochschule Aalen

Welche Auswirkungen hat die Präsidentschaft Donald Trumps auf Europa und die Europäische Union? Mit dieser hochaktuellen Fragestellung beschäftigte sich eine Veranstaltung des Europoint Ostalb an der Hochschule Aalen, die in Kooperation mit der Hochschule Aalen, der Katholischen Erwachsenenbildung sowie dem Staatsministerium Baden-Württemberg durchgeführt wurde. Rund 180 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung und sorgten für einen gut besuchten und lebendigen Diskussionsabend.

Als Referent analysierte Arthur Landwehr, langjähriger USA-Korrespondent, Journalist und Autor sowie ehemaliger Chefredakteur des SWR Hörfunks, die Veränderungen der transatlantischen Beziehungen seit dem Amtsantritt Donald Trumps. Landwehr zeichnete ein differenziertes Bild der politischen Entwicklungen und ordnete Trumps Politik in einen größeren gesellschaftlichen und geopolitischen Kontext ein.

Nach Landwehrs Einschätzung sei Donald Trump faktisch aus der westlichen Wertegemeinschaft ausgetreten. Aus Trumps Sicht sei die bürgerschaftliche, postliberale Demokratie an ihre Grenzen gekommen sei. Während die Europäische Union auf komplexen Aushandlungs-prozessen und dem Prinzip beruhe, möglichst alle mitzunehmen, agiere Trump schnell, unilateral und interessengeleitet. So habe er mit einer einzigen Unterschrift den Austritt der USA aus rund 60 multilateralen Organisationen vollzogen. Die EU hingegen argumentiere weiterhin mit einer regelbasierten Ordnung – stoße jedoch an ihre Grenzen, wenn zentrale Akteure nicht mehr bereit seien, nach diesen Regeln zu spielen.

Besonders deutlich wurde der Gegensatz zwischen einer regelorientierten europäischen Politik und einer amerikanischen Interessenpolitik. Landwehr machte darauf aufmerksam, dass die EU in einer Geschwindigkeit getrieben werde, mit der ihre Institutionen kaum Schritt halten könnten. Die Schwerfälligkeit europäischer Entscheidungsprozesse vermittle dabei zunehmend den Eindruck politischer Dysfunktionalität, während Trump Probleme unmittelbar angehe – unabhängig von langfristigen Konsequenzen.

Auch die nationale Sicherheitsstrategie der USA wurde thematisiert. Diese sei in Europa vielfach als Angriff auf die EU verstanden worden. Bei genauerer Betrachtung gehe es jedoch vielmehr um die Wahrnehmung der USA, dass sich Europa von ihnen entferne. Dahinter stünden Fragen der eigenen Identität, des Führungsanspruchs sowie der Wunsch nach einer stärkeren christlichen Prägung der Gesellschaft. Aus amerikanischer Sicht teile das transatlantische Bündnis nicht länger dieselben Werte.

Landwehr zitierte Barack Obama, der diagnostizierte, dass Trump weniger Ursache als vielmehr Symptom tieferliegender gesellschaftlicher Probleme sei. Trump reagiere auf reale Ängste in der amerikanischen Bevölkerung – eine Entwicklung, die auch Europa betreffe. Der wachsende Rechtspopulismus stelle eine zentrale Herausforderung für die Europäische Union dar.

Abschließend formulierte Landwehr eine klare Aufgabe für Europa: Die EU müsse sich stärker einigen, ein wirtschaftliches Gegengewicht schaffen und gleichzeitig an den Grundwerten einer freien, rechtsbasierten Gesellschaft festhalten. Zugleich gelte es, den Menschen Heimat, Orientierung und Sicherheit zu geben.

Die anschließende Diskussion mit dem Publikum zeigte das große Interesse an der Thematik und machte deutlich, wie relevant die Zukunft der transatlantischen Beziehungen für Europa bleibt. Die Veranstaltung des Europoint Ostalb bot den Teilnehmenden fundierte Einblicke und wichtige Denkanstöße zur Rolle Europas in einer sich wandelnden Weltordnung.

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