Pressemitteilung

Nr. 667 vom 27.12.2019

Regional einkaufen - Biodiversität erhalten

In der zweiten Januarwoche findet in Ellwangen der traditionelle Kalte Markt statt. Für Pferdezüchter, -halter und Landwirte ist es das Fest der Feste. Wie die Arbeit der Landwirte, unsere Kulturlandschaft und die Biodiversität sowie das Einkaufsverhalten jedes Einzelnen zusammenhängen, darüber informiert der Geschäftsbereich Landwirtschaft des Landratsamts Ostalbkreis.

Gerade wenn es um das aktuelle Thema Erhalt der Artenvielfalt geht, ist das Wissen um die Entstehung der Kulturlandschaft wichtig: Denn das, was wir als Landschaft - also Wald, Grünland- und Ackerland - wahrnehmen, ist keine Naturlandschaft, sondern Kulturlandschaft. Ohne den Menschen hätten wir auf der Ostalb unter den derzeitigen Klimabedingungen einen Urwald mit Buchenlaubmischwäldern. Der jahrhundertelangen Tätigkeit unserer Landwirte verdanken wir die vielseitige und artenreiche Kulturlandschaft auf der Ostalb mit den fruchtbaren Ackerböden, den Wiesen und Weiden, den Streuobstwiesen und Wacholderheiden. Nur wenn diese Landschaften weiter bewirtschaftet und die erzeugten Produkte zu einem angemessenen Preis vermarktet werden, kann deren Biodiversität erhalten werden.

Auch heute noch werden die Brotgetreidearten Weizen, Dinkel und Roggen sowie Braugerste, Futtergerste und Hafer im Ostalbkreis auf etwa 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut. Mehl und Getreideprodukte aus der Region erhält man in den Hofläden und Mühlenläden der Direktvermarkter. Auch beim Bäcker kann man nachfragen, ob das Mehl oder die Backmischung für seine Produkte aus regionalem Getreide stammt.

Im Ostalbkreis gibt es sieben Brauerfamilien mit einem vielseitigen Angebot von zünftigen Bieren aus traditioneller Herstellung. Nach dem Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516 darf Bier nur aus den vier Rohstoffen Malz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut werden. Dabei wird Malz aus den heimischen Getreidearten Gerste, Weizen oder Dinkel gewonnen.

Die artenreichste Kulturlandschaft auf der Ostalb mit ca. 45 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ist Grünland. Wiesen und Weiden verdanken ihre Existenz der Rinderhaltung, Wacholderheiden der Hüteschäferei. Viele der bunt blühenden Wiesenpflanzen sind schon in römischer Zeit bekannt. Wer Wert auf den Erhalt unserer Wiesen und Weiden legt, sollte heimische Milch- und Fleischprodukte kaufen. Kurze Transportwege mit weniger Stress für die Schlachttiere wirken sich zudem positiv auf den Tierschutz, die Fleischqualität und die CO₂-Bilanz aus. Beim Fleischkauf kann der Verbraucher direkt beim Metzger nachfragen, von welchem Landwirt das Schlachttier stammt oder er findet einen Direktvermarkter mit eigener Schlachtung. Lammfleisch ist direkt bei den heimischen Schäfern erhältlich.

Seit über 150 Jahren prägen Streuobstwiesen die Landschaft der Ostalb. Ursprünglich für die Eigenversorgung gedacht, sind sie landschaftsprägend, ökologisch besonders wertvoll und Habitat für viele gefährdeten Pflanzen- und Tierarten. Aus dem Fallobst wurde schon seit altersher Most und Apfelsaft hergestellt. Nur durch eine weitere Bewirtschaftung und Vermarktung von Apfelsaft, Most und Obstbränden wird es gelingen, diese wertvolle Kulturlandschaft zu erhalten. Säfte, Most und Brandweine sind direkt bei unseren Regionalver-marktern oder in den Mostereien des Ostalbkreises zu erwerben. Brände aus dem Ostalbkreis erkennt man übrigens an dem Siegel "Der gute Brand von der Ostalb".

Jeder Einzelne kann mit seinem Einkaufsverhalten über die Zukunft unserer reizvollen Kulturlandschaft und über die Biodiversität auf der Ostalb mitentscheiden. Im Regionalvermarkterportal Regionalvermarkterportal Ostalb gibt es weitere Informationen zu den heimischen Direktvermarktern und ihren Erzeugnissen. Unter dem Motto "So schmeckt die Ostalb" findet man zudem traditionelle oder neue Rezepte aus regionalen Lebensmitteln.

Regional einkaufen - Biodiversität erhalten
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