Pressemitteilung

Nr. 222 vom 15.05.2018

Bürgerdialog zum Thema "Daten - aber sicher!?"

Zum Bürgerdialog "Daten - aber sicher!?" des EUROPoint Ostalb waren Studierende der Hochschule Aalen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Studium Generale in die Aula der Hochschule Aalen eingeladen. Die Leiterin der Stabsstelle Europa beim Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg, Dr. Julia Victoria Pörschke, der stellvertretende Leiter der Inspektion 520 - Digitale Spuren - im Landeskriminalamt Baden-Württemberg, Björn Schemberger, sowie Sascha Proch, Informationssicherheitsbeauftragter (Ressort CISO) des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg, standen mit Impulsvorträgen und einer anschließenden Podiumsdiskussion den rund 150 interessierten Gästen Rede und Antwort. Moderiert wurde die Veranstaltung von Professor Dr. Christoph Karg, Hochschule Aalen.

Nach der Begrüßung durch Landrat Klaus Pavel erläuterte Dr. Pörschke, der Datenschutz stehe an einer Kehrtwende. Die neue Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO), welche ab 25. Mai 2018 in Kraft treten wird, verfolge das Ziel, den Datenschutz in der Europäischen Union zu vereinheitlichen und somit gleiche Datenschutzregelungen für alle Mitgliedsstaaten zu schaffen. Durch die neue DSGVO werde es einen einheitlichen Schutz bei der Verarbeitung personenbezogener Daten innerhalb Europas geben und individuelle Nutzerrechte der Verbraucher würden gestärkt. Auch Unternehmen außerhalb der EU wären an die neue DSGVO gebunden, sobald sie die EU als Markt nutzen würden. Dr. Pörschke betonte, dass künftig Verstöße gegen die Datenschutzverordnung bei Unternehmen mit drastischen Bußgeldern geahndet werden können. Die Bestellung von Datenschutzbeauftragten sei nun ebenfalls konkret geregelt. Beratungsmöglichkeiten bestehen beim Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg.

Björn Schemberger berichtete aus dem Leben eines "IT-Forensikers" beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Im Falle eines Netzangriffs könnten sich Unternehmen an seine Dienststelle wenden, um Beweissicherungsmaßnahmen einleiten zu lassen und gerichtsverwertbare Dokumente zu erhalten. Als Beispiele für häufige Sicherheitslücken nannte er kurze Kennwörter, veraltete Softwarestände oder unzureichende Dokumentationen.

Sascha Proch referierte über typische Anwendungsfehler und Maßnahmen der Landesregierung gegen Bedrohungen durch Cyberangriffe. So werde mit der Cyberwehr Baden-Württemberg eine Kontakt- und Beratungsstelle vor allem für kleine und mittlere Unternehmen sowie eine landesweite Koordinierungsstelle bei Hackerangriffen etabliert. Proch wies in diesem Zusammenhang auf einige "Goldene Regeln" wie die Verwendung von sicheren Passwörter und sicheren Verbindungen, regelmäßige Backups oder den Einsatz eines Viren-Schutzprogramms hin, um die Sicherheit im Netz zu erhöhen.

Die Möglichkeit zum Austausch mit den Referenten wurde vom Publikum rege genutzt. Dabei kam auch das Interaktions- und Umfragetool "slido" zum Einsatz. Die Veranstaltungsbesucher konnten mit Hilfe dieses Tools per Handy spontan Fragen stellen und sich an Meinungsumfragen beteiligen. Demnach glauben lediglich 45 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Gäste, dass die neue EU-DSGVO einen besseren Schutz der Privatsphäre aller EU-Bürger bieten werde. Die Umstellung auf die neue EU-DSGVO wird die Mehrheit der Befragten auch nicht bis zum 25.05.2018 schaffen. Die überwiegende Zahl der Umfrageteilnehmenden war ferner der Ansicht, dass es keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen bzw. Präventionsmaßnahmen gegen Cybercrime gebe. Maßnahmen, um Sicherheitsvorfälle erkennen zu können, werden von mehr als der Hälfte bereits ergriffen. Auch fühlen sich die meisten ausreichend über Risiken im Umgang mit dem Internet informiert.

Björn Schemberger berichtete aus dem Leben eines IT-Forensikers beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg
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