Pressemitteilung

Nr. 558 vom 18.10.2019

Weitere Vorbereitung auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest: Veterinäramt Ostalbkreis führt in Zusammenarbeit mit Jägerschaft und Gemeindemitarbeitern eine praktische Bergeübung durch

Seit dem Jahr 2014 breitet sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) zunehmend in Osteuropa aus. Nach Ausbrüchen in der tschechischen Republik im Juni 2017 und in Belgien im Mai 2018 wird die Gefährdungslage in Deutschland vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI) als sehr hoch eingeschätzt. Vor diesem Hintergrund steht zu befürchten, dass die ASP auf diese Weise auch nach Deutschland zunächst in die Wildschweinpopulation eingeschleppt wird.

Damit im Ernstfall des ASP-Ausbruchs beim Wildschwein alle Akteure reibungslos zusammenarbeiten können, hat das Veterinäramt des Landratsamts Ostalbkreis am vergangenen Samstag (12. Oktober 2019) eine praktische Such- und Bergeübung durchgeführt. Die Organisation und Leitung erfolgte durch Amtstierärztin Dr. Julia Eckert, die im Veterinäramt für den Bereich Tiergesundheit verantwortlich ist, in Kooperation mit der Jägerschaft und dem Bauhof der Gemeinde Neresheim.

Im Fall des Ausbruchs der ASP beim Wildschwein wird um den Fundort im Radius von 3 Kilometern ein sogenanntes Kerngebiet eingerichtet. Ziel ist es, dass Wildschweine nicht aus diesem Gebiet entweichen. Das Gebiet wird abgegrenzt, es findet keine Bejagung statt, für die Wildschweine dort wird eine Art Wohlfühloase geschaffen. "Damit soll erreicht werden, dass der Erreger das Kerngebiet möglichst nicht verlässt", erläutert die Leiterin des Geschäftsbereichs Veterinärwesen, Dr. Martina Bühlmeyer, die Hintergründe zum gewählten Szenario. Die verendeten Schweine in diesem Gebiet müssen regelmäßig gesucht, markiert, untersucht, geborgen und beseitigt werden. Diese Aufgaben waren Inhalt der Übung.

Bereits seit Ende 2017 haben die Amtstierärzte des Veterinäramtes in zahlreichen Vortrags- und Fortbildungsveranstaltungen die im Ernstfall Betroffenen sensibilisiert und vorbereitet. Die Übung sollte dazu dienen, die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und Forst, den Bauhöfen der Gemeinden und den Beschäftigten des Veterinäramtes zu üben.

Bei bestem Herbstwetter wurden von der Übungsleitung in den frühen Morgenstunden die zu findenden Kadaver in herausforderndem Gelände ausgebracht. Nach der Begrüßung machte sich ein Suchtrupp von zehn Jägern und fünf Hunden des Hegerings Bopfingen unter der Anweisung des zuständigen Revierförsters auf die Suche. In einer guten Stunde wurde vom Suchtrupp ein Gebiet von etwa vier Hektar Wald durchsucht. Mit guten Nasen wurden von den Hunden und Jägern erfolgreich alle Suchobjekte gefunden.

Die Koordinaten des Fundortes wurden an den Berge- und Probenahmetrupp übermittelt. Amtstierärzte und Veterinärhygienekontrolleure des Veterinäramtes suchten den Fundort auf, führten die Beprobung durch, verpackten die Tierkadaver zum Abtransport und führten die erforderlichen Desinfektionsmaßnahmen durch. Die Mitarbeiter des Bauhofs Neresheim standen zur Überprüfung der Eignung und Einsatzbereiche des Materials mit verschiedenen Gerätschaften zur Bergung der Kadaver in schwierigem Gelände bereit. Sie führten die sichere Bergung und den Transport zur Verwahrstelle durch.

Bei der abschließenden Besprechung auf der Verwahrstelle Neresheim waren sich alle einig, dass die Übung sehr erfolgreich verlaufen sei. Die Erfahrungen aller Übungsbeteiligten wurden dabei gesammelt und die Erkenntnisse aus der Übung in den weiteren Prozess der Vorbereitung eingespeist.

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