Pressemitteilung

Nr. 264 vom 10.05.2019

Künftige Führungskräfte der Vermessungs- und Flurneuordnungsverwaltung zu Gast im Ostalbkreis: Elf Vermessungsreferendare besuchen den Geschäftsbereich Geoinformation und Landentwicklung

Der aktuelle Abschlussjahrgang des höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienstes folgte der Einladung der Leitenden Fachbeamtin Claudia Vogel nach Aalen. 11 Vermessungsreferendare aus ganz Baden-Württemberg erhielten beim Geschäftsbereich Geoinformation und Landentwicklung interessante Einblicke in die Struktur einer unteren Vermessungsbehörde sowie deren vielseitige Tätigkeitsfelder.

Nach der Begrüßung im Geschäftsbereich Geoinformation und Landentwicklung in der Aalener Gartenstraße durch die Leiterin der unteren Vermessungsbehörde Claudia Vogel ging es für die künftigen Führungskräfte in der Vermessungs- und Flurneuordnungsverwaltung darum, verschiedene Aufgaben mit Bezug zum Liegenschaftskataster in kleineren Gruppen zu erarbeiten. Getreu des ausgegebenen Tagesmottos nach Konfuzius "Erklär es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde mich erinnern. Lass es mich selbst tun, und ich werde es verstehen." stand bei allen Aufgaben jeweils die praktische Umsetzung der Fragestellung im Vordergrund.

Eine Aufgabe war dabei die Prüfung von Vermessungsschriften. Hier mussten die Referendarinnen und Referendare für eine beigebrachte Vermessungsschrift die sogenannte Eignungsprüfung durchführen. Dabei gilt es zu prüfen, ob die Qualitätsvorgaben aus den geltenden Vorschriften vom Bearbeiter eingehalten wurden und die Vermessungsschrift zur Übernahme in das Liegenschaftskataster geeignet ist. Die angehenden Führungskräfte der Landesverwaltung beantworteten im Rahmen der Eignungsprüfung dieser beigebrachten Grenzfeststellung verschiedene Fragestellungen: Stimmen Grafiknachweis, Berechnungsunterlagen und Koordinatenliste überein? Wurden Unstimmigkeiten zwischen Örtlichkeit und Katasternachweis richtig interpretiert? Erfolgte die Bekanntgabe und Benachrichtigung an die Eigentümer in vorgeschriebener Weise?

In einer weiteren Aufgabe mussten sich die zukünftigen Führungskräfte der Vermessungs- und Flurneuordnungsverwaltung mit eingetragenen Rechten im Grundbuch auseinandersetzen. Im konkreten Fall fragten die Eigentümer eines Flurstücks auf einer Gemarkung im Ostalbkreis beim zuständigen Fachbereich Vermessung an, ob die im Grundbuch eingetragenen Geh- und Fahrrechte gegenstandslos sind und gelöscht werden können. Die Referendarinnen und Referendare arbeiteten die zugehörigen Liegenschaftskatasterakten durch, in welchen die vollständige Flurstückentwicklung seit Entstehung des Flurstücks dokumentiert ist. Als Ergebnis erarbeiteten sie, dass die Gegenstandslosigkeit bescheinigt werden kann, da das Ausüben der Geh- und Fahrrechte durch bauliche Veränderungen auf dem begünstigten Flurstück gänzlich nicht mehr möglich war.

Bei der letzten Tagesaufgabe setzten sich die Referendarinnen und Referendare des aktuellen Abschlussjahrgangs mit der Bearbeitung eines Widerspruchs auseinander. Im Fokus standen dabei eingegangene Widersprüche von Eigentümern gegen die Erhebung von Vermessungsgebühren oder gegen die Erfüllung der hoheitlichen Vermessungsaufgaben. Die künftigen Führungskräfte überprüften diese Widersprüche hinsichtlich Zulässigkeit und Begründetheit und sollten über das weitere Vorgehen entscheiden, d.h. Schaffung von Abhilfe oder Weiterleitung an die Oberbehörde, hier Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung in Stuttgart, zur Entscheidung.

Die Referendarinnen und Referendare des höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienstes haben viele interessante Erfahrungen aus diesem Praxistag beim Fachbereich Vermessung des Landratsamtes Ostalbkreis mitgenommen. Gemäß des zu Beginns ausgegebenen Tagesmottos haben sie die vielen unterschiedlichen Aufgaben bei einer unteren Vermessungsbehörde kennengelernt. Durch die intensive Bearbeitung der Aufgaben und die gute fachliche Betreuung und Anleitung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Geoinformation und Landentwicklung haben die zukünftigen Führungskräfte des Landes Baden-Württemberg nun genaue Vorstellungen, welche Aufgaben auf sie bei einer unteren Vermessungsbehörde zukommen werden.
Beim Abschlussgespräch zeigte sich, dass dieser Praxistag vor Ort auch für zukünftige Jahrgänge beibehalten werden soll. Die Leitende Fachbeamtin Claudia Vogel bedankte sich bei den Referendarinnen und Referendare für ihr Interesse und ihre konstruktive Mitarbeit und wünschte ihnen für die bevorstehende Große Staatsprüfung gutes Gelingen und viel Erfolg.

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Zu sehen sind die elf künftigen Führungskräfte sowie Mitarbeitern des Fachbereiches Vermessung mit Beschäftigten des Ostalbkreises (v. l. Franz Kuhn und Claudia Vogel, v. r. Rudi Grimmbacher, Anna Bengelmann, Robert Haußmann und Thomas Klopfer).
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