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Pressemitteilung

Nr. 173 vom 28.04.2021

Bildungspolitische Sprecherin Margit Stumpp MdB besucht Kreismedienzentrum Ostalbkreis

Margit Stumpp MdB, Sprecherin für Bildungspolitik der Grünen im Deutschen Bundestag, informierte sich bei einem Besuch im Kreismedienzentrum Ostalbkreis im Schwäbisch Gmünder Landratsamt über den Fortschritt der Digitalisierung an Schulen und der Umsetzung der vom Bund und Land initiierten Förderprogramme.

Förderung ist im Ostalbkreis angekommen
Der Digitalpakt Schule mit seinen Zusatzverwaltungsvereinbarungen "Administration", "Sofortausstattungsprogramm" und "Leihgeräte für Lehrer" sowie das landeseigene Programm "Zukunftsland Baden-Württemberg – Unterstützung für Schulen" entfalten ihre gewünschte Wirkung auch im Ostalbkreis, nicht zuletzt beschleunigt durch pandemiebedingte Schulschließungen und die Herausforderungen ungewohnter Unterrichtsformen, so das Fazit des Leiters des Kreismedienzentrums, Benjamin Elser.
Eine Übersicht über die aktuellen Förderprogramme bietet das Landesmedienzentrum auf seiner Webseite unter: www.lmz-bw.de/beratung/digitalpakt-schule/uebersicht-der-foerderprogramme/

Ersatzbeschaffungen für digitale Ausstattung müssen sichergestellt sein
Mit dem Beschluss des Bundestages zur Änderung des Grundgesetzes 2018 wurden die Grundlagen geschaffen, deren Auswirkungen sich heute in beinahe jeder Schule widerspiegeln. "Erst durch die Änderung des Artikels 104c wurden für den Bund Milliardeninvestitionen in Schulen ermöglicht", erklärte Margit Stumpp. Durch ihre eigene, jahrelange Erfahrung im Schuldienst und der damit verbundenen Tätigkeit als Netzwerkbetreuerin an ihrer damaligen Schule, der Heid Tech, kennt sie die Herausforderungen der Digitalisierung und weiß, welche Aspekte der Medienbildung zentral sind. Über den Fortschritt der Medienentwicklungspläne an den Schulen in der Region zeigen sich Benjamin Elser und sein Stellvertreter Simon Wild sehr erfreut: "Wenn es ums Geld geht, kommt dann oft einfach der Schwabe durch bei vielen und das ist auch gut so." Als große Unsicherheit und damit Hemmschwelle sehen die beiden Berater am Kreismedienzentrum die ungeklärte Frage, wie es irgendwann einmal weitergeht, wenn der Digitalpakt Schule vorbei ist und die Schulträger vor dem Problem der Ersatzbeschaffungen stehen. "Viele unserer Träger befürchten, dass sie dann in ein paar Jahren einen Standard aufrechterhalten müssen, der jetzt gesetzt wurde und in der Zukunft aus eigenen Mitteln gestemmt werden muss“, so Schulnetzberater Wild. Die Grünenpolitikerin kann ein wenig beruhigen: "Die gesetzlichen Grundlagen sind geschaffen, dass Gelder auch in der Zukunft fließen können. Unabhängig davon, wer nach dem Sommer die Regierung stellen wird, kann es hier nicht bei einer Einmalzahlung bleiben." Auch was die Kosten der Administration angeht, könne man die Träger nicht auf sich alleine gestellt lassen. "Die rechtlichen Grundlagen für einen Geldfluss vom Bund sind auch hier bereits geschaffen", fügt sie hinzu.

Medienentwicklungsplan und Fortbildung sind Voraussetzung für Umsetzung an den Schulen - Pilotprojekt Tabletverwaltung an Grundschulen
Für das Kreismedienzentrum war die verpflichtende Erstellung eines Medienentwicklungsplans seitens der Schulen als Antragsvoraussetzung für den „Digitalpakt Schule“ ein Türöffner auch in denjenigen Schulen, die sie seither weniger erreicht haben. "Wir sind heute tiefer in den Schulen im Kreis verortet als jemals zuvor", so Elser. Auch, weil es mit einem Konzept zur Medienentwicklung nicht getan ist, sondern mit der Anschaffung digitaler Endgeräte auch ein enormer Fortbildungs- und Administrationsbedarf bei den Schulen und Trägern aufkommt. In beiden Bereichen sei man ein wichtiger Ansprechpartner vor Ort, fügt Wild hinzu. "Wir haben uns in der Vergangenheit von der Kreisbildstelle zum Kreismedienzentrum entwickelt und müssen uns nun entsprechend zum Medienkompetenzzentrum weiterentwickeln. Zumindest inhaltlich", so der Leiter weiter.

Aktuell befindet sich das Kreismedienzentrum in einer Pilotphase zur Tabletverwaltung für Grundschulen. Dabei geht es darum, die technische Verwaltung der mobilen Endgeräte aus der Schule hinaus zu verlagern. Am Kreismedienzentrum übernimmt Techniker Ralph-Dieter Obser in der Pilotphase die komplette technische Administration der Geräte. "Die Lehrerinnen und Lehrer sollen sich auf das Unterrichten konzentrieren und die Geräte niederschwellig und verlässlich einsetzen können. Nur wenn wir es schaffen, die Hürden für den Einsatz von Medien im Unterricht möglichst klein zu halten, schaffen wir es, in der Breite die nötige Akzeptanz zu erreichen", sind sich die beiden Medienzentrumsleitenden einig. Dazu gehört für das Kreismedienzentrum neben der Unterstützung bei der Verwaltung aber auch die Schulung der Lehrkräfte. Auch in diesem Bereich hat man mit dem Medienzentren-Verbund ein interessantes und vielseitiges Angebot geschaffen.

Gerade für Grundschulen sind Tablets eine sehr interessante Alternative zur herkömmlichen Arbeit mit dem PC. Die handlichen Alleskönner haben eine geringe Rüstzeit, sind leicht zu verwalten und durch ihre Handlichkeit zur fächerintegrativen Medienbildung bestens geeignet. Auch viele weiterführende Schulen entscheiden sich mittlerweile für Tablet-Lösungen als Ergänzung zum Computerraum. Beide Gerätetypen haben ihre Vor- und Nachteile. Wofür sich eine Schule entscheidet, muss aus einem Prozess aller Beteiligten hervorgehen. Genau deshalb sind Medienentwicklungsprozesse an den Schulen so wertvoll. Beim Entscheidungsprozess nehmen die Berater des Kreismedienzentrums gerne auch die Schulen an die Hand und zeigen Vor-, Nachteile und pädagogisch-didaktisches Potential der jeweiligen Geräteklassen auf. "Wir veranstalten regelmäßig pädagogische Tage oder Halbtage mit Kollegien aus Schulen im Landkreis. Dabei geht es oftmals konkret darum, das Potential der unterschiedlichen Geräte zu entdecken. Nur wenn man weiß, was damit perspektivisch möglich ist, kann man auch ein pädagogisches Konzept entwickeln", so Elser. Der Leitsatz: »Die Technik muss der Pädagogik folgen« ist zwar grundsätzlich richtig, man muss aber die zur Verfügung stehenden technischen Mittel und ihr Potential kennen, um überhaupt ein pädagogisches Gesamtkonzept denken zu können. Diese Huhn-Ei-Situation sieht Stumpp eher skeptisch. Für sie müsste die grundlegende Infrastruktur an Schulen bedingungslos geschaffen und den Schulen darauf aufbauend die Möglichkeit gegeben werden, sich innerhalb ihrer eigenen Schwerpunkte entwickeln zu können.
Eine Einschätzung, die auch die Medienzentrumsleitenden teilen: "Viele der Medienentwicklungspläne von Schulen, die gerade erst einsteigen in die Thematik, sind am Ende in der Basis sehr ähnlich. Aber den Austausch mit den Schulen und die Einbeziehung des Kollegiums in Entscheidungen hätten wir ohne eine Medienentwicklungsplanung nicht. Und um genau diese Prozessorientierung soll es ja bei einem MEP gehen", so die Leitenden.

Was man sich von der Politik wünsche, will Stumpp wissen: "Mehr Klarheit beim Datenschutz." In diesem Punkt sind sich Elser und Wild einig. Es kann nicht sein, dass für die Schulen im einen Kreis in Sachen Datenschutz andere Aussagen gelten als im Nachbarkreis. Die Abgeordnete kennt das Problem aus der eigenen Praxis und teilt das Anliegen.

Ostalbkreis und Kommunen arbeiten aktiv am Netzausbau
Ebenso die Dringlichkeit des Netzausbaus und einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur. Der Ostalbkreis hat in den vergangenen Jahren massive Anstrengungen unternommen, die kommunikationstechnische Grundversorgung signifikant zu verbessern. Dazu haben viele Akteure beigetragen: Telekommunikationsunternehmen durch die Aufrüstung des Bestandsnetzes, Versorgungsunternehmen und Stadt- und Gemeindewerke durch den Ausbau der passiven Leerrohrinfrastruktur und nicht zuletzt insbesondere die Kommunen und der Landkreis durch ein immenses Engagement vor allem bei der überörtlichen Backbone-Realisierung und dem Ausbau sowie den Vorbereitungen des Ausbaus eines innerörtlichen Breitbandnetzes. Dabei haben gerade die Inbetriebnahmen in den vergangenen beiden Jahren einen erheblichen Zuwachs an verfügbaren überörtlichen Backbonestrecken ergeben. Hier wurden zuletzt über 150 km Miettrassen der NetCom BW in das Backbonenetz des Ostalbkreises integriert, außerdem wurden über 80 km Neubautrassen fertiggestellt und bieten nun die Grundlage, die von den Kommunen des Landkreises errichteten innerörtlichen Netze mit den entsprechenden Daten-, Telefonie- und TV-Signalen zu versorgen.

Das Breitbandkompetenzzentrum des Ostalbkreises wird weiterhin den Ausbau des Backbones konzentriert vorantreiben. Auch die Kommunen im Ostalbkreis werden wie bisher umfassend in ihrem Ausbau der kommunalen Netze beraten und unterstützt. Damit sind die Voraussetzungen für einen weiteren kontinuierlichen Ausbau der Breitbandinfrastruktur sowohl innerorts als auch regional in den nächsten Jahren im Ostalbkreis gegeben. Damit Szenen aus dem Alltag einer Schule, die derzeit vom Kreismedienzentrum beraten wird, künftig der Vergangenheit angehören: "Wir haben eine Schulleitung in Beratung, die für eine Zwei-Faktor-Authentifzierung mit dem Auto in den nächsten Ort fahren muss, um eine SMS empfangen zu können und dann hoffen, dass der Code noch gültig ist, bis sie wieder zurück ist."

INFO: Das Kreismedienzentrum Ostalbkreis unterstützt als kreisweites Kompetenzzentrum Schulen und Bildungseinrichtungen im Bereich Medienbildung. Es unterstützt Lehrkräfte bei der Implementierung digitaler Medien in Schule und Unterricht und berät Schulen in den Bereichen Schulnetz, Medienpädagogik, Medienentwicklungsplanung, aktive Medienarbeit und weiteren. Als Verleihangebot stellt das Kreismedienzentrum den Schulen aktuelle Bildungsmedien und Geräte zur Verfügung.

Während der Pandemie können Schulen im Kreis die vom Kreismedienzentrum bereitgestellte Videokonferenzplattform Jitsi kostenlos für den Fernunterricht nutzen. Über die Plattform "SESAM" können Unterrichtsmedien aus dem Onlinebestand des Kreismedienzentrums kostenlos auch für das Fernlernen genutzt werden. Dabei lassen sich die Filme einfach per Link oder QR-Code für Schülerinnen und Schüler zugänglich machen.
Sowohl in Präsenz als auch in Form digitaler Abrufmodule bietet das Kreismedienzentrum in Zusammenarbeit mit dem Medienzentrenverbund der Stadt- und Kreismedienzentren sowie dem Landesmedienzentrum ein breites Spektrum an Fortbildungsveranstaltungen an. Nähere Informationen unter www.kmz-ostalbkreis.de

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