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Nr. 253 vom 19.05.17

Fachtag Vielfalt im Aalener Landratsamt - LEBEN UND WOHNEN MIT HANDICAP - WIE ICH WILL?

Pressemitteilung Nr. 253 vom 19.05.17

Am vergangenen Donnerstag (18. Mai 2017) hatte die Behindertenbeauftragte des Ostalbkreises zu einem Fachtag in Aalener Landratsamt eingeladen. Über 120 Interessierte konnte Landrat Klaus Pavel im Großen Sitzungssaal begrüßen, die sich durch Vorträge und Gespräche über das neue Bundesteilhabegesetz und innovative Wohnformen aus erster Hand informierten.

"Das neue Bundesteilhabegesetz ist eines der größten Reformen des Sozialrechts und will dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderungen heraus aus dem Fürsorgesystem der Sozialhilfe und hin zu mehr Selbstbestimmung kommen", so Landrat Klaus Pavel bei seiner Begrüßung. Pavel betonte, das es bei Inklusion nicht nur um die Vermeidung von baulichen Barrieren gehe, sondern ebenso um den Abbau der Barrieren in der Kommunikation mit Menschen mit Behinderungen. Das Landratsamt ist derzeit durch die Arbeit der Behindertenbeauftragten Petra Pachner auf einem guten Weg, Inklusion tatkräftig umzusetzen. Unter anderem bildet Pachner derzeit in jedem Geschäftsbereich der Landkreisverwaltung Beschäftigte zu Inklusionsbegleiter aus. "Inklusion geht uns alle an. Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind Menschen mit einer Beeinträchtigung. Um Inklusion mit Leben zu füllen, brauchen wir daher mutige Menschen, die trotz der veränderten Rahmenbedingungen neue Wege wagen", erklärte Pachner.

Als persönlich von einer Behinderung Betroffene betonte die Aalener Rollstuhlsportlerin Kerstin Abele im Gespräch mit Pachner, Wohnen sei individuell und für jeden anders. Jeder Mensch mit Handicap sollte für sich die Wohnform aussuchen können, die zu ihm passt, z.B. mit ambulanter Betreuung, stationär oder teilstationäre Wohneinrichtung, in einer Wohngemeinschaft oder einer gemeinschaftlichen Wohnform, sogenannten Wohnstätten.

Im Anschluss gab Edith Sonntag, Fachanwältin für Sozialrecht, einen Überblick über das Bundesteilhabegesetz. Schwerpunkt des Vortrags waren die Änderungen in der Reha, Teilhabe und Eingliederungshilfe, die über das Bundesteilhabegesetz stufenweise in Kraft treten. Sie betonte die Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen vor allem im Wunsch- und Wahlrecht. So habe der Beantragende künftig beispielsweise nur einen zuständigen Rehaträger und es gebe eine Schutz des selbstbestimmten Wohnens. Thomas Kallenowski von der Fachstelle ambulant unterstützte Wohnformen stellte ergänzend Wohnformen vor, die - gesetzlich unterstützt - die Selbstbestimmung der Menschen fördern. Eine lebendig moderierte Fragerunde bildete den Abschluss der spannenden Veranstaltung, die ihre Fortsetzung Ende Juli in einem Workshop für Menschen mit Behinderung findet.

Weitere Informationen zu diesem Thema und zur Veranstaltungsreihe bei der Behindertenbeauftragten des Ostalbkreises Petra Pachner, Tel. 07361 503-1878, Fax 07361 503-581878, E-Mail petra.pachner@ostalbkreis.de .