Pressemitteilung

Nr. 230 vom 12.05.2020

Gemeinsame Pressemitteilung des Landratsamts Ostalbkreises und der Kliniken Ostalb: Die Kliniken Ostalb kehren Schritt für Schritt zurück zum Klinikalltag

Wegen der Corona-Pandemie sind auch im Ostalbkreis in den drei Häusern der Kliniken Ostalb in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd sogenannte elektive, d.h. nicht dringliche, Behandlungen und Operationen aufgeschoben worden. Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg hat nun eine Konzeption für die schrittweise Wiederaufnahme des stationären Regelbetriebs in Krankenhäusern vorgelegt. Dementsprechend haben sich auch die Kliniken Ostalb vorbereitet, um den Klinikbetrieb sukzessive wieder hochzufahren. Landrat Klaus Pavel und Klinikvorstand Prof. Dr. Ulrich Solzbach informierten am 12. Mai 2020, wie die Kliniken Ostalb in den kommenden Tagen und Wochen schrittweise in den Klinikalltag zurückkehren wollen.

Seit Anfang März hatten die Kliniken Ostalb rund 50 Prozent der Betten für Corona-Patienten vorgehalten. Insgesamt 155 an COVID-19 erkrankte Patienten wurden seit Beginn der Corona-Pandemie (Stand 12. Mai) auf den Isolierstationen behandelt, 28 benötigten eine Intensivbetreuung. Auch vier Kinder waren unter den Erkrankten, hatten aber nur leichte bis mittlere Krankheitsverläufe. Alle planbaren Eingriffe waren größtenteils verschoben worden, Notfälle wurden aber weiterhin behandelt und auch während dieses Ausnahmenzustandes standen die Kliniken und Notaufnahmen allen Bürgerinnen und Bürgern an 365 Tagen an 24 Stunden zur Verfügung.
"Der Anteil der Klinikbetten, der für Corona-Patienten freigehalten wurde, soll nun ab dieser Woche nach und nach reduziert werden", kündigt Landrat Klaus Pavel an.

"Dabei orientieren wir uns an den Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit und des Landessozialministeriums. Diese schlagen eine stufenweise Ausweitung der Klinikbetten für Patienten mit elektiven Eingriffen in den kommenden Wochen vor. Somit sind wieder Behandlungen von Patienten mit planbaren Eingriffen wie etwa Hüft- oder Knieoperation möglich", konkretisiert Prof. Dr. Solzbach und versichert: "Durch die erweiterten Sicherheits- und Hygienebestimmungen in den Kliniken ist weiterhin eine höchstmögliche Sicherheit für alle Patienten sichergestellt!"

In der ersten Stufe werden seit dem 11. Mai 2020 die OP-Kapazitäten zu 70 Prozent wieder für Elektiveingriffe geöffnet. 25 Prozent der Intensivbetten werden für COVID-19-Patienten freigehalten. Die zweite, ab 25. Mai geplante Stufe sieht vor, dass die OP-Kapazitäten um zehn Prozent auf 80 Prozent für Elektiveingriffe erweitert werden. Und in der dritten Stufe, die ab 8. Juni 2020 greifen soll, wird die OP-Kapazität zu 90 Prozent für Elektiveingriffe geöffnet. Ebenfalls ab 8. Juni soll die Intensivbetten-Reserve schrittweise in 21-tägigen Abständen um jeweils fünf Prozent gesenkt werden.

"Selbstverständlich überprüfen wir täglich die einzelnen Schritte mit Blick auf die Entwicklung der Coronafälle in unseren drei Kliniken und passen den Klinikbetrieb im Bedarfsfall an den einzelnen Standorten in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd an", betont Prof. Dr. Solzbach. "Dies alles sind Schritte zurück zur Normalität, von der die Kliniken Ostalb allerdings noch ein gutes Stück entfernt sind. So wird das Besuchsverbot in unseren Häusern noch weiter gelten, da sich diese Maßnahmen bisher als sehr wirksam erwiesen haben. Ausnahmen sind natürlich weiterhin in Absprache mit der jeweiligen Station möglich. Auch wird täglich geprüft ab, wann eine Lockerung der Besucherregelung möglich ist."

"Wir werden die Entwicklung der Coronafälle im Ostalbkreis insgesamt genau beobachten und kurzfristig reagieren. Vergangene Woche hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bekanntlich die sogenannte ´Notbremse´ vereinbart, wonach innerhalb eines Landkreises wieder Beschränkungen verfügt werden müssen, sobald 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert werden. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl des Ostalbkreises wären dies 157 COVID-19-Neuerkrankungen binnen sieben Tagen.
Trotz der ersten Lockerungen hatten wir in der vergangenen Woche erfreulicherweise nur 35 Neuinfektionen", erklärt Landrat Pavel und ist zuversichtlich, dass das schrittweise Hochfahren der Kliniken trotz der geforderten Flexibilität, bei Bedarf wieder umzusteuern, unproblematisch ist.
"Ich danke an dieser Stelle dem Klinikvorstand und allen Beschäftigten in den Kliniken Ostalb, die in den vergangenen Wochen diese Sondersituation engagiert mitgestaltet und mitgetragen haben."

Nach wie vor seien im Rahmen des sogenannten Corona-Netzwerks im Ostalbkreis zudem die Ärztlichen Notfallzentren in der Aalener Greuthalle und der Schwäbisch Gmünder Großsporthalle eingerichtet, die aber bislang nicht aktiviert werden mussten. Wie es mit diesen weitergeht, soll laut Pavel bis zu den Pfingstferien entschieden werden, wenn abzusehen ist, wie sich die Infektionsraten entwickeln. Über die Perspektive für die von der Kassenärtzlichen Vereinigung getragenenen Fieberambulanzen, die in Aalen und Schwäbisch Gmünd als Anlaufstelle für Patienten für fieberhaften Infekten fungieren, will Pavel in den nächsten Tagen mit den Vertretern der Kreisärztschaften sprechen.

"Der Versorgungsauftrag hat für die Kliniken Ostalb nach wie vor den allerhöchsten Stellenwert", betonen Landrat Klaus Pavel und Prof. Dr. Ulrich Solzbach abschließend. "Bitte zögern Sie nicht, sich bei einem medizinischen Notfall an unsere zentralen Notaufnahmen zu wenden!"

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