Facebook
Youtube
Twitter
Instagram

Pressemitteilung

Nr. 512 vom 11.12.2020

Ostalbkreis nähert sich der 7-Tage-Inzidenz von 200 je 100.000 Einwohnern

Landrat Dr. Bläse informiert über Maßnahmen, die zusätzlich zu den ab morgen bereits landesweit verfügten Beschränkungen gelten würden, und ruft dringend zur Kontaktvermeidung auf

Stand Freitag, 11. Dezember 2020, verzeichnet der Ostalbkreis weitere 114 Neuinfektionen gegenüber dem Vortag. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten seit Beginn der Pandemie ist damit auf 5.601 gestiegen, wieder genesen sind 4.631, sodass aktuell 881 aktive Coronafälle gezählt werden. 89 Menschen sind mittlerweile an oder mit Corona verstorben. Die 7-Tage-Inzidenz des Ostalbkreises ist laut Landesgesundheitsamt auf 184,7 je 100.000 Einwohner gestiegen. "Damit sind wir nicht mehr weit von der 200er-Marke entfernt, bei der wir als Landkreis weitere deutliche, beschränkende Maßnahmen verfügen müssen", so Landrat Dr. Joachim Bläse. Grund für den starken Anstieg sind Corona-Ausbrüche in mehreren Gemeinschaftseinrichtungen sowie eine Zunahme des Infektionsgeschehens in Schulen und Kitas. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister wurden vom Landrat bereits in einer Videokonferenz informiert.

Landesweit geltende Ausgangsbeschränkungen
Das Landeskabinett hat am heutigen Freitagvormittag im Rahmen einer Sondersitzung bereits ab dem morgigen Samstag, 12. Dezember 2020, geltende weitergehende Einschränkungen beschlossen. Es gilt dann eine allgemeine Ausgangsbeschränkung für ganz Baden-Württemberg von 20:00 Uhr bis 5:00 Uhr. Ein Aufenthalt im öffentlichen Raum ist dann nur noch aus triftigen Gründen zulässig. Dazu gehören berufliche Tätigkeit, Inanspruchnahme von medizinischen und veterinärmedizinischen Leistungen, die begleitende Unterstützung von hilfebedürftigen Personen oder Minderjährigen, die Begleitung Sterbender oder akut Erkrankter, die Versorgung von Tieren sowie das Aufsuchen von Schule, Kita und Studienbetrieb. In der Zeit von 5:00 Uhr bis 20:00 Uhr ist ein Aufenthalt im öffentlichen Raum nur aus wichtigem Grund, wie zum Beispiel Besuch des Einzelhandels, zulässig. Unterwegs sein dürfen Personen des eigenen Haushalts und eines zweiten Haushalts, jedoch maximal fünf Personen, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht gezählt werden. Gremiensitzungen oder auch Versammlungen nach Art. 8 GG bleiben erlaubt. Bewegung an der frischen Luft ist nur noch alleine, mit einer weiteren Person oder Personen des eigenen Haushalts erlaubt. Der Ausschank und der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit werden generell untersagt.

Die Maßnahmen gelten für die Dauer von vier Wochen.

Am Sonntag, 13. Dezember 2020, ist eine erneute Abstimmung auf Bund-Länder-Ebene einberufen worden. Laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann werden aktuell weitere landesweite Verschärfungen diskutiert, sofern sich nicht die Bund-Länder-Konferenz auf ein bundesweites Vorgehen einigt, sowie ein Lockdown nach Weihnachten.

Verschärfungen ab Inzidenz 200 im Ostalbkreis
"Der Inzidenzwert von 200 muss an drei hintereinander folgenden Tagen überschritten sein, dann müssen wir nach den momentan geltenden Vorgaben des Landes Verschärfungen in einer Allgemeinverfügung regeln", erklärt Landrat Dr. Bläse, der die Bürgerinnen und Bürger über die dann festzulegenden Maßnahmen vorab informieren will, gleichzeitig aber angesichts des stetig ansteigenden Infektionsgeschehens dringend zur Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen aufruft. Bei einer fortgesetzten Entwicklung wie in den letzten Tagen erwartet die Landkreisverwaltung das Erreichen der 200er-Marke im Laufe der nächsten Woche. Für die Feststellung des Überschreitens der Inzidenz von 200 je 100.000 Einwohnern ist der Lagebericht des Landesgesundheitsamtes maßgeblich.

"Folgende Maßnahmen müssten für den Ostalbkreis laut der aktuell geltenden Hotspot-Strategie des Landes per Allgemeinverfügung geregelt werden - und zwar über die landesweit ab morgen ohnehin geltenden Ausgangsbeschränkungen hinaus", kündigt der Landrat an:

  • Im öffentlichen und privaten Raum dürfen sich nur noch Personen zweier Haushalte treffen, maximal jedoch 5 Personen. Kinder des jeweiligen Haushaltes bis einschließlich 14 Jahren sind hiervon ausgenommen. Verwandte in gerader Linie, Ehegatten, Lebenspartner oder Lebensgefährten in nicht ehelicher Lebensgemeinschaft, die nicht Teil dieser Haushalte sind, dürfen entgegen § 9 Abs. 1 Corona-Verordnung an den Ansammlungen und privaten Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen.

  • Veranstaltungsverbot: Verboten werden alle Veranstaltungen, ausgenommen von Religions-, Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften zur Religionsausübung (einschließlich Bestattungen, Urnenbeisetzungen und Totengebeten). Ebenfalls ausgenommen sind unter anderem auch die Teilnahme an Gerichtsterminen, Aussagen bei Polizei oder Staatsanwaltschaft, Sitzungen kommunaler Gremien sowie Wahlen und Abstimmungen. Das Verbot gilt ebenso nicht für Veranstaltungen, die für die Aufrechterhaltung des Arbeits-, Dienst- oder Geschäftsbetriebs, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der sozialen Fürsorge zwingend erforderlich sind und nicht aufgeschoben werden können.

  • Eine nicht-medizinische Alltagsmaske oder vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung muss auf Baustellen auch im Freien getragen werden, soweit der Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht sicher eingehalten werden kann.

  • Friseurbetriebe sowie Barbershops und Sonnenstudios werden geschlossen.
    Medizinische Behandlungen (zum Beispiel Physio- oder Ergotherapie, Psychotherapie, Logopädie, Podologie, medizinische Fußpflege sowie Massagen) bleiben möglich, sofern medizinisch notwendig. Arztbesuche bleiben generell erlaubt; gegebenenfalls ist die Ärztin oder der Arzt vorab telefonisch zu kontaktieren.

  • Öffentliche und private Sportstätten, Schwimm-, Hallen-, Thermal-, Spaßbäder und sonstige Bäder einschließlich Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden abweichend von der Corona-Verordnung auch für den Schulsport, Studienbetrieb sowie Freizeit- und Individualsport geschlossen.

  • Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nur nach vorherigem negativem Antigentest oder mit FFP2-Atemschutzmaske bzw. vergleichbarem Standard.

  • Einzelhandel: Verbote von besonderen Verkaufsaktionen (zum Beispiel Räumungs- oder Schlussverkäufe, besondere Rabattaktionen), bei denen unter anderem aufgrund des Eventcharakters oder erwarteten zusätzlichen Publikumsverkehrs ein größerer Zustrom von Menschenmengen erwartet werden kann. Ebenfalls verboten sind Märkte, welche nicht der Deckung des täglichen Lebensbedarfs dienen (zum Beispiel Flohmärkte, Jahrmärkte).


Erst wenn der 7-Tages-Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 200 je 100.000 Einwohnern liegt, würde die Allgemeinverfügung wieder aufgehoben werden.

Allerdings könne es sein, dass das Land diese oder vergleichbare Maßnahmen aus seiner Hotspot-Strategie im Laufe der nächsten Woche landesweit unabhängig von einer Kreisinzidenz über 200 anordnet, so der Landrat.

Aktuelles zum Coronavirus


Kontakt

Landratsamt Ostalbkreis

Pressestelle
Susanne Dietterle

Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen

Telefon 07361 503-1312
Telefax 07361 50358-1312