Pressemitteilung

Nr. 299 vom 28.05.2019

Europäisches Parlament für Schüler erklärt

Der Europoint Ostalb veranstaltete zusammen mit dem Mainzer Politologen Ingo Espenschied (DOKULIVE) für die Zehntklässler des Parler Gymnasiums sowie der Franz-von-Assisi Realschule einen interaktiven Vortrag über "Das Europäische Parlament" in der Gmünder Eule.

Zunächst informierte Espenschied über die Europawahl und brachte zum Ausdruck, dass diese auch alle unter 18-Jährigen etwas angeht, denn nach der Wahl ist vor der Wahl. Er bezeichnete den 70-jährigen Frieden in Europa als längste Friedensperiode auf dem "Kontinent der Kriege" und forderte dazu auf, diese Errungenschaft der Demokratie wertzuschätzen und sich aktiv dafür einzusetzen.

Der Unterschied zwischen dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und der nationalen Regierung wurde den Schülerinnen und Schülern erklärt. Außerdem gab Espenschied Einblick in den Alltag eines Abgeordneten im Europäischen Parlament, die Arbeit in Brüssel und Straßburg und die Anordnung der Sitze im Parlament. Alle Abgeordneten sitzen entsprechend ihrer politischen Überzeugung, jedoch stehen statt den Namen nur Nummern vor ihnen. Von den 751 Abgeordneten aus 28 Mitgliedsstaaten vertreten 96 Deutschland, insgesamt gibt es acht Fraktionen, von links nach rechts dazwischen die Grünen und Liberalen.

Anschließend folgte ein Abriss der europäischen Geschichte über den Beginn Europas mit dem Schuman Plan, über den Mauerfall bis zur heutigen Zeit anhand einer anschaulichen Präsentation. Espenschied betonte zudem, dass die EU kein fertiger Staat, sondern ein Prozess sei.
Warum die EU für Deutschland so wichtig ist? Espenschied erklärte, dass die Deutschen nur ein Prozent der Weltbevölkerung ausmachen und damit politisch so gut wie kein Gewicht bei großen und globalen Zukunftsfragen haben. Um für aktuelle Probleme, wie den Klimawandel, Datenschutz, Verteidigung und Sicherheit und Migrationsströme, eine gute Lösung zu finden, brauche man die Unterstützung der EU, welche rund eine halbe Milliarde Menschen repräsentiert.
Im Anschluss an den Vortrag schloss sich eine Fragerunde an, in welcher die Schülerinnen und Schüler Fragen zu Europa und der EU stellen konnten. Besonders interessierten sie sich für die Folgen des Brexits für die EU, aber auch, was bei einem möglichen Austritt Deutschlands aus der EU zu befürchten wäre: Keine Reisefreiheit ohne Visa, wirtschaftliche Verluste auf beiden Seiten und eine gesellschaftliche Instabilität.
Zum Schluss nannte Espenschied noch den Hauptgrund, weshalb das Brexit Votum überhaupt zustande kommen konnte, obwohl der Großteil der 18 bis 24-jährigen Briten gegen den Ausstieg aus der EU sei: Sie sind nicht zur Wahl gegangen. Die Veranstaltung rund um die Vergangenheit und Zukunft Europas endete mit den Worten: "Wenn ich nicht wählen gehe, wähle ich das, was andere für mich gewählt haben!"

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