Pressemitteilung

Nr. 138 vom 11.03.2020

Sieben positiv auf das Coronavirus Getestete im Ostalbkreis - Bürgermeister trafen sich zu Informationsaustausch im Aalener Landratsamt

Am Mittwochnachmittag (11. März 2020) trafen sich die Oberbürgermeister, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auf Einladung von Landrat Klaus Pavel im Landratsamt in Aalen. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Führungskreises Corona informierte Pavel über den aktuellen Sachstand.

So gebe es laut Mitteilung des Landesgesundheitsamts seit dem frühen Nachmittag des Tages insgesamt sieben Personen im Ostalbkreis, die positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Es seien also am Mittwoch zwei weitere Personen hinzugekommen. Die beiden neuen Patienten haben sich bereits in häuslicher Isolation befunden, da sie sogenannte „Kontaktpersonen ersten Grades“ von positiv Getesteten waren.

Prof. Dr. Ulrich Solzbach, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Ostalb, informierte über den bisherigen Verlauf der Corona-Epidemie, ausgehend von den Anfängen in China über die aktuellen Entwicklungen in Italien bis zum Stand in Deutschland und im Ostalbkreis. Solzbach zeigte sich - wie im Übrigen auch andere führende Virologen in Deutschland - davon überzeugt, dass langfristig rund 70 Prozent der Weltbevölkerung mit dem Coronavirus konfrontiert würden. Die allermeisten Menschen hätten vermutlich nur leichte Symptome.

Ziel müsse es in jedem Fall sein, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, damit Patienten mit schwereren Verläufen adäquate medizinische Versorgung erhalten könnten. Es sei grundsätzlich anzuraten, enge persönliche Kontakte in den nächsten Wochen auf ein Minimum zu reduzieren, um die Infektionskurve abzuflachen.

Der Landrat verwies in diesem Zusammenhang auf Erlasse aus dem baden-württembergischen Kultusministerium und aus dem Wissenschaftsministerium, die für Schulen, Kindergärten und Hochschulen eindeutige Hinweise geben. So haben inzwischen die Hochschulen des Landes den Beginn des Sommersemesters auf 20. April hinausgeschoben. Auch Baden-Württemberg wird - so eine Mitteilung aus dem Sozialministerium - in einer Verordnung regeln, dass Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmenden abzusagen sind. Vor diesem Hintergrund nahm die Frage des Umgangs mit Veranstaltungen auf kommunaler Ebene im Ostalbkreis breiten Raum ein.

„Beim Landratsamt kommt es vermehrt zu Anfragen wegen Durchführung oder Absage von Veranstaltungen“, so Pavel, der mit Blick auf die Ausführungen von Prof. Solzbach und das aktuelle Geschehen in Italien gemeinsam mit dem Führungskreis Corona den Städten und Gemeinden empfiehlt, während der nächsten drei Wochen alle verzichtbaren Veranstaltungen abzusagen und soweit möglich auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Die letztliche Entscheidung für Veranstaltungen unter 1.000 Personen liege nach wie vor beim Veranstalter selbst. Zudem könnten Kommunen als Ortspolizeibehörde Veranstaltungen auch mittels Anordnung untersagen. Pavel setzt jedoch auf einen offenen Dialog vor Ort und die Einsicht der Verantwortlichen: „Wir bitten Sie eindringlich, in jedem Fall eine verantwortliche Risikoabschätzung vorzunehmen. Sicherlich spielen dabei auch Größe und Struktur einer Kommune eine wichtige Rolle. Ein Infoblatt zur Entscheidungshilfe gibt es beim Robert-Koch-Institut und auch auf der Internetseite des Ostalbkreises."

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