Pressemitteilung

Nr. 548 vom 14.10.2019

Jugendhilfeausschuss und Ausschuss für Soziales und Gesundheit tagten gemeinsam im Aalener Landratsamt

Manfred Fischer (CDU) vertritt Landrat Klaus Pavel im Verhinderungsfall als Vorsitzender im Ausschuss für Soziales und Gesundheit des Kreistags, Ute Schlipf (Bündnis90/Die Grünen) ist zweite Stellvertreterin. Das haben die Ausschussmitglieder in ihrer Sitzung am vergangenen Dienstag, die gemeinsam mit dem Jugendhilfeausschuss stattfand, beschlossen. Stellvertreter des Landrats im Vorsitz des Jugendhilfeausschusses sind Manfred Fischer und Martina Häusler (Bündnis90/Die Grünen).

Einstimmig beschlossen wurde der Antrag des Ostalb-Bündnisses gegen Menschenhandel und (Zwangs-) Prostitution, wonach der Ostalbkreis die Personalkosten der Geschäftsstelle für Präventionsarbeit ab 1. Januar 2020 mit jährlich 30.300 Euro fördert und Sachmittel in Höhe von 18.000 Euro finanziert. Die Förderung ist zunächst auf drei Jahre befristet. Im Oktober 2018 hatte auf Einladung des Ostalbkreises, der Großen Kreisstädte Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd sowie den Soroptimistinnen die Gründungsveranstaltung des Ostalb-Bündnisses gegen Menschenhandel und (Zwangs-) Prostitution stattgefunden. Während der Veranstaltung schlossen sich 40 Institutionen und Personen dem Bündnis an, inzwischen gehören ihm 80 Institutionen und Personen an. Die Bündnismitglieder engagieren sich durch Spenden, beim Aufbau des Bündnisses und in der Präventionsarbeit. Das Bündnis will über Ausbeutung und Brutalität in der Prostitution bei verschiedenen Zielgruppen wie Schülern, Sportvereinen und sonstigen interessierten Gruppen aufklären und das Prostituiertenschutzgesetz in Richtung „schwedisches Modell“ ändern. Der Beirat besteht aus Vertretungen von Club Soroptimist der drei Großen Kreisstädte, SOLWODI BW e. V., den Gleichstellungsbeauftragten der Großen Kreisstädte und des Landkreises sowie der Geschäftsstellenleitung des Bündnisses. Seit Januar 2019 betreibt SOLWODI BW e. V. eine Beratungsstelle in Aalen. Sie wird aus Spenden der Agnes Philippine Walter Stiftung der Franziskanerinnen Schwäbisch Gmünd finanziert. Die Anschubfinanzierung endet am 31.12.2019. Die Beratungsstellenleitung hat für das Jahr 2019 parallel die Geschäftsführung des Ostalb-Bündnisses übernommen. Durch die Leitung beider Institutionen, Geschäftsstelle des Ostalb-Bündnisses und Beratungsstelle SOLWODI BW e. V., ergeben sich Synergien in der Prävention, die ein effizientes Arbeiten ermöglichen.

Einen Zwischenbericht über die Wohnraumoffensive des Ostalbkreises lieferte Flüchtlingsbeauftragte Diana Kurschat. Neben dem Ausbau der Kooperationen, etwa mit der Caritas und den Großen Kreisstädten, sei innerhalb der Kreisverwaltung ein „Kompetenzteam Wohnen“ implementiert worden. Gemeinsam mit dem Gebäudemanagement, den Geschäftsbereichen Integration und Versorgung sowie Soziales und dem Jobcenter könne man passgenau Vermieter und Mieter zusammenbringen. Bislang wurden 51 Objekte angeboten und geprüft.

Über die aktuelle Situation der Flüchtlinge im Ostalbkreis informierte Hans-Michael Betz, der Leiter des Geschäftsbereichs Integration und Versorgung im Ostalbkreis. Derzeit seien knapp 370 Flüchtlinge in der LEA Ellwangen untergebracht. Die durchschnittliche Belegung liege zwischen 350 und 400 Personen. Aktuell befänden sich 24 Nationalitäten aus vier Kontinenten in der LEA. Die fünf am stärksten vertretenen Herkunftsländer sind Nigeria, Guinea, Türkei, Irak und Ghana. Die durchschnittliche Verweildauer der Flüchtlinge in dieser Landeseinrichtung beträgt laut Betz sechs Monate. Der Ostalbkreis rechnet im laufenden Jahr mit rund 130 Flüchtlingen, die aufgenommen und in den Gemeinschaftsunterkünften des Kreises untergebracht werden müssen. Im Laufe des Jahres wird der Ostalbkreis weitere angemietete Gemeinschaftsunterkünfte aufgeben, sodass zum Jahresende nur noch drei kreiseigene und drei angemietete Gemeinschaftsunterkünfte mit einer Gesamtkapazität von 461 Plätzen zur Verfügung stehen werden. Anfang 2020 wird das Wohnheim in der Wasseralfinger Taunusstraße mit 37 Plätzen und voraussichtlich auch die Gemeinschaftsunterkunft in Abtsgmünd mit 28 Plätzen geschlossen werden. In den Jahren 2016 bis 2019 konnte somit eine Kapazitätsreduzierung von 63 Gemeinschaftsunterkünften unterschiedlicher Größe erreicht werden, was einem Abbau von 724 Unterbringungsplätzen entspricht. Die Belegung der sechs Gemeinschaftsunterkünfte, die der Landkreis Ende 2019 noch betreibt, wird bei durchschnittlich 309 Flüchtlingen liegen. Da in allen Unterkünften nicht jeder Platz und jedes Zimmer aufgrund unterschiedlicher Familienkonstellationen voll belegt werden kann, ist eine Reservekapazität von 100 bis 150 Plätzen notwendig.In der sogenannten kommunalen Anschlussunterbringung lebten Stand März 2019 2.147 Flüchtlinge.

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