Pressemitteilung

Nr. 347 vom 18.06.2019

Folgen des Klimawandels - Tannen im Staatswald Mönchsbuch bei Aalen-Weidenfeld und Affalterried müssen gefällt werden

Wer in den letzten Wochen im Staatswald "Mönchsbuch" und im daran angrenzenden Aalener Stadtwald Rohrwang unterwegs war, hat es sicherlich bemerkt: Im Sommergrün des gesamten Mischwalds sind überall dürre Bäume mit leuchtend roten Nadeln zu sehen.

"Es sind rund 500 Tannen, die infolge des Hitzesommers 2018 dürr geworden sind", schätzt Revierförster Günter Eberhard. "Das macht uns große Sorgen, denn die Tanne ist eine der Baumarten, der wir auch bei einer Klimaerwärmung bessere Chancen als der Fichte eingeräumt haben. Jetzt sind die Tannen aber durch die Trockenheit so geschädigt, dass sie für die Tannenborkenkäfer idealen Brutraum liefern und letztendlich absterben."

Um die Sicherheit für die Waldbesucher im sehr stark frequentierten Erholungswald zu gewährleisten und eine weitere Ausbreitung der Borkenkäfer zu verhindern, müssen die Tannen gefällt werden. Auch die Kronen der Tannen werden an die Wege transportiert, auf großen Haufen gelagert und anschließend mit einem Hacker zerkleinert, damit die Borkenkäfer sich nicht ausbreiten. Die Forstwirte und Maschinen sind bis voraussichtlich Ende nächster Woche im Einsatz. In dieser Zeit werden Wege zeitweise gesperrt sein.

Simon Weise, Stellvertretender Leiter der Forstaußenstelle Abtsgmünd findet eindeutige Worte: "Wir befinden uns derzeit in einer absoluten Extremsituation für den Wald. Nach der Fichte leidet jetzt auch die Tanne massiv unter der Trockenheit. Auch die Buchen am Albtrauf sehen nicht gut aus. Hoffen wir, dass die Schäden begrenzt bleiben. Sonst gehen uns bald die Baumarten aus!"

Das gewohnte Bild im Wald wird sich in den nächsten Jahren also durch die klimabedingte Ausbreitung von Waldschädlingen, Sturm- oder Trockenschäden und vielerorts verändern. Förster Eberhard erklärt: "Im Mönchsbuch haben wir zum Glück genug junge, natürlich nachwachsende Bäume. Dort sind auch viele Eichen dabei, die hoffentlich auch in Zukunft den Klimaveränderungen gewachsen sind."

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Abgestorbene Tanne, Foto: Wolf Noack, Landratsamt Ostalbkreis
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