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Pressemitteilung

Nr. 447 vom 28.09.2021

Ostalb-Landrat informiert nach Schulstart über Infektionsgeschehen an Schulen und Pilotprojekt mit Lolli-Testungen

Im Rahmen eines Pressetermins gaben Landrat Dr. Joachim Bläse, Gesundheitsamtsleiterin Dr. Anna Rohr und Kreisschul- und Finanzdezernent Karl Kurz heute (28. September 2021) einen Überblick über die Entwicklung des Corona-Geschehens an den Schulen in den ersten beiden Wochen nach den Sommerferien. Anlass waren die Änderungen der Corona-Verordnung Absonderung und der Corona-Verordnung Schule des Landes zum Schuljahresbeginn 2021/22.

Deutlicher Anstieg der Infektionen während zweiter und dritter Corona-Welle
Immer wieder kam es seit Beginn der Corona-Pandemie im März des vergangenen Jahres auch zu Corona-Fällen in den Schulen und in Kitas. Von März bis September 2020 während der ersten Pandemie-Welle waren 92 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren positiv auf Corona getestet worden. Im Verlauf der zweiten und dritten Welle im Zeitraum vom September 2020 bis September 2021 hat sich jedoch allein die Zahl der an Schulen positiv Getesteten unter den Kindern und Jugendlichen erheblich erhöht. So weist die Statistik des Ostalb-Gesundheitsamts 332 positive Schülerinnen und Schüler zwischen 01.09.2020 und 31.08.2021 aus - darunter im Schuljahr 2020/21 ein größerer Ausbruch an einer Schule mit 15 Infektionsfällen und drei weitere Ausbrüche mit jeweils vier Fällen.

"Nach einem gemeldeten Primärfall hat das Gesundheitsamt die betroffene Schule kontaktiert, die Unterrichtssituation hinsichtlich Abständen, Lüftung und Einhaltung der Hygieneregeln analysiert und Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt", informierte Dr. Rohr. Wo erforderlich seien gemeinsam mit den Kreisärzteschaften Abstrichaktionen durchgeführt worden.

Angesichts bestehender Unsicherheiten bei den Eltern und einem großen Informationsdruck seitens der Öffentlichkeit hat die Landkreisverwaltung ab September 2020 auf ihrer Homepage täglich detailliert über das Infektionsgeschehen an Schulen und Kitas informiert. Die Pflege der Seite wurde zu Beginn der Sommerferien Ende Juli dieses Jahres vorübergehend eingestellt und soll künftig mit Blick auf die neue Multikomponenten-Strategie des Landes für die Schulen in veränderter Form fortgeführt werden. Am Ende eines Monats werden dann Statistiken zum Infektionsgeschehen an Schulen und an Kitas veröffentlicht. "Inzwischen haben sich die Abläufe vor Ort und die Zusammenarbeit mit unserem Gesundheitsamt eingespielt, die Information der Eltern im Falle von Coronafällen über die Einrichtungen funktioniert. Aus unserer Sicht es ist deshalb nicht mehr notwendig, jede einzelne Schule oder Kita namentlich zu benennen", betonte Landrat Dr. Joachim Bläse.

Landesstrategie für mehr Präsenzunterricht im neuen Schuljahr
Ziel sei es, berichtete Dr. Rohr, Corona-Einträge in Schulen zu verhindern, die Zahl der Exponierten und Übertragungen zu minimieren und damit einen Regelbetrieb in Präsenz zu ermöglich. Die grundlegenden Hygiene-Maßnahmen wie Maskenpflicht, gutes Lüften sowie eine serielle Testung und Testpflicht für Ungeimpfte blieben weiterhin bestehen.
Für nicht immunisierte Beschäftigte an Schulen bestehe eine tägliche Testpflicht. Für nicht immunisierte Schülerinnen und Schüler gilt seit dem 27.09.2021 eine dreimalige Testpflicht pro Woche. In Schulen, die PCR-Pooltests durchführen, bleibt es bei zwei Testungen pro Woche.

Neu seit diesem Schuljahr ist nun der Umgang mit positiv getesteten Schülerinnen und Schülern. Anhand eines Schaubild des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport erläuterte die Gesundheitsamtsleiterin, dass im Regelfall keine Ermittlung der Kontaktpersonen und Quarantäneanordnungen durch das Gesundheitsamt erfolgen. Vielmehr trete bei den Schülerinnen und Schülern im Umfeld einer positiv getesteten Person anstelle der Absonderung eine 5-tägige Testpflicht und nur der sogenannte Primärfall werde unverzüglich für 14 Tage in Quarantäne geschickt. Die jeweilige Schulklasse bleibt in dieser Zeit, z. B. in den Pausen, im Klassenverband zusammen und mischt sich nicht mit anderen Klassen. Sonderregelungen gelten auch für den Sport- und Musikunterricht.
"Erst wenn ein relevantes Ausbruchsgeschehen und eine hohe Infektionsdynamik vorliegt", so Dr. Rohr, "prüft das Gesundheitsamt, für welche Schülerinnen und Schüler oder gegebenenfalls die ganze Klasse Quarantäne angeordnet werden muss."

Seit September 2021waren 111 Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrkraft an 71 Schulen positiv. Der größte Ausbruch, also ein per Definition des Landes relevantes Ausbruchsgeschehen, war an einer Schule nach einem Schullandheim-Aufenthalt zu verzeichnen mit 28 Schülerinnen und Schülern. An zwei weiteren Schulen gab es Ausbrüche mit 6 und 7 Fällen.

Pilotprojekt PCR-Pooltests an Schulen ab Anfang Oktober
Gemeinsam mit den Bürgermeistern der Städte Aalen und Schwäbisch Gmünd sowie den Gemeinden Waldstetten und Gschwend kündigte Landrat Dr. Joachim Bläse an, dass im Laufe des Oktobers zehn Schulen mit insgesamt 2.610 Schülerinnen und Schülern PCR-Pooltestungen mit dem Lolli-Test-Verfahren erproben werden.

Dr. Rohr und Manuela Rathgeb, die als Ansprechpartnerin der Kreisverwaltung mit den Schulträgern und Schulen das Pilotprojekt vorbereitet hat, schilderten Details:
Es werden zwei Testtage pro Woche vorgesehen, an denen unter Aufsicht der Lehrkraft zu Unterrichtsbeginn für 30 Sekunden an einem Teststäbchen gelutscht wird. Die Teststäbchen der gesamten Klasse, also der Pool, werden per Kurier gesammelt an ein Labor transportiert und dort ausgewertet. Die Ergebnisse werden noch am selben Tag digital vom Labor an die von der Schule benannte Kontaktperson übermittelt.

Ist ein Pool positiv, müssen alle Poolteilnehmenden am nächsten Morgen in der Schule einzeln mittels Antigen-Schnelltest und zusätzlich mittels PCR-Einzeltest getestet werden. Wer beim Antigen-Schnelltest positiv ist, muss unverzüglich in Quarantäne. Dies gilt auch für nicht immunisierte Haushaltsangehörige der Kinder und Jugendlichen. Zusätzlich erfolgt zur Bestätigung des Ergebnisses beim positiv getesteten Kind oder Jugendlichen und bei allen anderen Poolteilnehmenden ein PCR-Einzeltest. Alle negativ Getesteten müssen sodann an insgesamt fünf aufeinander folgenden Schultagen einen Antigen-Schnelltest durchführen.
Die Ergebnisse der Einzeltestung werden den Eltern übermittelt. Positive Einzeltestergebnisse erhält außerdem auch das Gesundheitsamt.

"Uns ist bewusst, dass dieses Testverfahren einen hohen logistischen Aufwand wegen der Auswertung im Diagnostiklabor erfordert und an den Schulen mehr Zeit in Anspruch nimmt", erklärte der Landrat. "Gleichzeitig sind die PCR-Tests aber zuverlässiger und liefern eine geringere Anzahl an falschen Testergebnissen. Somit werden weniger Schülerinnen und Schüler in Quarantäne geschickt. Außerdem sind die Lolli-Tests einfacher zu handhaben und angenehmer bei der Anwendung. Deshalb wollen wir ab 4. Oktober bis zu den Herbstferien dieses Verfahren auf seine Praxistauglichkeit testen. Ich freue mich, dass sich Schulen in Aalen, Schwäbisch Gmünd, Gschwend und Waldstetten bereit erklärt haben, als Pilot zu fungieren."

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