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Pressemitteilung

Nr. 178 vom 05.05.2022

Hausärztliche Genossenschaft im Schwäbischen Wald gegründet

Auf Initiative des Landratsamts des Ostalbkreises und der Ärzteschaften Aalen und Schwäbisch Gmünd wurde die Genossenschaft MEDWALD zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im Schwäbischen Wald gegründet.

Zwölf Gemeinden und acht Ärztinnen und Ärzte schlossen sich am 4. Mai 2022 zusammen und gründeten die Genossenschaft MEDWALD. Das gemeinsame Ziel: Die Verbesserung der hausärztlichen Versorgungssituation im Schwäbischen Wald. Denn der von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg definierte hausärztliche Planungsbereich Schwäbischer Wald ist mit einem Versorgungsgrad von 63,2 Prozent der momentan am schlechtesten versorgte Bereich in Baden-Württemberg. Dies bedeutet, dass in der Region, in der etwa 35.000 Menschen leben, zehn Vollzeit tätige Hausärztinnen und -ärzte fehlen.

"Spätestens durch die Schließung der Hausarztpraxis von Wolfgang Schlipf Anfang April dieses Jahres wurde deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Viele Bürgerinnen und Bürger in Abtsgmünd und im gesamten Schwäbischen Wald stehen mittlerweile ohne Hausarzt da oder müssen weite Strecken zu Praxen zurücklegen, die noch keinen Patientenaufnahmestopp haben", erläuterte der Abtsgmünder Bürgermeister Armin Kiemel. Gemeinsam mit dem Durlanger Hausarzt Dr. Heiner Steinat wird er die Genossenschaft als Vorstand vertreten.

Das Konzept, dass sich die örtlichen Ärztinnen und Ärzte mit Kommunen zusammenschließen, um Medizinische Versorgungszentren (MVZs) zu gründen und zu betreiben, stammt vom Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen DIOMEDES. Deren Geschäftsführer Dr. Martin Felger erklärte: "Sehr viele junge Medizinerinnen und Mediziner möchten heute keine Verantwortung für eine eigene Praxis tragen. Sie wollen mehrheitlich im Angestelltenverhältnis, in Teilzeit und im Team arbeiten sowie von Verwaltungsaufgaben entlastet werden." Dies wird in den genossenschaftlichen MVZs möglich sein, denn ein Geschäftsführer wird sich um das Management der Praxen kümmern.

Auch für ältere Ärztinnen und Ärzte, die bald in den Ruhestand gehen möchten, ist die Möglichkeit, ohne die Last der Verwaltungstätigkeiten in Teilzeit medizinisch tätig zu sein, sehr attraktiv. Zudem wird ihnen die Aufgabe abgenommen, eine Nachfolge für ihre Praxen zu suchen. Dr. Sebastian Hock, Vorstandsvorsitzender der Ärzteschaft Aalen, sieht einen weiteren Vorteil: "Mit dem Betrieb von genossenschaftlichen MVZs wirken wir der Entwicklung entgegen, dass sich vermehrt private und teils ausländische Finanzinvestoren in das deutsche Gesundheitswesen einkaufen, indem sie Praxen als Renditeobjekte übernehmen."

Landrat Dr. Joachim Bläse, der die Gründungsversammlung der Genossenschaft eröffnete, lobte das gemeinsame Vorgehen von Ärzteschaft und Kommunalpolitik: "Mit der Gründung der Genossenschaft wurde ein weiterer Schritt in Richtung der langfristigen Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Ostalbkreis gegangen." Neben dem Aufbau der Genossenschaft setzt der Landkreis in Zusammenarbeit mit den Ärzteschaften und den Kliniken Ostalb schon seit 2020 zahlreiche Maßnahmen um. Dazu zählen beispielsweise die Durchführung von Teilraumkonferenzen, die Gründung des Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin oder das Aufsetzen eines Stipendienprogramms für Medizinstudierende.


In einem SWR Aktuell-Interview erklärt Dr. Heiner Steinat, warum dieses Modell genau zur richtigen Zeit kommt:
Zum SWR Aktuell-Interview

Teilnehmer der Gründungsversammlung

Teilnehmer der Gründungsversammlung
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Kontakt

Landratsamt Ostalbkreis

Pressestelle
Susanne Dietterle

Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen

Telefon 07361 503-1312
Telefax 07361 50358-1312