Pressemitteilung

Nr. 395 vom 17.07.2019

Bertelsmann-Studie zur Kliniklandschaft in Deutschland - Landrat Klaus Pavel: "Dezentrale Klinikstandorte im Ostalbkreis stehen nicht zur Disposition!"

"Eine bessere Versorgung ist nur mit halb so vielen Kliniken möglich", so der Tenor der Studie der Bertelsmann Stiftung, die am vergangenen Montag publiziert wurde. In Deutschland gebe es zu viele Krankenhäuser. Eine starke Verringerung der Klinikanzahl von aktuell knapp 1.400 auf deutlich unter 600 Häuser, würde - so die Stiftung - die Qualität der Versorgung für Patienten verbessern und bestehende Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mildern.

Auf vielfache Anfrage und mit Blick auf die jüngsten Presseberichte zur Situation der Kliniken Ostalb nimmt Landrat Klaus Pavel zu den zentralen Aussagen der Studie Stellung und betont: "Die Klinikstandorte im Ostalbkreis stehen nicht in Frage. Auch wenn die Schwerpunktbildung weiterentwickelt und weiter geschärft werden muss, so wird es an allen drei Betriebsstätten weiterhin akutmedizinische und stationäre Versorgungsangebote geben! Die dezentrale, wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Menschen im Ostalbkreis ist ein fest verankerter Grundsatz der Krankenhauspolitik des Landkreises, der auch 2017 mit der Verabschiedung des Medizinkonzepts 2020 nochmals dokumentiert wurde!"

Die Bertelsmann-Studie nennt 200 Betten als kritische Klinikgröße. Wie Pavel verdeutlicht, liegen alle Betriebsstätten der Kliniken Ostalb über dieser Größe - das Ostalb-Klinikum verfügt über 399 Planbetten, das Stauferklinikum Mutlangen über 401 Planbetten und auch der kleinste Klinik-Standort, die St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen, liegt mit 287 - einschließlich der vom ZfP Winnenden am Standort betriebenen 45 Betten für die Erwachsenenpsychiatrie - deutlich über dieser Marke.

Die Kliniken Ostalb haben zudem zahlreiche zertifizierte Zentren wie etwa Brust-, Darm-, Pankreas-,Trauma-, Onkologische- oder Endoprothetik-Zentren, bei denen die gute Qualität regelmäßig einer externen Begutachtung unterzogen wird. "Unsere Klinikärzte werden ebenso regelmäßig als TOP-Mediziner ausgezeichnet, ganz aktuell Prof. Dr. Holger Hebart und Dr. Jens Mayer im Verbrauchermagazin "Der Gute Rat" im Bereich Krebsbehandlung und Chirurgie", so der Landrat.

Zu bedenken gibt der Ostalb-Landrat auch, dass der Untersuchungsbereich der Bertelsmann-Studie in Nordrhein-Westfalen lag. "Die für die dortige Versorgungsregion durchgespielten Simulationen und Analysen sind mit den Gegebenheiten in Baden-Württemberg überhaupt nicht vergleichbar", so Pavel. Nordrhein-Westfalen habe bundesweit die größte Krankenhausdichte, während in Baden-Württemberg und insbesondere auch im Ostalbkreis bereits eine Konzentration der Kliniklandschaft stattgefunden habe. Landrat Pavel erinnert daran, dass zwischen 1980 und 2010 eine Anpassung der Klinikstrukturen im Kreis von ehemals neun auf nun drei Standorte der Akutversorgung erfolgt sei. "Drei Klinikstandorte im Ostalbkreis, der drittgrößter Flächenlandkreis in Baden-Württemberg ist, sind vollauf gerechtfertigt und auch kreispolitisch beschlossen!", bewertet Pavel die Situation abschließend.

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