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Pressemitteilung

Nr. 45 vom 05.02.2021

Ostalbkreis fördert Projekte in Entwicklungsländern

Der Ausschuss für Soziales und Gesundheit und der Jugendhilfeausschuss des Ostalbkreises haben in einer gemeinsamen Sitzung die Förderung von weiteren sozialen Hilfsprojekten beschlossen. Insgesamt werden 46.000 Euro für acht Projekte vergeben. "Im Kreishaushalt stehen 100.000 Euro für Projekte in Entwicklungsländern und Krisengebieten zur Verfügung. Seit vielen Jahren unterstützt der Ostalbkreis Projekte, die von Menschen von hier organisiert und koordiniert werden. Damit ist gewährleistet, dass unsere Hilfe auch genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird", betont Landrat Dr. Joachim Bläse.

Üblicherweise werden die Spendenschecks den Antragstellern persönlich im Aalener Landratsamt übergeben, verbunden mit aktuellen Berichten über die Entwicklung der geförderten Projekte. "Aufgrund der Corona-Pandemie können wir bei dieser Bewilligungsrunde leider nicht wie bisher verfahren", so der Landrat, "wir wollen aber dennoch über die geförderten Projekte informieren."

4.000 Euro erhält Pfarrer Peter Palm vom Evangelischen Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd für ein Partnerschaftsprojekt im Süden Indiens. Bereits in den Jahren 1996 bis 2008 hatte der Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd eine Partnerschaft mit der Diözese Nandyal. Es gab viele persönliche Kontakte, die sich vor allem über die Kirchengemeinde Heubach entwickelten. Die Partnerschaft ist 2008 vertragsgemäß ausgelaufen. 2009 wurden dann im Zuge einer Reise Kontakte mit einem christlichen Krankenhaus in der Nähe von Trivandrum, der Hauptstadt von Süd-Kerala, geknüpft. Träger des Krankenhauses ist die südindische Kirche.

Nach vielen Überlegungen und Gesprächen entstand der Plan, mittellose Krankenschwesternschülerinnen des Hospitals in ihrer Ausbildungszeit finanziell zu unterstützen. Das Vorhaben wurde 2011 in einem neuen Partnerschaftsvertrag festgehalten. Die Schülerinnen vor Ort bemühen sich darum, aus ihrer Familie oder Verwandtschaft einen Teil der Ausbildungskosten selbst aufzubringen. Die Schule prüft Möglichkeiten und Bedarf. Wo es nötig ist, vermittelt die Schule ein Stipendium oder Teilstipendium.

Mit 3.000 Euro wird das Schulprojekt in der Region Manaslu in Nepal des Vereins "Menschen im Dialog" bedacht. Die Eltern und Lehrer kamen bereits Anfang des Jahres hilfesuchend auf den Verein um den Vorsitzenden Ralf Ledl zu. An der Pansing Primary School unterrichten insgesamt vier Lehrkräfte Kinder im Alter zwischen 5 und 10 Jahren. Es gibt keine Wasserversorgung vor Ort, geschweige denn sauberes Trinkwasser. Ebenso sind die Toiletten in einem desolaten Zustand. Um vom einen zum anderen Schulgebäude oder zur Toilette zu gelangen, müssen die Kinder Erdwälle und Steinmauern überwinden. Die Schule wird von staatlicher Seite mit Lehrmitteln, Lehrkräften und Schulmaterial unterstützt. Für bauliche Maßnahmen sind jedoch keine Mittel vorhanden. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf ungefähr 6.200 Euro, von denen rund 3.200 Euro mit Spenden abgedeckt werden können. Mit der Spende des Ostalbkreises können die fehlenden Mittel gedeckt werden.

Der Entwicklungshelfer Mike Zipf leitete viele Jahre die von den Comboni-Missionaren 1962 gegründete Bubenstadt in Esmeraldas/Ecuaodor, die insbesondere ein Schul- und Ausbildungszentrum umfasst. Ende 2011 hat Mike Zipf in der Diözese Esmeraldas in Ecuador neue Aufgaben übernommen. Der neueste Projektantrag bezieht sich auf die Betriebskosten der Gesamtschule "María Reina del Mundo" in Naranjal de los Chachi. Mit den Spenden sollen der Unterhalt und die Aktualisierung des Computerraums, die Ausstattung der Klassenräume mit Schulmöbeln, die Sanierung der sanitären Anlagen und Personalkosten abgedeckt werden. Die Gesamtschule wird derzeit von 400 Schülern besucht. Auf Grund der Corona Pandemie befindet sich die Schule in einer besonders kritischen Lage. Das Projekt soll im Februar 2021 beginnen und die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 8.500 Euro. Der Ostalbkreis fördert die Gesamtschule "María Reina del Mundo" in Naranjal de los Chachi mit 6.000 Euro.

Seit vielen Jahren leistet die Deutsch-Mosambikanische-Gesellschaft in vielfältiger Weise Unterstützung für junge Menschen in Mosambik. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche ohne ausreichende schulische Kenntnisse und Kinder aus ärmsten Verhältnissen, die von ihren Familien keine Unterstützung bekommen, bei der Aus- und Weiterbildung zu fördern. Der aktuelle Projektantrag der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft für das landwirtschaftliche Ausbildungszentrum in Mangol beläuft sich auf die Unterhaltungskosten im Jahr 2020. Es war ursprünglich vorgesehen, dass die Unterhaltungskosten durch den Verkauf von Produkten im zweiten Jahr reduziert werden. Allerdings kann das Ziel aufgrund der Corona-Krise nicht erreicht werden.

Folgende Ausbildungskurse laufen am Ausbildungszentrum in Mangol:

  • Ausbildungskurs Bienenzucht

  • Ausbildungskurs Geflügelzucht

  • Ausbildungskurs Obst- und Gemüseanbau


In jedem Ausbildungskurs befinden sich 15 Auszubildende. Der Unterricht in der Schule wurde ausgesetzt, jedoch wird in den praktischen Kursen mit den umliegenden Kleinbauern weiter zusammengearbeitet. Der Ostalbkreis fördert das Projekt mit 6.000 Euro.

Schwester Isabel Dietrich, die aus Neuler stammt, ist seit 48 Jahren in Ecuador engagiert. Sie hat dort das Kinderheim Santa Maria de la Esparanza gebaut und eine gemeinnützige Stiftung gegründet. Die Lebensaufgabe von Schwester Isabel und auch die finanzielle Situation ihrer Arbeit sind in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Der Staat kommt seiner vertraglich zugesicherten Verpflichtung zur finanziellen Unterstützung oft nicht nach, obwohl sich diese lediglich auf das Essen pro Tag und Kind bezieht. Es ist ein stetiges Ringen mit den Behörden und Schwester Isabel hat Sorge, die ihr anvertrauten Kinder nicht weiterhin begleiten zu können. Im Dezember 2019 flüchteten viele Menschen aus Hunger und großer Not von Venezuela nach Ecuador. Sie kamen dort völlig mittellos und ohne Hilfe an. Schwester Isabel kümmerte sich um die vielen, halbverhungerten Babys, die aufwendig aufgepäppelt werden müssen. Dann kam im März 2020 völlig unerwartet Corona hinzu, welches das Land und vor allem die Kinder, wie in vielen anderen Entwicklungsländer, besonders hart getroffen hat. Täglich kommen ganze Geschwistergruppen und viele Babys im Kinderheim an. Es mangelt an Vielem. Es müssen Schubladen als Babybettchen und alte Gardinen als Moskitoschutz herhalten. Der geringe Anteil zum Essen, den der Staat für die Kinder bisher bezahlt hat, blieb in diesem Jahr ganz aus. Das Kinderheim weiß nicht, wie es über die Runden kommen soll. Auf den Antrag von Helga Schranz unterstützt der Ostalbkreis das Missionsprojekt Santa Maria de la Esparanza in Ecuador von Schwester Isabel Dietrich mit 6.000 Euro.

Ludger Kirschey von der Peru-Gruppe Heubach hat für das Armenviertel in Laderas eine Förderung beantragt. Seit dem Jahr 2005 wird die Peru-Gruppe Heubach fast jährlich durch den Ostalbkreis unterstützt. Der 1. Vorsitzende des Vereins, Ludger Kirschey, schildert die Situation im Zuge der Corona-Pandemie im Armenviertel Laderas/Lima in Peru. Die Menschen in dem betreuten Armenviertel Laderas leiden unter den verhängten Ausgangssperren, die es ihnen verwehrten, ihren Berufen nachzugehen und das zum Überleben wichtige Einkommen zu verdienen. Den fest angestellten Mitarbeitern vor Ort kann der Verein zumindest eine teilweise Vergütung zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes zukommen lassen. Im März dieses Jahres hat der Verein angefangen, die Bevölkerung in Laderas mit sogenannten Care-Paketen zu versorgen, die vor Ort an die hilfebedürftigen Familien verteilt werden. Diese Nothilfe-Pakete beinhalten Lebensmittel und Hygieneartikel. Da immer noch nicht absehbar ist, wann die Menschen dort ihren Berufen wieder nachgehen können, benötigt der Verein dringende Spenden um weitere Nothilfe-Pakete verteilen zu können. 5.000 Euro wurden bewilligt.

Pfarrer Günther Freybler hat über den Ausschuss Mission-Entwicklung-Frieden der Salvatorgemeinde Aalen für ein Projekt in Argentinien 6.000 Euro beantragt und bewilligt bekommen. Seit über 40 Jahren lebt Pfarrer Günther Freybler, geboren in Aalen, in Bernal-Qulilmes, einem Vorort von Buenos Aires in Argentinien. Pfarrer Freybler ist Mitgründer der Trägerorganisation "Fundación Padre Angel Misionero Popular". Dieses Projekt ist auf elementarste Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet: Ernährung, Kleidung, Bildung und Gesundheit. In dieser Pandemie-Krise konzentriert sich die Organisation vor allem auf die Suppenküche. Zu jeder Suppenküche kommen im Durchschnitt rund 200 Personen. Ein weiteres Programm der Organisation ist "Cuidar los que cuiden" ("Schützen wir die, die andere schützen"). Hier fertigt die Organisation Gesichtsmasken, ökologisch hergestellte Taschen und Hygieneartikel, die an Familien und das freiwillige Personal der Suppenküche verteilt wird.

Seit einigen Jahren unterstützt und fördert der Ostalbkreis das Schulprojekt von Prof. Dr. Holgert Hebart und dem Verein El Pueblo Unido. Die Schule Aulas abiertas wurde 1994 für die Ärmste der Armen in Cajamarca eröffnet. Seither ist sie stetig gewachsen und ermöglicht heute ca. 250 Kindern, die sonst keine Chance auf Schuldbildung hätten, die Schule zu besuchen. Darüber hinaus erhalten die Kinder zwei feste Mahlzeiten, ein Frühstück und ein warmes Mittagessen sowie eine medizinische Betreuung. Mittlerweile sind zahlreiche Schäden am Bestandsgebäude aufgetreten, die überwiegend auf das fehlende Dach zurückzuführen sind. Insgesamt summieren sich die Maßnahmen auf ein Volumen von ca. 10.000 Euro, die bislang nicht über Spenden finanziert werden konnten. Der Verein ist aufgrund der Corona-Pandemie finanziell stark gefordert. Die Sanierung des Schulgebäudes wird vom Ostalbkreis mit 10.000 Euro unterstützt.

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Telefax 07361 50358-1312