Pressemitteilung

Nr. 351 vom 19.06.2019

Ausstellung 25 Jahre "Küche der Barmherzigkeit" im Landratsamt in Aalen

Seit 25 Jahren helfen Menschen aus Schwäbisch Gmünd und dem gesamten Ostalbkreis mit der "Küche der Barmherzigkeit" Bedürftigen in Armenien. Was im Jahr 1994 begonnen hat, wenige Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Armenien, ist inzwischen eine Hilfsaktion von außergewöhnlicher Dauer. Der Initiator der Suppenküche, Gerhard Maier, und nach seinem Tod die beiden Pfarrer Karl-Heinz Scheide und Alfons Wenger haben als Motoren der Armenienhilfe in 25 Jahren mehrere Millionen Euro gesammelt, mit denen tausende Menschen in Armenien einmal am Tag ein warmes Essen bekommen haben und bekommen. Das Projekt wird getragen vom Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Roten Kreuzes. Landrat Klaus Pavel hat im Jahr 2002 die Schirmherrschaft für die Armenienhilfe übernommen.

Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Landratsamt Ostalbkreis in Aalen vom 25. Juni bis 26. Juli 2019 Fotografien und Berichte des Redaktionsleiters der Gmünder Tagespost, Michael Länge. Länge begleitet die "Küche der Barmherzigkeit" journalistisch seit 17 Jahren. Armenien hat er in dieser Zeit sieben Mal besucht.

Die Ausstellung, die zuvor bereits im Landratsamt Ostalbkreis in der Haußmannstraße Schwäbisch Gmünd zu sehen war, gliedert sich in fünf Teile: Sie gibt einen Einblick in die Suppenküche, erzählt vom Alltag in Armenien, nimmt die Betrachter mit auf eine Fahrt nach Nordarmenien. Sie lässt auch den Völkermord an den Armeniern nicht aus und zeigt armenische Landschaften.

Zuallererst die Suppenküche. Die Bilder und Texte erzählen von Menschen in Not. Rentnern, die im Berufsleben Ärzte waren, Mathematiker, Wissenschaftler, die heute von 30, 40, 60, 80 Euro Rente im Monat leben. Vielmehr: davon nicht leben können. Sie erzählen aber auch von Menschen, die helfen. Junge Menschen, die freiwillig in der Suppenküche helfen, die Mitarbeiter der Küche und, nicht zuletzt, die Spender aus dem Gmünder Raum und dem Ostalbkreis.

Der Alltag in Armenien berichtet über die schwache Wirtschaft mit hoher Arbeitslosigkeit, von jungen Menschen ohne Perspektive, die deshalb das Land verlassen. Aber auch vom Marktleben, armenischer Küche mit Lavash, dem armenischen Brot, mit Früchten aus dem Aarattal, mit Musik, mit dem Klang der Duduk, der armenischen Oboe.

Es gibt Texte und Bilder zu Nordarmenien. Das ist der Landstrich, den das Erdbeben 1988 schwer getroffen hat. Zehntausende Menschen haben ihr Leben verloren. Zehntausende ihre Sicherheit, ihre Arbeit, ihre Wohnungen, ihr Haus, ihre Grundlagen für ein einigermaßen gelingendes Leben. Tausende leben heute noch in Containern, in Hütten, in Blechbuden. Das sind erschütternde Bilder. Bedrückende Erfahrungen.

Auch dem Völkermord an den Armeniern, bei dem zwischen 1915 und 1918 bis zu 1,5 Millionen Menschen starben, gibt die Ausstellung Raum. Weil Erinnerung hilft, Schreckliches, die Wiederholung des Schrecklichen, zu vermeiden. Opfer können, heute ihre Nachfahren, den Tätern, heute den Nachfahren der Täter, nur vergeben, wenn diese sich offen mit den damaligen Vertreibungen und Massakern auseinandersetzen. Weil dies bis heute nicht erfolgt, finden Menschen, die heute nach Armenien fahren, in Teilen ein traumatisiertes Volk.

Die Ausstellung schließt mit Landschaften. Armenien ist schön, traumhaft schön. Davon zeugen diese Bilder. Deshalb liegt eine Chance Armeniens im Tourismus. Kein Massentourismus, sondern ein kleiner, aber feiner Kulturtourismus. Im ältesten christlichen Land der Welt.

Die Ausstellung ist vom 25. Juni bis 26. Juli 2019 im Landratsamt Ostalbkreis in Aalen zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

Ausstellung 25 Jahre „Küche der Barmherzigkeit“ im Landratsamt in Aalen
3 Bilder

Kontakt

Landratsamt Ostalbkreis

Pressestelle
Susanne Dietterle

Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen

Telefon 07361 503-1312
Telefax 07361 50358-1312