Pressemitteilung

Nr. 519 vom 27.09.2019

Sperrung des Glasklingenweges bei Degenfeld - Risiken für Waldbesucher durch absterbende Laubbäume

Als Folge von Pilzbefall und der vergangenen zwei ungewöhnlich trockenen Sommer kommt es auch an Laubbäumen immer häufiger zu Erkrankungen und Absterbe-Erscheinungen. Von diesen geht eine Gefahr durch plötzlich herunterfallende Äste aus. Zum Schutz der Waldbesuchenden sind nun in Schwäbisch Gmünd-Degenfeld im Bereich des Glasklingenwegs befristete Sperrungen von Waldteilen als äußerstes Mittel nötig. Darauf macht die Forst-Außenstelle Schwäbisch Gmünd des Landratsamts Ostalbkreis aufmerksam.

Am Albtrauf machen zwei Baumarten Sorgen. Seit einigen Jahren bereits die Esche infolge des sogenannten Eschentriebsterbens und nun neuerdings auch die Buche. Beides sind Baumarten, die zur natürlichen Ausstattung der Wälder auf den weißen Kalksteinen der Alb gehören.

Das Eschensterben ist ein europaweites Problem. Einmal infiziert, sind die betroffenen Bäume meist nicht mehr zu retten und müssen entfernt werden, wenn sie an einem Weg oder Gebäude stehen. Das Eschentriebsterben ist eine Infektionskrankheit, die von einem Schlauchpilz verursacht wird, der aus Ost-Asien nach Europa eingeschleppt worden ist. Also in erster Linie eine Folge der Globalisierung, die aber vom Klimawandel beschleunigt wird.

Buchen leiden durch die Dürreperioden der letzten Jahre schlicht an Hitzestress und Wassermangel. Wie man es ja auch bei der Fichte kennt, sind geschwächte Bäume ein gefundenes Fressen für Schad¬insekten und Holz zersetzende Pilze. Die Folge: Deutlich mehr Dürräste, absterbende Kronenteile oder ganze Bäume. Abgestorbene Äste können dadurch ohne Vorwarnung und ohne Wind herab brechen. Diese sind teilweise sehr groß und schwer. Deshalb besteht in vielen Waldgebieten zur Zeit eine erhöhte Gefahr für Waldbesuchende. Forstleute und Waldbesitzer waren den gesamten Sommer damit beschäftigt, die Waldschäden an Fichte und Tanne durch Borkenkäfer so weit wie möglich einzudämmen. Trotzdem versuchen sie, soweit notwendig, geschädigte Bäume entlang von Straßen und Wegen zügig zu entfernen.

Die Bäume entlang des Glasklingenweges bei Degenfeld beobachtet Forstrevierleiter Johannes Gugel schon seit längerem. In den Eschenbeständen entlang dieses Wanderwegs sind besonders starke Schäden zu verzeichnen. Am unvollständigen oder fehlenden Blattwerk und absterbenden Ästen bis hin zu ganzen Baumkronen sind die erkrankten Eschen unschwer zu erkennen. Obwohl der Weg nicht sehr stark frequentiert ist, muss die Situation dringend entschärft werden. Für diese sehr anspruchsvollen und gefährlichen Fällarbeiten kommen nur wenige geeigneten Forstunter¬nehmer infrage. Voraussichtlich Ende Oktober sollen nun die abgestorbenen Eschen gefällt werden, um die Sicherheit der Waldbesucher wieder zu gewährleisten. Aufgrund der aktuellen Gefahrensituation hat die Untere Forstbehörde beim Landratsamt in Abstimmung mit den betroffenen Waldbesitzern Stadt Schwäbisch Gmünd und Graf Rechberg bis zu der Baumfällaktion und mit sofortiger Wirkung den Waldbereich entlang des Glasklingenwegs gesperrt.

Da dieser Bereich des Albtraufes aus gutem Grund im Naturschutz und Natura 2000 Schutzgebiet liegt, bedauert das Forstamt es sehr, die mächtigen alten Baume fällen zu müssen. Deshalb werden einzelne erhaltenswerte Bäume in Abstimmung mit der Naturschutzverwaltung bestmöglich geschont und viel – aus Waldschutzsicht unkritisches – Totholz als Lebensraum in der Fläche belassen. Die Untere Forstbehörde bittet um Verständnis für die befristete Sperrung und betont, dass dies zum Schutz der Waldbesuchenden geschehe. Die Absperrungen sollten zur eigenen Sicherheit strikt eingehalten werden. Eine Umleitung für Wanderer ist ausgewiesen.


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Zum Schutz der Waldbesuchenden sind befristete Sperrungen von Waldteilen als äußerstes Mittel möglich.
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