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Pressemitteilung

Nr. 560 vom 25.11.2021

Fachtagung "Gewalt ist nicht OK!" - Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen mit Behinderung – Behindertenbeauftragte des Ostalbkreis bezieht Stellung

"Die Resonanz des Fachtages war überwältigend. Fast 200 Expertinnen, Experten und interessierte Personen nahmen an der virtuellen Fachtagung "Gewalt ist nicht OK! -Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen mit Behinderung" teil", so Petra Pachner, Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung des Landratsamts Ostalbkreis. Im Mittelpunkt stand das Tabuthema Gewalt zum Auftakt des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen, der jährlich am 25. November stattfindet.

Zusammen mit fünf Mitgliedern der Landesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Behindertenbeauftragten in Baden-Württemberg wurde erstmalig das Thema Gewalt an Frauen mit Behinderung in dieser Form thematisiert. Die Veranstaltung sollte ein Zeichen setzen und darauf aufmerksam machen, dass Frauen und auch Männer mit Behinderung deutlich öfter von Gewalt betroffen sind.

"Frauen mit Behinderungen erleben dreimal häufiger körperliche, psychische und sexuelle Gewalt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Jede vierte Frau in Deutschland hat mindestens einen sexuellen Übergriff erlebt. Dabei haben es Frauen mit Behinderungen auch wesentlich schwerer, Hilfe und Unterstützung zu finden", so Pachner. Sie appellierte an die Verantwortlichen, Zugänge baulich und sprachlich barrierefrei zu gestalten und Schutzkonzepte zu fördern und einzurichten.

Den thematischen Auftakt bildete der Vortrag „Gewalt gegenüber Frauen mit Behinderung“ von Professorin Dr. Anja Teubert, Duale Hochschule Baden-Württemberg. Sie erläuterte Begrifflichkeiten, Formen der Gewalt sowie die Definition aus Sicht der Betroffenen. Gewalt findet meist im engeren sozialen Umfeld und selten spontan statt. Die Reaktionen aus dem Umfeld reichen von Verharmlosung und Verleugnung bis hin zu Verschleierung der Tatsachen.

Dr. Jana Offergeld, Deutsches Institut der Menschenrechte, setzte im anschließenden Vortrag den Schwerpunkt auf Gewalt gegen Frauen mit Behinderung aus menschenrechtlicher Perspektive. Sie wies auf die einschlägigen Menschenrechtsabkommen und die Istanbul-Konvention hin. Letztere ist ein Regelwerk zur Verhinderung von Gewalt an Frauen, welches unterstützende und sanktionierende Elemente enthält.

Als dritte Referentin widmete sich Simone Fischer, neue Beauftragte des Landes Baden-Württemberg für die Belange von Menschen mit Behinderungen, dem Thema "Handeln statt wegschauen! Fokus: Schutz vor Gewalt". Fischer betonte in diesem Zusammenhang die Bereitstellung von besseren Informationen, ein gutes Netzwerk der Unterstützungs- und Beratungsangebote sowie die Befähigung der Betroffenen eigene Rechte zu kennen und wahrzunehmen.

Fazit der Veranstaltung war: "Gewalt ist nicht OK". Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass diese Botschaft und damit verbundene Handlungen in die örtlichen Netzwerke transportiert werden sollen. "Ansatzpunkte im Umgang mit Gewalt sind Aufklärung der Betroffenen über ihre Rechte und die gemeinsame, gesellschaftliche Verantwortungsübernahme für den Schutz dieser Personengruppe", fasste Petra Pachner die Inhalte der gelungenen Veranstaltung zusammen.

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· Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Kontakt

Landratsamt Ostalbkreis

Pressestelle
Susanne Dietterle

Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen

Telefon 07361 503-1312
Telefax 07361 50358-1312