Pressemitteilung

Nr. 201 vom 17.04.2020

Fieberambulanz in Schwäbisch Gmünd in der Katharinenstraße öffnet - Landrat Pavel und Dr. Erhard Bode: "Am 20. April ergänzen wir das medizinische Corona-Netzwerk im Ostalbkreis um die zweite Fieberambulanz!"

Am Montag, 20. April 2020 nimmt die zweite Fieberambulanz in Schwäbisch Gmünd ihren Betrieb auf. Der Eltern-Kind-Zentrum Wippidu e. V. hat seine Räume in der Katharinenstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zur Großsporthalle dafür zur Verfügung gestellt. In der Halle selbst hat der Landkreis - nach der Ulrich-Pfeifle-Halle in Aalen - das zweite Ärztliche Notfallzentrum eingerichtet. Landrat Klaus Pavel, Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Ulrich Solzbach von den Kliniken Ostalb, der Vorsitzende der Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd Dr. Erhard Bode und Dr. Alexander Stütz, Notfalldienst-Beauftragter der Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd, informieren über das Corona-Netzwerk im Ostalbkreis und die Funktion der Fieberambulanzen.

"Ziel der Fieberambulanzen ist es, unsere niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen zu entlasten", erläutern Dr. Bode, Dr. Stütz und Dr. Schuler. "Bei Erkrankungen der Atemwege wie Luftnot, Husten, Halsschmerzen oder auch Schnupfen und Fieber sollte zuerst der Hausarzt und außerhalb der Praxiszeiten die Notfallnummer der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117 angerufen werden. Da es in den Praxen vor Ort vielfach aber nicht so einfach ist, fiebernde Patienten mit Corona-Verdacht im Empfangs- und Wartebereich zu separieren, können seit dem 4. April Patienten mit fieberhaftem Infekt nach Aalen in die Fieberambulanz geschickt werden. Mit Eröffnung der Fieberambulanz in Schwäbisch Gmünd entfallen für die Patienten aus Schwäbisch Gmünd und Umgebung die weiten Wege. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die in der Gmünder Fieberambulanz arbeiten werden, verfügen dort über die für die Behandlung erforderliche Schutzausrüstung und Infrastruktur zur Diagnose."

Wenn nötig, kann der diensthabende Arzt dort beim Patienten gleich einen Corona-Abstrich vornehmen. Die bislang in Schwäbisch Gmünd auf dem Schießtalplatz betriebene Drive-in-Abstrichstelle wird im Zuge der Inbetriebnahme der Fieberambulanz abgebaut. Ausstattung, Schutzausrüstung und Betrieb der Fieberambulanz samt integrierter Abstrichstelle werden von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und dem Ostalbkreis finanziert.

Landrat Klaus Pavel nimmt die Eröffnung der Fieberambulanz und den parallel erfolgten Umbau der Großsporthalle zu einem Ärztlichen Notfallzentrum zum Anlass, allen Beschäftigten seines Hauses sowie des DRK-Kreisverbands Schwäbisch Gmünd, des THW, der Feuerwehren und der Kreisärzteschaft Schwäbisch Gmünd für ihren Einsatz zu danken. "Mein herzlicher Dank geht auch an die Stadt Schwäbisch Gmünd, die die Großsporthalle zur Verfügung stellt, und dem Eltern-Kind-Zentrum Wippidu e. V., der uns seine Räume für die Fieberambulanz überlässt!"

Dr. Joachim Bläse, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Schwäbisch Gmünd, zeigt sich begeistert über den ehrenamtlichen Einsatz: "Für den Aufbau der Infrastruktur waren 34 Verantwortliche unseres Hilfsdienstes aus den Ortsvereinen Iggingen, Schwäbischer Wald, Waldstetten, Lorch, Heubach und Mittelbronn sowie die Kreisbereitschaftsleitung und die Leitung des Bevölkerungsschutzes des DRK Kreisverbandes Schwäbisch Gmünd tätig. Für die unkomplizierte und kompetente Unterstützung ein großes Dankeschön!"

"Die Fieberambulanz hat ab Montag, 20. April von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet", erklären Dr. Bertold Schuler und Dr. Alexander Stütz, die als niedergelassene Ärzte für die Kreisärzteschaft federführend die Anforderungen an die Ausstattung der Ambulanz mitentwickelt und ärztliches sowie Assistenzpersonal eingewiesen haben. "Insgesamt haben sich rund 25 Kolleginnen und Kollegen sowie etwa 15 Personen ärztliches Hilfspersonal für den Betrieb der Fieberambulanz zur Verfügung gestellt. Patienten, die von den niedergelassenen Ärzten, dem Gesundheitsamt oder über die Notfallnummer der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117 in die Fieberambulanz geschickt werden, werden dort untersucht und falls notwendig auch abgestrichen. Je nach Schweregrad der Erkrankung stellen die Kolleginnen und Kollegen in der Ambulanz ein Rezept aus und empfehlen eine Behandlung, die beim Patienten zu Hause fortgeführt werden kann, oder sie melden den Patienten im Krankenhaus telefonisch an, um mit den dortigen Kollegen das weitere Vorgehen zu besprechen. Sobald die Clearingstelle in der Großsporthalle ihren Betrieb aufnimmt, erfolgt die direkte Weiterleitung des Patienten an die Clearingstelle zur Klärung des weiteren Vorgehens."

"Das Ärztliche Notfallzentrum des Landkreises ist - wie auch das Aalener Notfallzentrum - in das Corona-Netzwerk des Ostalbkreises eingebunden", erläutert Landrat Klaus Pavel. "Patienten, die von der Fieberambulanz nicht ambulant geführt werden können, werden in eine der Kliniken Ostalb in Aalen, Ellwangen oder Schwäbisch Gmünd eingewiesen. Erst wenn in den drei Kliniken keine Betten mehr verfügbar sein sollten, erfolgt die Steuerung der Bettenbelegung über die Clearingstelle im Ärztlichen Notfallzentrum - und zwar zuerst in Aalen. Ist dann die Kapazität dieses Zentrums erschöpft, beginnt die Belegung in Schwäbisch Gmünd. Beide Zentren werden als selbständige Abteilung der Kliniken Ostalb geführt. In der Großsporthalle Schwäbisch Gmünd werden bei einer möglichen Vollbelegung bis zu 125 Betten unter der Leitung von Dr. Annelie Völcker, Ärztin im Stauferklinikum, im Dreischichtbetrieb täglich zehn Ärzte und rund 60 Pflegekräfte tätig sein." Im Schwäbisch Gmünder Notfallzentrum sind momentan vorsorglich rund 80 Betten aufgestellt - aufgeteilt in zehn abgetrennte Abteile mit jeweils acht Betten. Innerhalb dieser kleinen Bereiche können zum Schutz der Intimsphäre noch weitere mobilen Trennwände aufgestellt werden. Für den Bedarfsfall ist sichergestellt, dass eine Sauerstoffzufuhr für den Patienten möglich ist. Zur Körperpflege wurden barrierefreie Sanitärmodule installiert. Wie in den Kliniken werden Patienten mit Frühstück, Mittag- und Abendessen voll versorgt.

Laut Prof. Dr. Solzbach nimmt die Anzahl der Patienten mit stationärem Behandlungsbedarf weiterhin zu: "Wir sind deshalb sehr froh darüber, dass wir für die Kliniken Ostalb weitere Beatmungsgeräte kaufen konnten. Wie lange unsere Bettenkapazitäten in den Kliniken ausreichen werden, lässt sich nicht vorhersehen. Wir rechnen in den nächsten Tagen mit einem weiteren starken Anstieg an Patienten." Solzbach dankt insbesondere den Ärzten und Pflegekräften sowie dem Verwaltungsteam an den Kliniken Ostalb, die in den vergangenen Wochen im Klinikalltag vieles umstrukturiert und freie Kapazitäten geschaffen haben, um für die zu erwartende Patientenwelle gut gerüstet zu sein. Wie die Untersuchung der Patienten im Ärztlichen Notfallzentrum im Detail erfolgen wird, schildert Solzbach so: "Es wird eine Clearingstelle mit Klinikärzten geben, die rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche tätig ist. Je nach Beschwerdebild des Patienten wird er der für ihn geeigneten stationären Versorgungsstufe zugewiesen. Die Ärztinnen und Ärzte können die vorhandenen Bettenkapazitäten der Kliniken einsehen und die Zuweisung der Patienten an die Standorte Aalen, Ellwangen oder Schwäbisch Gmünd steuern. Übersteigt der Bedarf an Behandlungsplätzen die an den Kliniken vorhandenen Betten, erfolgt die Verlegung von nicht intensivpflichtigen Patienten in die Ärztlichen Notfallzentren."

Weitere Komponenten des Corona-Netzwerks im Ostalbkreis sind laut Landrat Pavel die Nachsorgenden Pflegezentren. In Schwäbisch Gmünd ist dieses Nachsorgezentrum im Seniorenheim St. Anna, gleich gegenüber der Großsporthalle, eingerichtet. "Für ältere Patienten, etwa aus stationären Pflegeeinrichtungen, konnten wir mit Unterstützung der Vinzenz von Paul gGmbH im benachbarten Seniorenzentrum ein nachsorgendes Pflegezentrum einrichten. Dort werden die Senioren bis zu weiteren zwei bis drei Wochen versorgt werden können", freut sich Landrat Klaus Pavel und dankt Geschäftsführer Jörg Allgayer für die schnelle und unkomplizierte Hilfe.

Dieser spricht von einem ‚Kraftakt‘ und bedankt sich seinerseits bei seinen Mitarbeitern, den Ärzten Dr. Stütz und Dr. Rösch und nicht zuletzt bei den Vinzentinerinnen im Konvent St. Anna. "Sie alle haben mit großem Einsatz rasches Handeln ermöglicht. Die Schwestern ziehen vorübergehend in die Gehörlosenschule St. Josef. Wir werden die Räume des Konvents in Rekordzeit umrüsten. So können wir 20 Pflegeplätze anbieten, die völlig vom betreuten Wohnen und dem Seniorenzentrum getrennt sind – auf einem eigenen Stockwerk, mit eigenem Aufzug und einer Sicherheitsschleuse für die Mitarbeiterinnen", erläutert Allgayer.

Ein von Dekanatsreferent Martin Keßler und Pfarrer Bernhard Richter organisiertes Angebot der Notfallseelsorge ergänzt das Corona-Netzwerk. 12 Personen im pastoralen Dienst der Kirchen werden rund um die Uhr den Patienten und Beschäftigten in den Zentren in Aalen und Schwäbisch Gmünd psychosoziale Unterstützung anbieten.

"Wir glauben, dass wir uns bestmöglich vorbereitet und gute Schnittstellen zwischen allen beteiligten Ebenen und Akteuren geschaffen haben, um durch diese noch nie dagewesene Krise zu kommen!", so das Fazit des Landrats.


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